Die besten Börsenfilme aller Zeiten. Filme rund um die Wall Street.

Jetzt wo der Herbst mit dunklen Tagen und langen Nächten kommt, ist auch wieder Zeit sich Film und Fernsehen zu widmen. Über die Börse, die Wall Street und die letzte Finanzkrise gibt es diverse Filme. Neben guten Unterhaltung kann man auch das eine oder andere über das Finanzwesen lernen. Anbei sind einige, vielleicht die besten, vorgestellt.

Wall Street (1987)

New York 1985: Der junge aufstrebende Bud Fox (Charlie Sheen) ist Börsenmakler und träumt vom großen Geld. Als er die Bekanntschaft des berüchtigten Brokers Gordon Gekko (Michael Douglas) macht und es ihm endlich gelingt, mit diesem zusammenzuarbeiten, schwebt er im siebten Himmel. Mit Hilfe des erfahrenen Gekko verdient Fox eine Menge Geld, merkt dabei jedoch nicht, dass Gekko ihn mehr und mehr zu seinem Werkzeug macht und in dubiose Geschäfte hineinzieht. Nachdem Fox vertrauliche Informationen seines Vaters über die Fluglinie Bluestar an seinen Lehrmeister weitergibt, unterstützt Gekko nicht – wie von Fox geglaubt – die Firma, sondern plant, sie aufzulösen, um selbst den größtmöglichen Gewinn zu machen. Fox ist sauer und beschließt, bei diesem Spiel nicht länger mitzumachen. Doch Gordon Gekko hält dagegen.

Vorbilder für Gordon Gekko waren die beiden Wallstreet-Millionäre Ivan Boesky und Carl Icahn. Ihre Machenschaften sind Thema in den Büchern „Mr. Diamond“ von Douglas Frantz und „Club der Diebe“ von James B. Stewart. Ivan Boesky hatte 1986 kurz vor seiner Verhaftung wegen Insidergeschäften bei einer Abschlussfeier der „Berkeley Business School“ eine Rede gehalten, die zum Vorbild von Gordon Gekkos „Gier ist gut“-Rede wurde.

Der Klassiker unter den Börsenfilmen – ein Muss für alle Finanzinteressierten.

The Wolf of Wall Street (2013)

The Wolf of Wall Street basiert auf der gleichnamigen Autobiographie des Börsenmaklers Jordan Belfort, der im Film von Leonardo DiCaprio verkörpert wird. Mit seinem Freund Danny Porush gründet Belfort das Maklerunternehmen Stratton Oakmont. Zunächst ausschließlich mit fast wertlosen Aktien handelnd – sogenannten Penny Stocks – zählen zur Kundschaft vor allem Privatleute, die mit Börsengeschäften zu schnellem Geld kommen wollen. Binnen kürzester Zeit und hart an der Grenze des Legalen operierend verwaltet das Unternehmen Investitionen in Milliarden-Höhe. Der Erfolg zahlt sich aus: Mit 26 Jahren ist Belfort Multimillionär.

 Der Film basiert auf der gleichnamigen Autobiographie von Jordan Belfort. Das Drama zeigt Aufstieg und Höhenflug und Fall des New Yorker Brokers. In den 1990er Jahren wurde dieser in krumme Börsengeschäfte und einen Korruptionsskandal verwickelt. Im Jahr 1998 musste er sich wegen Geldwäsche und Wertpapierfälschung vor Gericht verantworten und später für 22 Monate ins Gefängnis. Mit seinen Broker-Kollegen führte Belfort das ausschweifende Partyleben, für das er bekannt war. Dies wird im Film ausgiebig dargestellt.

Der Film zeigt sehr schön, wie sich die Finanzwirtschaft zu einem Paralleluniversum entwickelt hat, in dem keinerlei „echte Wertschöpfung“ stattfindet. Leonardo DiCaprio spielt mal wieder toll.

Der große Crash – Margin Call (2011)

„Der große Crash“ („Margin Call“) mit Kevin Spacey und Demi Moore in den Hauptrollen ist ein Thriller aus dem Jahr 2011 von Regisseur J. C. Chandor. Der Film erzählt die Geschichte der Menschen, die für die weltweite Finanzkrise im Jahr 2008 verantwortlich waren. Er spielt in den dramatischen 24 Stunden vor der heraufziehenden Katastrophe.

Schauspieler Zachary Quinto spielt dabei den noch jungen Analysten Peter Sullivan, der erkennt, dass die Zahlen in den Büchern seines Arbeitgebers nicht stimmen. Für ihn ist sonnenklar: Das Unternehmen steht kurz vor dem Ruin. Deshalb muss ein Plan her, der von den führenden Köpfen der Firma entwickelt wird. Meisterhaft in den Rollen der Führungsriege sind Kevin Spacey, Jeremy Irons und Demi Moore. Bei ihrem Plan interessiert sie vor allem eines: das Überleben der Firma. Dass sie damit den Rest der Finanzwelt in den Abgrund reißen, schmettern sie skrupellos ab. Margin Call gibt den Verantwortlichen der Finanzkrise ein Gesicht und hat es trotz des bescheidenen Budgets geschafft, zahlreiche Hollywoodstars vor der Kamera (z. B. auch den Mentalisten Simon Baker) zu versammeln.

