Diamanten statt Gold und anderer Edelmetalle als Geldanlage




Gold war gestern. Wie schon im Beitrag beschrieben – Gold – Der sichere Hafen für Privatanleger? – beschrieben, halte ich nicht allzu viel von der Geldanlage in Gold. Viele Anleger wenden sich einer anderen Rarität zu. Sie kaufen Diamanten.

Nachfrage steigt

Insbesondere in Asien ist die Nachfrage nach Diamanten enorm, in Indien werden beispielsweise Diamant-Schleifer mit enorm günstigen Krediten gefördert, dies hat eine Anstieg der Preise für Rohdiamanten zur Folge. Durch die steigende Nachfrage in Asien, die einem begrenzten Angebot aufgrund der Verknappung gegenüber steht, sehen Experten gute Chancen auf Preisanstiege für Edelsteine. Der Trend zum synthetischen Stein hingegen könnte die Preise gefährden. Ähnlich wie Gold sind Diamanten knapp. Die Nachfrage aus China und Russland. Reiche Chinesen und Russen engagieren sich zunehmend im höheren Qualitätssegment der teuren Steine. Global dürfte sich die Nachfrage bis 2020 verdoppeln. Gute Aussichten für ein Diamant-Investment.

Diamantangebot sinkt

Auf der anderen Seite – ebenso Preis treibend – stehen die Diamantminen. Diese werden immer weniger, die Erschließung neuer Minen ist zur Seltenheit geworden.

Preisrutsch durch synthetische Diamanten?

Doch nicht alles spricht für steigende Preise. Der Grund: Es streben immer mehr synthetische Steine auf den Markt. Der Laie kann sie nicht von echten Diamanten unterscheiden, wohl aber am Preis: Sie kosten nur rund 30% dessen, was für einen echten Stein zu investieren ist.

Diamant-Handel für Privatanleger

Lohnt es sich, sich als Anleger in diesem Bereich zu engagieren und durch Kauf und Verkauf von Diamanten ähnliche Erträge einzufahren, wie mit Aktien, Anleihen oder Immobilien? Eher Nein. Beim Kauf der Brillanten wird Steuer fällig. Der Kauf von Diamanten als Geldanlage unterliegt in Deutschland der Mehrwertsteuerpflicht, die mit 19 % zu Buche schlägt. Dies stellt einen entsprechenden Nachteil gegenüber der Kapitalanlage in Gold dar, die mehrwertsteuerfrei ist. Daher lohnt sich ein Verkauf oft erst nach oder mehr Jahren. Wer investiert, braucht Geduld und einen langen Anlagehorizont.

Statistik: Entwicklung und Prognose zur weltweiten Diamantenproduktion in den Jahren von 2005 bis 2020 (in Millionen Karat) | Statista

Bewertung von Diamanten

Beim Kauf eines Diamanten müssen essentielle Qualitätsstandards eingehalten und berücksichtigt werden: Reinheit (Clarity), Farbe (Colour), Gewicht (Carat) und Schliff (Cut). Das Wertentwicklungspotential von Diamanten als Geldanlage wird von diesen „4 C“ beeinflusst. Da das Gewicht bei der Wertentwicklung von Anlagediamanten eine hohe Priorität einnimmt, ist es sinnvoller, in wenige große Diamanten zu investieren anstatt viele kleine Diamanten als Kapitalanlage zu erwerben. Experten empfehlen, den Fokus bei Anlagediamanten auf Steine ab 0,5 Karat zu richten. Steine mit exotischen Schliffformen eignen sich nicht so gut zum Wiederverkauf wie gängige Schliffformen. Die Konzentration auf Diamanten mit Brillant-, Oval-, Princess.- oder Smaragdschliff erscheint sinnvoll.

Das Zertifikat – ein wichtiger Faktor bei der Geldanlage

Anleger, die sich für Diamanten als Kapitalanlage entscheiden, sollten auf jeden Fall darauf achten, dass die Anlagediamanten über ein Zertifikat verfügen, das von einem renommierten Institut ausgestellt wurde. Ideal sind Zertifikate mit weltweiter Akzeptanz, aus denen Informationen über die „4 C“, die Höhe, den Durchmesser und die Proportionen des jeweiligen Anlagediamanten ersichtlich sind. Zu den weltweit anerkannten Zertifikaten zählen:

  • IGI (Belgien)
  • HRD (Belgien)
  • GIA (USA)
Wer einen Stein wieder veräußern möchte, sollte sich möglichst viele Angebote einholen. Denn kein Stein ist wie der andere. Jeder Diamant ist einzigartig und kann seinen eigenen Preis erzielen. Online-Händler sind durchaus mit Vorsicht zu genießen.

Alternativen zum Diamantenkauf

Wem der Aufwand zu hoch ist, kann auch in einen Diamantenfonds investieren. Ein solcher Fonds ist beispielsweise der Swiss Equity Diamonds Fund (ISIN: DE000A1KATN8, WKN: A1KATN). Die Mindestbeteiligungshöhe beträgt 10.000 Euro. Da es sich um einen geschlossenen Fonds handelt, eignet er sich nur für hoch informierte Anleger. Die Alternative: Minenaktien wie die kanadische Aber Diamond (ISIN CA0028931057). Mehr als 50 Prozent der Umsätze des Unternehmens entfallen auf den Bereich der Industriediamanten.

Mein Fazit: Diamanten als Geldanlage können sich durchaus lohnen, dennoch sind sie als Kapitalanlage sehr speziell. Finanzkrisen, die Eurokrise, Banken- und Staatspleiten sowie zunehmende Inflationsraten sind nur einige Faktoren, die Sachwerte wie Edelmetalle oder Diamanten als Geldanlagen für Anleger interessant werden lassen. Anleger, die sich für Diamanten als Geldanlage entscheiden, sollten auf jeden Fall auf das Zertifikat achten, denn dieses spielt häufig eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Wertentwicklung der Diamanten im Portfolio. Für den Sparstrumpf sind Diamanten nicht geeignet. Sie passen eher zu Privatanlegern, die schon Immobilien, Gold und Wertpapiere besitzen und ihr Portfolio erweitern wollen.

Diamanten und Farbedelsteine Book Cover Diamanten und Farbedelsteine
Michael Brückner
2013-01
155

2 Replies to “Diamanten statt Gold und anderer Edelmetalle als Geldanlage”

  1. Wer mit Diamanten handelt, der kann damit wirklich noch ordentliche Profite einfahren, wenn er weiß, was er macht – ein Bekannter von mir ist dadurch erst kürzlich zum Millionär geworden.

    Vorher hat er aber viel Lehrgeld bezahlt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.