Die DKB Bank – hättest Du es gewusst?

Erstaunlich, aber wahr: Die DKB ist aus der Staatsbank der DDR hervorgegangen. Die DKB Bank wurde am 19.3.1990 als erste private Bank in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gegründet. Einer der Gründungsväter war Edgar Most, zuletzt Vizepräsident der DDR-Staatsbank.

Die Geschichte

Die Staatsbank der DDR war mit Wirkung vom 01.01.1968 aus der Deutschen Notenbank hervorgegangen. Sie war die Emissionsbank, das Refinanzierungsorgan der Kreditinstitute, das Kredit- und Verrechnungszentrum der Volkswirtschaft sowie als Rechtsnachfolgerin der 1974 eingegliederten früheren Industrie- und Handelsbank der DDR die Geschäftsbank für Industrie, Bauwesen, Binnenhandel, Verkehrs-, Post- und das Fernmeldewesen. Sie war als zentrales Organ des Ministerrates der DDR für die einheitliche Leitung, Planung, Durchführung und Kontrolle der Geld- und Kreditpolitik zuständig.

Die Staatsbank hatte im einstufigen Bankensystem der DDR die Funktion einer Universalbank, die im volkswirtschaftlichen Planungs- und Leitungssystem die von der Regierung beschlossene Wirtschaftspolitik umzusetzen hatte. Privatkunden kannte sie praktisch nicht. Daneben wurden die Konten der volkseigenen Betriebe geführt. Ihnen gegenüber hatte die Staatsbank Kontrollfunktionen. Die Staatsbank gliederte sich in die Zentrale mit Sitz in Berlin, in 15 Bezirksdirektionen, 180 Kreisfilialen sowie mehr als 100 Zweig- und WechseIstellen sowie 41 Industriebankfilialen. Sie wurde geleitet durch einen Präsidenten, der zugleich Mitglied des Ministerrats der DDR war.

Direkt nach der politischen Wende im Jahr 1990 wurde die Deutsche Kreditbank als erste private Bank der damaligen DDR gegründet. Mitbegründer war Edgar Most, der letzte Vizepräsident der Staatsbank der DDR. Das Grundkapital wurde von der Staatsbank der DDR, dem Verband deutscher Konsumgenossenschaften, den Interhotels, den Volkseigenen Warenhäusern Centrum und dem VEB Synthesewerk Schwarzheide gehalten. Am 1. April 1990 nahm die Bank mit einer Eröffnungsbilanzsumme von 286,5 Milliarden Mark der DDR ihre Tätigkeit auf. Die Deutsche Kreditbank deckte von Anfang an das breite Spektrum von Geschäfts- bis Privatkunden ab. In der Schlussbilanz zum 30. Juni 1990 betrugen die Eigenmittel der Bank 11 Milliarden Mark der DDR.

Bereits vor der Wiedervereinigung wurde im März 1990 gemeinsam mit der Deutschen Bank das Tochterunternehmen Deutsche Kreditbank gegründet, die erste private Bank der DDR. Die Deutsche Bank hielt 49 % der Anteile an dem neu gegründeten Unternehmen. Die Staatsbank brachte estehende Filialen aus ihrem bestehenden Geschäft ein.

Der größte Teil des Geschäfts (insbesondere das Firmen- und Privatkundengeschäft) sowie zahlreiche Filialgebäude bzw. -standorte wurden dann mit der Währungsunion anteilig von der Dresdner Bank und der Deutschen Bank übernommen. Diese Bereiche firmierten bis Mitte 1991 unter Dresdner Bank Kreditbank AG und Deutsche Bank Kreditbank AG. Hierdurch erhielten beide Käufer Zugang zu Filialen, zum Kundenstamm und zu den Immobilien der DDR-Banken. So erwarb z. B. die Deutsche Bank Anteile der Deutschen Kreditbank samt 112 Niederlassungen für 310 Millionen Mark. Für 41 Grundstücke mit Gebäuden aus früherem Besitz der Deutschen Kreditbank zahlte eine Tochter der Dresdner Bank 87,3 Millionen DM. Eine Tochter der Deutschen Bank erwarb 74 Grundstücke für 164,4 Millionen DM (Quelle: Wikipedia).