Ich persönlich finde den Film etwas gemächlich und unterkühlt.

The Big Short (2015)

The Big Short basiert auf dem Buch The Big Short: Inside the Doomsday Machine von Michael Lewis. In seinem Sachbuch zeichnet Lewis den Beginn der Finanzkrise 2007–2010 in den USA nach, benennt dabei die Schlüsselfiguren und beschreibt die Probleme der Kreditausfallversicherung und Immobilienblase.

Der Film: Der leicht autistische Hedgefonds-Manager Michael Burry (gespielt von Steve Carell) erkennt die sich anbahnende Blase am US-Immobilienmarkt und sieht die darauf folgende Finanzkrise kommen. Er analysiert die Lage akribisch und hinterfragt insbesondere die Praktik der großen Investmentbanken, Pakete aus faulen Immobilienkrediten ungeprüft mit Top-Ratings auszustatten und an andere Institute weiterzuverkaufen. Um dieses Wissen nun zu nutzen, versucht er schließlich, mit den Mitteln seinen eigenen Fonds mit einem neu kreierten Finanzinstrument auf den abzusehenden Kurseinbruch zu wetten.

Als die Blase platzt erzielt Burrys Fonds eine Rendite von über vierhundert Prozent. Etliche Großbanken müssen Insolvenz anmelden, manche werden jedoch von ihren jeweiligen Staaten mit Steuergeldern als „too big to fail“ vor dem Zusammenbruch gerettet. Durch die massiven Kurseinbrüche, Banken-, Firmen- und Privatinsolvenzen aber gerät schließlich die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken: die Weltwirtschaftskrise von 2007 hat begonnen.

Fakten über die Finanzkrise, Wissen über CDSs und Shorts gemischt mit einer Prise Humor – macht Spaß.

Die Glücksritter (1983)

Die Brüder Randolph und Mortimer Duke sind zwei alte und steinreiche Börsenmakler. Eines Tages wetten sie um einen Dollar, ob beruflicher und finanzieller Erfolg von der Veranlagung oder von Erziehung und Umfeld abhängen. Dazu suchen sie sich zwei  Versuchskaninchen aus: den Bettler Billy Ray Valentine (Eddie Murphy) und den Geschäftsführer ihrer Firma Louis Winthorpe III (Dan Aykroyd). Die Gebrüder Duke jubeln Louis einen Diebstahl unter. Daraufhin wird Louis verhaftet und sie stellen Billy Ray als neuen Manager der Firma ein. Während Louis nun von seiner Verlobten verlassen wurde und sein komplettes Leben ruiniert zu sein scheint, lebt Billy Ray einen Traum und wird erfolgreich an der Börse. Doch als Louis und Billy Ray hinter den fiesen Plan der Duke-Brüder kommen, versuchen sie mithilfe der Prostituierten Ophelia (Jamie Lee Curtis), das Duke-Imperium zu stürzen.

Der Originaltitel des Films Trading Places ist ein Wortspiel. Es bedeutet im englischen zum einem Handelsplätze (was auf die Warenterminbörse anspielt, durch der die Gebrüder Duke ihre Geld verdienten) und zum Anderen heißt es auch die Plätze tauschen.

Der Film tut nicht weh, ist ein bißchen klamaukig und man lernt etwas über den Markt für gefrorenen Orangensaft – nett.

Inside Job (2010)

Vom Charles Ferguson stammt „Inside Job“, der erste Film, der die schockierende Wahrheit über die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 präsentierte (Eigenwerbung!). Der globale Finanzcrash, der mehr als 20 Billionen Dollar vernichtete, führte dazu, das Millionen von Menschen ihr Zuhause und ihren Job verloren. Auf der Grundlage von umfassenden Recherchen und Interviews mit einflussreichen Branchenkennern, Politikern und Journalisten versucht „Inside Job“ den Aufstieg der Finanzbranche nachzuzeichnen und enthüllt das korrupte Geflecht aus Banken, Politik, Behörden und Wissenschaft.

In Inside Job dreht sich um die Entstehung der Finanzkrise – allerdings auf andere Weise. Denn bei Inside Job mit Matt Damon in der Hauptrolle handelt es sich um einen Dokumentarfilm. Regisseur Charles Ferguson zeichnet in dem Film die Ereignisse nach, die in der Finanzkrise 2008 gipfelten. Das gelingt ihm durch eine Verbindung aus Handlung und Interviews mit Insidern der Finanzwelt. Diese sagen, dass die wirtschaftliche Rezession des Jahres 2008 eine Folge der katastrophalen Kollision zwischen dem unkontrolliertem Investmentbanking, zügelloser Liberalisierung und korrupten Wirtschaftsexperten war.

2011 wurde „Inside Job“ mit dem Oskar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Achtung Dokumentarfilm – kein Happy End.

 

Mein Fazit: Auf in den Kinosessel oder die Couch – diese Filme lohnen sich. Ich wünsche einen gemütlichen Film-Herbst.

 

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