Computergestützte Anlage – Robo Advisors sind im Kommen!

Immer mehr Angebote für Computergestützte Anlage

Monatlich kommen sogenannte Robo Advisor mit computergestützten Anlagemanagement auf den Markt. Diese stellen eine ernsthafte Alternative zur klassischen Vermögensverwaltung dar. Der Ansatz paßt sehr gut ins Spektrum von Geld und Meer. Deshalb haben wir uns einige Anbieter näher angeschaut.

Visualvest (Volksbank)

Die Fondsgesellschaft Union Investment, eine der größten ihrer Art in Deutschland, sucht mit Visualvest einen neuen Weg und will vor allem jüngere Anleger ansprechen. 14 Portfolios stehen auf der Fondsplattform Visualvest zur Auswahl. Jeweils sieben aktive und passive sogenannte „Vestfolios“. Aus 13.000 aktiven und passiven Fonds stellt die Union-Investment Tochter diese zusammen. Darunter ist kein einziger hauseigener Union-Fonds.

Visualvest bietet alle Vorgänge online an. Dafür fällt eine monatliche Servicegebühr in Höhe von 0,05 % des Portfoliovermögens an, mindestens jedoch drei Euro pro Monat. Sparer unter 27 Jahren bezahlen keine Mindestgebühr. Für Transaktionen fallen keine Ausgabeaufschläge an. Laut eigenen Angaben erstattet Visualvest dem Anleger auch die Provisionen, die für den Vertrieb der aktiv verwalteten Fonds gezahlt werden. Die Kundengelder werden bei der Union Investment Service Bank AG (USB) verwaltet. → Visualvest

Vaamo

Wer über Vaamo sein Geld anlegen will, muss dies selbständig über die Internetseite tun und dort Sparziel und Risikobereitschaft festlegen. Eine Beratung für Anleger gibt es nicht. Über die grundsätzlichen Risiken informiert Vaamo früh auf der Seite. Sie werden nach einem weiteren Klick eingehend erläutert. Vaamo gibt den Kunden drei Risikostufen vor. Der Anleger kann wählen, ob er vier Prozent Rendite, fünf Prozent oder sechs Prozent im Jahr durchschnittlich erwartet. Vaamo vermittelt derzeit nur Fonds der in England registrierten Fondsgesellschaft Dimensional. Sie wurde 1981 in den Vereinigten Staaten gegründet und bietet seit 2002 ihre Fonds auch für das europäische Festland an. Dabei greifen die Frankfurter auf fünf Fonds zurück: drei Fonds, die jeweils in eine Vielzahl von Aktien aus der ganzen Welt investieren; in den zwei anderen stecken jeweils Anleihen von Staaten und Schuldverschreibungen von Banken und Unternehmen.

Für den Erwerb von Fondsanteilen über Vaamo fallen weder Transaktionsgebühren noch Ausgabeaufschläge an. Der Anleger trägt aber die laufenden Verwaltungskosten, wie sie bei Fonds stets anfallen. In diesem Fall liegen sie bei deutlich unter einem Prozent. Alle Kosten für Transaktionen und Depotführung sind über eine Managementgebühr abgegolten. Diese beträgt 0,99 Prozent bis 30.000 Euro bzw. 0,49 Prozent ab 50.000 Euro. Die Fondsanteile liegen bei de Frankfurter Fondsbank. → Vaamo

LIQID

Über Algorithmen werden die persönlichen Anlage-Präferenzen ermittelt. Am Ende wird ein passendes Portfolio vorgeschlagen. Grundsätzlich werden zwei verschiedene Anlagestile angeboten: Die aktive und die passive Vermögensverwaltung. Die Strategien LIQID Index und LIQID Global sind passiv. Die LIQID-Select-Portfolios werden aktiv gemanagt. Alle LIQID-Portfolios sind breit gestreut, wobei die genaue Zusammensetzung vom persönlichen Anlegerprofil abhängen soll. Da Liqid sich als Wettbewerber zu professionellen Vermögensverwalter positioniert, sind die Mindestanlagesummen entsprechend festgelegt. Die Mindestanlagesumme bei LIQID Index und LIQID Global beträgt 100.000 Euro, bei LIQID Select 250.000 Euro.

Für die passiv gemanagten Portfolio liegen die Gebühren bei 100.000 € Anlagesumme zwischen 400 und 800 Euro. Die in den Portfolios enthaltenen Wertpapiere werden von der Deutsche Bank Wealth Management verwahrt. LIQID befindet sich derzeit noch in der Pilotphase. Man kann sich derzeit als Pilotkunde registrieren. Im Laufe des II. Quartals 2016 soll die Plattform offiziell freigeschalten werden. → LIQID

Scalable

Mindestens 10.000 Euro – so viel muss jeder Kunde mitbringen, wenn Florian Prucker und Erik Podzuweit für ihn Geld investieren sollen. Etwa zehn Fragen muss ein Kunde vorher beantworten, zu Anlageziel, Finanzsituation und individueller Risikotoleranz. Investiert wird in börsengehandelte Fonds. Ein ausgeklügelter Rechenalgorithmus soll für jeden Kunden eine passende Anlage-Strategie errechnen und das Geld dann richtig investieren. Die Risikomanagement-Technologie hinter dem Portal hat das dreiköpfige Gründerteam, alle ehemalige Goldman-Sachs-Mitarbeiter, zusammen mit der Ludwig-Maximilian-Universität in München, entwickelt.

Konto und Depot der Kunden werden aber bei der deutschen Partnerbank Baader Bank AG gehalten. D. h., dass das Geld der Kunden wird nur verwaltet, liegt aber bei der Bank. Das im Dezember 2014 gegründete Unternehmen finanziert sich über eine Verwaltungsgebühr in einer Höhe von 0,75 Prozent der durchschnittlich verwalteten Anlagesumme pro Jahr. → Scalable

Cashboard

Das 2014 gegründete Berliner Unternehmen bietet prinzipiell drei Arten der Anlageausrichtung an: Kapitalschutz, Ausgewogen und Rendite. Diese Strategien werden mittels ETF abgebildet. Cashboard erhebt keine Grundgebühren und keine Transaktionskosten. Es werden 10 Prozent vom Gewinn als Gebühr veranschlagt. Die gekauften Fondanteile liegen bei der Augsburger Aktienbank. Aktuell wird ein Kapitalschutzkonto mit 2% Mindestrendite angeboten → Cashboard

Easyfolio

Drei fertige Fondsprodukte, die verschiedene Risikostrukturen abdecken, bietet die Münchener Firma Easyfolio an. Man ermittelt über eine Befragung seinen persönlichen „risk score“ und erhält daraus folgend eine Empfehlung für einen der drei Fonds. Dabei steigt je nach Risikobereitschaft der Aktienanteil in den von 30 über 50 bis zu 70 Prozent. Die drei Fonds bestehen wiederum aus verschiedenen Einzel-ETFs. Die Gesamtkosten liegen bei 0,90 Prozent pro Jahr. → easyfolio

 

Mein Fazit: Da sich immer wieder zeigt, dass aktives Fonds- und Vermögensmanagement bestenfalls durchschnittliche Ergebnisse bringt, finde ich die Ansätze der „Robo Advisors“, also der Computergestützte Anlage, sehr interessant. Man erhält eine breitet Anlage- und Risikostreuung zu sehr günstigen Kosten.

 


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