Aktueller Marktausblick zum Jahresende 2016. Die Lage nach und vor Trump.

Anfang des Jahres hatte ich meine persönlichen Sichten für das Anlagejahr prognostiziert (Geldanlage 2016) und in den Folgequartalen aktualisiert. In diesem Jahr ist eine Menge passiert, darunter der überraschende Brexit-Entscheid und die Wahl von Donald Trump. Zeit für eine Jahresendprognose und einen Marktausblick.

Aktien Pfeil_rechts_unten

Ein wesentliches Kriterium für die Entwicklung der Aktienkurse ist die Entwicklung der Zinsen. Die amerikanische Notenbank Fed wird zeitnah die Zinsen anheben. Damit werden Aktienanlagen weniger attraktiv. Die europäische Zentralbank EZB wird später nachziehen, allerdings verhaltener, um nicht die europäischen Problemländer in Bedrängnis zu bringen. In Europa sind mittlerweile erste Anzeichen der längst erwarteten Inflation erkennbar, was weitere Zinsschritte nach oben erforderlich machen würde. Das Währungsverhältnis von Euro zu Dollar wird sich, wie bereits absehbar, in Richtung 1:1 – Parität verändern.

Die Börsen in den USA und Europa haben m. E. die möglichen Höchststände durch gut laufenden Wirtschaft und niedrigen Zinsen erreicht. Nunmehr wird 2017 eine schleichende Abwärtsbewegung eintreten. Viel ist auch vom ersten Jahr Donald Trumps als US-Präsident abhängig. Hier heißt es „Abwarten und Tee trinken“.

Wer dennoch auf Aktien schaut, sollte die Märkte in Asien (China) und Südamerika (Brasilien) ins Auge fassen. Hier zeichnen sich jeweils positive Tendenzen ab.

Mein Fazit: Sofern man noch Aktien mit guten Gewinnen hält, sollte man diese laut meiner Einschätzung verkaufen und Gewinne mitnehmen. Ein Neueinstieg ist frühestens im 2. Halbjahr 2017 angeraten. Chancen bestehen ggf. in China und Brasilien.

Liquidität Pfeil_rechts

Die Zinsen werden leicht steigen. Für kurze Anlagezeiträume werden nächstes Jahr um die 1,5 Prozent Verzinsung möglich sein. Für eine Kurzzeitanlage ist das sicher o.k., aber attraktive Renditen sehen anders aus. Siehe auch → Tagesgeld Zwischenparken.

Zinspapiere und Anleihen Pfeil_rechts_unten

Durch die Geldflut der EZB sind alle halbwegs akzeptablen Papiere gekauft und hoch bewertet. Wenn man von einer Zinserhöhung ausgeht werden die Anleihenkurse definitiv sinken.

US-Unternehmensanleihen guter bis sehr guter Bonität könnten interessant sein. Neben der höheren laufenden Verzinsung könnten auch positive Währungseffekte (Dollar!) wirken. Schwellenländeranleihen profitierten zuletzt vom schwächeren Dollar. Siehe auch → Unternehmensanleihen in US-Dollar Alternative für Zinsjäger?

Mein Fazit: Ein Einstieg in Anleihen, Bundesschatzbriefe etc. halte ich für absolut nicht angeraten. Für Mutige könnten amerikanische Unternehmensanleihen beachtenswert sein.

Immobilien Pfeil_rechts_unten

Da durch billiges Geld hohe Nachfrage nach Immobilieninvestments auf ein immer geringer werdendes Angebot trifft, führt es zu überhöhten Preisen (Inflation!). Mittlerweile steigen auch in kleineren Städten oder ländlichen Lagen die Immobilienpreise. In vielen Regionen nähern wir uns immer mehr einer Immobilienblase.

Für den Direkterwerb spricht grundsätzlich die anstehende Inflation, denn diese vernichtet einerseits den Geldwert, entwertet jedoch auch Schulden und andererseits die nach wie vor geringen Zinsen. Allerdings sind die meisten Kaufobjekte mittlerweile überteuert. Man wird kaum noch Wohnungen oder Häuser finden, die aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten überzeugen. Siehe auch → Prognose Immobilienerwerb

Gleiches gilt nach meiner Einschätzung auch für den indirekten Erwerb über Immobilienaktien oder Immobilienfonds.

Mein Fazit: Immobilienanlagen machen derzeit und auch auf Sicht nur noch in wohlkalkulierten Einzelfällen Sinn.

Rohstoffe Pfeil_rechts_oben

Meine Prognose vom Jahresbeginn wurde bisher bestätigt. Die Rohstoffpreise haben historische Tiefstände erreicht. Als Reaktion darauf haben viele Fördergesellschaften die Produktion heruntergefahren und auch ihre Investitionen zusammengestrichen. Durch das geringe Angebot steigen die Preise erwartungsgemäß.

Beim Öl ist der Preisanstieg schon eingetreten und wird sich fortsetzen. Sobald die Geldschwemme die Preissteigerung vorantreibt, gehören, Kupfer, Eisenerze oder Öl zu den Gewinnern. Zusätzlich ist es sicher, dass die Nachfrage – schon alleine durch das Wachstum der Weltbevölkerung – steigen wird. Die Preise müssen steigen. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft in China wieder anzieht.

Für 2017 sind Rohstoffe meine Favoriten. Persönlich würde ich den Fokus auf Kupfer- und Eisenerze legen. Bitte sei aber bereit, bei Schwankungen die „Nerven“ zu behalten. Siehe auch →  Anlage in Rohstoffen – Was nun?

Mein Fazit: Trotz bereits leicht gestiegener Kurse – Anlegen in Rohstoffen, am besten mittels breit streuenden ETFs ist in 2017 ein sinnvolles Anlageziel. Bitte Geduld mitbringen.

 

Gesamtfazit zum Marktausblick im IV. Quartal: Im Ausblick auf 2017 gehe ich davon aus, dass das Geldjahr 2017 für die meisten Anlageklassen eher ein verlorenes Jahr wird. Ich empfehle Gewinne mitzunehmen und das Pulver trocken zu halten. Für risikobereite Anleger sehe ich Chancen im Bereich der Rohstoffe.




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