Mit dem Staatsvertrag und dem Zusammenschluss beider deutschen Staaten wurden die Anteile der Staatsbank an der Deutschen Kreditbank an die Treuhandanstalt übertragen. Damit war die Bank mit rund 60 Milliarden Mark wichtigster Gläubiger der Treuhand-Unternehmen und wurde von der Treuhandanstalt mit der Abwicklung dieser Altkredite beauftragt. In den folgenden Jahren erwarb die Treuhandanstalt nach und nach auch die restlichen Anteile der Gründungsaktionäre, bis sie Anfang 1993 alleiniger Eigentümer der DKB Bank war.

Mit der Auflösung der Treuhandanstalt mit Ablauf des 31. Dezember 1994 ging die Deutsche Kreditbank zunächst für kurze Zeit direkt in das Vermögen des Bundesministeriums der Finanzen über und wurde kurz darauf am 31. Januar 1995 an die Bayerische Landesbank verkauft.

Die Fakten zur DKB Bank heute

Die Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft (DKB) mit Sitz in Berlin ist heute eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank. Das Geschäft der DKB beruht auf zwei Säulen: Dem als Direktbank betriebenen Privatkundengeschäft, sowie der Tätigkeit als Geschäftsbank mit Finanzierungs- und Anlagelösungen für Kommunen und Unternehmen ausgewählter Branchen.

Die Bank unterhält deutschlandweit 26 Standorte. Die Immobilientochter DKB Grund GmbH ist davon an 15 Standorten vertreten. Zum 1. Januar 2008 übernahm die Deutsche Kreditbank die bisher von der Bayerischen Landesbank in Kooperation mit der Lufthansa herausgegebene Miles & More-Kreditkarte. Alle Lufthansa Miles & More-Kreditkarten werden bei der DKB geführt.

Die 2018 gegründete hundertprozentige Tochtergesellschaft DKB Code Factory ist ein eigenes Start-up und Entwicklungszentrum mit Sitz in Berlin.

Zur Bündelung ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten gründete die DKB Bank im Oktober 2004 die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Sie fokussiert sich auf vier Bereiche: Bildung für nachhaltige Entwicklung, kulturelle Bildung und Nachwuchsförderung, Inklusion und Prävention sowie kulturelles Erbe. Die Stiftung betreibt denkmalgeschützte Anlagen wie das Schloss Liebenberg. Seit 2009 werden das Hotel Schloss & Gut Liebenberg und das Jugenddorf am Ruppiner See in Gnewikow als eigenständiges Integrationsunternehmen geführt.

Im ersten Halbjahr 2019 erzielte der Der DKB-Konzern einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 155 Mio. Euro (IFRS). Die Bilanzsumme des DKB-Konzerns ist auf 80,1 Mrd. Euro angestiegen.

Der DKB-Bank auf einen Blick (Stand 30.06.2019):

Bilanzsumme80.111 Mio. €
Zinsüberschuss479 Mio. €
Eigenkapital3.548 Mio. €
Ergebnis vor Steuern155 Mio. €
Eigenkapitalrendite (ROE)10 Prozent
Kunden4.151.000

Mein Fazit: Spannende Finanzhistorie als Teil der deutsch-deutschen Geschichte. Wer hätte gedacht, dass ich 30 Jahre nach der Wende Kunde der ehemaligen Staatsbank der DDR bin?

18 Replies to “Die DKB Bank – hättest Du es gewusst?”

  1. Ich bin vor fast 30 Jahren als unzufriedene Sparkassenkunde zur DKB gewechselt und habe es zu keinem Zeitpunkt betreut. Auch konnte ich meine Kinder damals mit einem Jugendgirokonto ganz unproblematisch an den Umgang mit Geld gewöhnen. Fair und transparent, macht weiter so.

  2. Dass wir lange schon bei DKB sind und wir eindeutsch deutsches Paar sind seit 1992,erfreut uns. Dass die Bank ein großer Sponsor des Sports ist,erfreut uns als alte Sportler um so mehr.
    Gisela und Eckart

  3. Bin seit zehn Jahren bei DKB und super zufrieden. Ich habe nur positive Erfahrungen mit dieser Bank erlebt.
    Empfehlung von DKB kriegen alle meine Freunde und Verwandte.

  4. Bin auch seit fast 10 Jahren dort Kunde und kann nichts negatives berichten.
    Die Bank gehört zu recht auf die vorderen Plätze bei Tests.
    Weiter so im Sinne des Kunden.

