Das Entgeltransparenzgesetz – Gesetze, die die Welt nicht braucht.

Gleiches Entgelt für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit. Diesen Anspruch durchzusetzen ist das Ziel, das mit dem Entgelttransparenzgesetz erreicht werden soll. Das Entgelttransparenzgesetz ist bereits zum 6. Juli 2017 in Kraft getreten. Beschäftigte können nun seit Jahresbeginn 2018 erstmals Auskunft über die Entgeltstrukturen im Unternehmen verlangen. Arbeitgeber müssen ab 2018 zudem die Berichtspflichten und Prüfverfahren einhalten. Das wesentliche Mittel, das das Gesetz hierzu vorsieht, ist der individuelle Auskunftsanspruch zu den Entgeltstrukturen.

Wie sehen die Rahmenbedingungen aus?

Unternehmen ab 200 Mitarbeiter

Ab dieser Unternehmensgröße muss die Firma darüber Auskunft geben, was Kollegen des anderen Geschlechts in vergleichbaren Postionen verdienen. Existiert ein Betriebsrat, läuft die Anfragen über diesen. Anderenfalls müssen die Mitarbeiter sich direkt an den Arbeitgeber wenden. Der Arbeitgeber kann die Auskunftserteilung auch von Anfang an an sich ziehen, in dem er eine „Übernahmeerklärung“ abgibt.

Unternehmen über 500 Mitarbeiter

Diese Unternehmen sollen zudem freiwillig betriebliche Prüfverfahren durchführen, um sicherzustellen, dass die Entlohnung im Betrieb dem „Entgeltgleichheitsgebot“ entspricht. Das Entgelttransparenzgesetz  sieht dann vor, dass die Ergebnisse des betrieblichen Prüfverfahrens den Mitarbeitern mitgeteilt werden. Das hebt die Stimmung 😉

Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften ab 500 Mitarbeiter

Diese Unternehmen sind verpflichtet einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit zu erstellen. Erstellt die Gesellschaft einen Lagebericht, muss dieser Bericht hinzugefügt werden.

Wie bekommt der Arbeitnehmer Auskunft?

Eine Auskunft bedarf der Textform (also mindestens eMail). Eine Auskunft muss nur für Vergleichstätigkeiten erteilt werden und auch nur dann, wenn sich mindestens sechs Mitarbeiter des jeweils anderen Geschlechts für einen Vergleich heranziehen lassen. Das Gesetz sieht nicht die Offenlegung einzelner Gehälter vor. Als Vergleich erhält der anfragende Mitarbeiter den sogenannten statistischen Median (Der Median einer Auflistung von Zahlenwerten ist der Wert, der an der mittleren Stelle steht, wenn man die Werte der Größe nach sortiert).

 

Mein Fazit: Wieder ist ein sperriges Bürokratiemonster entstanden, dass den Firmen mehr Aufwand, bei zweifelhaften Nutzen, beschert. Sollte nach Erteilung der Auskunft tatsächlich ein Delta erkannt werden, müsste zunächst nachgewiesen werden, dass dieses aus geschlechtsspezifischen Gründen besteht. Ein Anspruch auf Angleichung kann aus dem Entgelttransparenzgesetz nicht abgeleitet werden. Alles klar? Was soll dieses Gesetz bringen? Ich glaube, die Frauen behaupten sich auch ohne ständige gesetzliche Assistenz.


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