Banger Blick auf die Finanzmärkte – Wie soll das ausgehen?

Die seit einigen Jahren anhaltende Lage der Finanzmärkte bereitet mir seit längerem Kopfzerbrechen. Wie soll das ausgehen? Welches Szenario ist wahrscheinlich? Doch zunächst der Blick auf die Fakten.

Es sind Unmengen von Geld vorhanden. Laut Wirtschaftswoche haben Private Equity Finanzinvestoren derzeit 2,5 Billionen Dollar für Aufkäufe locker. Die Notenbanken halten den Nullzins und kaufen weiterhin Anleihen mit durchwachsener Bonität auf. Die Vermögenspreisinflation ist insbesondere bei Immobilien spürbar, tritt aber nicht so massenwirksam auch bei Kunst, Antiquitäten und Oldtimern zutage. Man denke nur an das Bild „Devolved Parliament“ von Banksy, dass gerade für 11,5 Millionen Euro über den Auktionstisch ging. Und natürlich spiegelt sich in der hohen Bewertung vieler börsennotierten Unternehmen die Inflation wider.

Erstaunlicherweise ist die Inflation der Verbraucherpreise weiter niedrig, obwohl der private Konsum anzieht. Die Steigerung der Mieten fließt mit etwa 19 Prozent Anteil ein. Positiv sind weiterhin die geringe Arbeitslosigkeit und der Mangel an Arbeitskräften. Hier ist jedoch die Folge, dass die Lohnsteigerungen in der letzten Jahren kräftig waren.

Verbraucherpreise Deutschland

M. E. gab es eine solche Konstellation in der kapitalistischen Wirtschaftsgeschichte noch nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann eine Rezession beginnt. Dazu braucht es nicht einmal einen Trump. Das Mittel der Zinssenkung steht den Notenbanken dann nicht zur Verfügung, es sei denn man möchte mir fünf Prozent auszahlen, wenn ich mir Geld leihe. Es wäre weiterhin jede Menge Geld vorhanden. Gleichzeitig sinkt im Abschwung die Produktion von Gütern.

Ohne prophetisch sein zu wollen: Meines Erachtens kann die spezielle und einmalige Situation nur durch eine Hyperinflation, wie in der Weltwirtschaftskrise aufgelöst werden. D. h., es wird eine massive Geldentwertung eintreten. Diese könnte auch die Mittelschicht treffen und den normalen Sparer mit seinen Bundesschatzbriefen, Sparbüchern oder Festgeldanlagen arm machen.

Selbst wenn man nicht an dieses Negativszenario glaubt, was kann der Privatanleger tun? Folgende Möglichkeiten, um sein Erspartes winterfest zu machen bestehen u.a.:

  • Anlage in Substanzvermögen, wie Immobilien und Unternehmensanteilen
  • Gold, was ich eigentlich nicht mag (keine Zinsen)
  • Schulden für Vermögen machen, den auch die Schulden werden entwertet

Mein Favorit sind Immobilienaktien, denn hier erwirbst Du Unternehmensanteile, die durch den Substanzwert der Immobilien abgesichert sind.

 

Mein Fazit: Auch wenn Du nicht an das absolute Horrorszenario der Hyperinflation glaubst, ist es sicher nicht verkehrt nach einem Jahrzehnt positiver Wirtschaftsentwicklung über die Absicherung Deines Ersparten systematisch nachzudenken. Was hast Du sonst an grauen Herbsttagen vor?

3 Replies to “Banger Blick auf die Finanzmärkte – Wie soll das ausgehen?”

  1. Sehr geehrter Autor,

    ein Szenario, das oftmals vernachlässigt wird, ist, dass es eben noch eine ganze Weil so verrückt und verschoben weitergeht. Dass das endlose Gelddrucken der Notebanken, die Niedrigzinsen nicht ewig anhalten darf/kann/muss, war auch 2012, 2013 ff. schon bekannt. Dennoch läuft es nun schon eine ganze Weile genau so.

    Die Kunst liegt also darin, eine Strategie zu finden, die so viele Szenarien wie möglich abdeckt. Und man wird sich damit abfinden müssen, dass man wahrscheinlich nicht 100% seines Vermögens über das dann tatsächlich eintretende Szenario retten können wird. Aber 80% ist doch auch ok.

    Eine Ein-Asset-Strategie (NUR Gold, Immobilien, Aktien) ist daher aus meiner Sicht sehr gefährlich.

    Viele Grüße

    V. Bouvier

  2. Guter Artikel, es ist durchaus angebracht vorsichtiger zu investieren. Immobilienaktien sind sinnvoll, irgendwo wohnen müssen die Leute ja, Lebensmittelaktien auch. Die Nahrungshersteller sind durch die letzten beiden Krisen 2000 und 2008 am besten durchgekommen. Wer in P2P drin ist, sollte evtl. auch mal über einen Rückzug nachdenken. Wenn die Krise kommt, werden mehr Konsumkredite ausfallen, dass wird auch die Anbahner betreffen.

  3. Muss jetzt nicht gleich alles im Crash enden. Solche ungewöhnliche Situationen kann einfach auch mal eine ordentliche Rezession auflösen. Und mit dem Brexit, dem Handelsstreit gibt es ja durchaus mögliche Auslöser. Ansonsten kann natürlich auch ein „schwarzer Schwan“ zu schlagen.

    Ich sehe Aktien & Co. letztlich als Sachwerte. Sollte auch was übrig bleiben nach einer Hyperinflation. Aber die Chance das das sie weiter steigen ist ja durchaus hoch. Irgendwo muss das freie Geld ja hin.

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