  5. Ich selbst bin DKB Mitarbeiter und so viele positive Rezessionen zu lesen freut mich!

    Wir stecken jeden Tag unser Herzblut in die Bank und unsere Kunden.

    Ich selbst bin ich Risikokundenrating der Lufthansa Credit Card und Porsche Credit Card.

    Die Cobranding Produkte Porsche, Hilton, BMW und Mini hat der Autor leider übersehen, diese Übernahmen waren nicht weniger spekatulät wie Lufthansa

    1. > Ich selbst bin DKB Mitarbeiter und so viele positive Rezessionen zu lesen freut mich!

      Als Banker sollte man aber den Unterschied zwischen Rezession und Rezension kennen. 😉

      Aber Scherz beiseite, ich bin ebenfalls seit ca. 15 Jahren bei der DKB und habe den Wechsel nie im Geringsten bereut.

      > Leider verliert sowohl der Internetauftritt als auch die App immer mehr den Anschluss! Selbst die Commerzbank ist da viel weiter.

      Das kann ich nicht nachvollziehen. Ja, optischen Schnickschnack sucht man dort vergeblich, die Funktion steht im Vordergrund. Es sind aber alle Funktionen vorhanden, die man braucht, die Bedienung klappt einfach und schnell, und innovative Highlights wie die unglaublich gut funktionierende Fotoüberweisung sind auch dabei.

      Meine Bank soll lieber weiterhin günstig und funktional sein statt Geld in bunten Hochglanz-Websites zu versenken.

      1. Es ehrt Sie, dass Sie sich so hinter ihren Arbeitgeber stellen! Aber Funktionalität ist nicht gleich Funktionalität! Z. B. Windows 95 hatte auch nicht so viel mehr „Funktionalität“ wie Windows 2000 und trotzdem möchte ich heute nicht mehr mit Windows 95 arbeiten. Auch mein erster Smartphone hatte nicht mehr „Funktionalität“ wie mein jetziges. Und trotzdem möchte ich es nicht zurück! Hochglanz muss nicht unversucht sein (ist aber bestimmt nicht der Kostentreiber!), aber Funktionalität kann so oder so umgesetzt werden und da halte ich andere Banken für innovativer!

  6. Ich selbst bin nun auch seit mehr als 10 Jahren bei der DKB und bin ein zufriedener Kunde.
    Vor allem ist es mir wichtig keine Konto Gebühren zu zahlen

  7. Letzte Meldungen der Bayern LB als heutiger Besitzerin der ehemaligen Universalbank der DDR:
    „Die BayernLB wird das Kapitalmarktgeschäft deutlich zurückfahren und in Zukunft verstärkt auf die Tochter DKB ….. setzen. Das machte die Landesbank am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer neuen Strategie deutlich.“
    „Wie wertvoll die DKB für die BayernLB ist, lässt sich an den Zahlen für die ersten neun Monate ablesen. In dem Zeitraum machte die Sparte rund die Hälfte des gesamten Vorsteuergewinns aus.“

    Spekulanten der Bayern LB lernen dazu: Von der DDR lernen heißt Siegen lernen.

  8. Ich fühle mich sehr wohl bei dieser Bank. Sie hat mein vollstes Vertrauen, eben weil sie aus der DDR hervorgegangen und nach der Wende Tochter der Bayrischen Landesbank wurde. Bisher hört man nichts von Spekulationen. Ich wünsche der DKB, dass sie das in der Luft liegende Bankensterben überlebt und so weiterhin ein sichere Bank und Sponsor dem Sportbereich erhalten bleiben kann!

  9. Die Bank meiner Wahl bereits seit 2009. Zuerst eher für Testzwecke gedacht und genutzt, jedoch habe ziemlich schnell die Vorteile und Prioritäten der Bank erkannt und eingesehen. Als Folge habe ich mehrere Bankkonten bei der Konkurrenz gekündigt und nun nutze ich seit Jahren ausschließlich die DKB. Auch der Support hat mich vollkommen überzeugt, sowohl von der Kompetenz wie auch der Kundenfreundlichkeit der Mitarbeiter. Davon schwärme ich bis heute und spreche mit gutem Gewissen eine Empfehlung für diese Bank aus. Unentgeltlich versteht sich,- ich denke das heißt schon was. 🙂

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