Die finanzielle Freiheit ist erreicht. Und nun? Was kostet eine Weltreise?

Kürzlich waren wir auf Rundreise in Namibia – traumhaft. Anschließend habe ich das Buch von Martin Krengel „Stoppt die Welt, ich will aussteigen!“ gelesen. Da bekommst Du echt Lust – mindestens zeitweise – auszusteigen. Nehmen wir also an, Du hast durch eine clevere Anlage ein kleines Vermögen beiseite gelegt, die finanzielle Freiheit erreicht oder Du generierst, wie es eines der Ziele dieser Seite ist, ein passives Einkommen. Dann wären doch die Voraussetzungen für eine längere Auszeit gegeben. Ich wette, nach jedem tollen Urlaub trägst Du Dich mit solchen und ähnlichen Gedanken. Doch was kostet eine Weltreise und was ist zu bedenken?

Da ich selbst nur über kürzere oder längere Normalurlaubserfahrungen verfüge, habe ich recherchiert und ein paar Quellen zusammengestellt. Quasi einen „Schnupperkurs“. Lass uns ein paar Minuten träumen….

Erfahrungswerte von Bloggern

Martin Krengel beziffert in seinem Buch die Kosten für einen Backpacker mit 30 bis 50 Euro pro Tag. Gleichzeitig schreibt er, dass er deutlich mehr ausgegeben hat. Ich denke auch, wenn man keine 20 mehr ist und schon ein bisschen Lebensstandard gewohnt ist, kommt man damit bei weitem nicht hin.

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Conny von Planet Backback sagt 14.000 € für 1 Jahr und 8.000 € für 6 Monate. Ihre Monatspauschale beträgt etwa 1000 €. Dabei geht sie, wie schon der Name der Seite sagt, von einem recht sparsamen Backpacking-Ansatz aus. Von Conny kann man eine Menge über weltweites Arbeiten und digitales Nomadentum erfahren.

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Peter von Familienzeit Weltreisen gibt Kosten für eine vierköpfige Familie und 337 Tage mit 48.000 € (12.000 € pro Person) an. Die Familie war inklusive zweier Kinder ein Jahr lang auf Reisen. Die Reiseroute führte über Russland und die Mongolei durch ganz Asien bis Australien / Neuseeland und zurück über Bali und Nepal. Hut ab, das mit zwei kleinen Kindern zu stemmen.

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Lisa von Reise Wundertüte gibt z. B. einen Monat in Neuseeland mit etwa 3.000 € an. Es wird ein preiswerter Backpacker-Ansatz gewählt. Lisas Seite beleuchtet sehr facettenreich da Thema kürzere und längere „Weltreisen“.

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Gina und Marcus von 2 on the go sind im gesetzteren Alter und geben deutlich mehr Geld für ihre Reisen aus. Die beiden beziffern ihr monatliches Budget mit etwa 3000 € pro Monat (für zwei Personen). Zugrunde liegt eine wirkliche Reise um die Welt in 356 Tagen über vier Kontinente. Die beiden geben gute Kurzzusammenfassungen der Reisekosten für Regionen oder Länder.

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Marie und Chris von Worldonabudget liegen bei etwa 38 Euro pro Tag bei einer Dauer von 278 Tagen (10.500 €). Der Reiseschwerpunkt ist Mittelamerika. Die Reisephilosophie der beiden ist sehr auf Budgetschonung ausgelegt. Man findet genaue Aufstellungen der Kosten nach Reiseländern.

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Eine sehr realistische Darstellung habe ich bei Wanderlust Baby von Alina & Steffen gefunden. Die beiden geben 28.000 € für zwei Personen und 1 Jahr an. Hier findest Du die Einschätzung der beiden. Interessant finde ich den Verweis auf Earth Index. Hier bekommt man Länder- oder Städtebezogen eine ungefähre Vorstellung der Vor-Ort-Kosten.

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Ute von Bravebird setzt für eine komfortable Variante etwa 70 € pro Tage und Person an. Den verlinkten Beitrag finde ich super zur Vorbereitung. Den Ansatz „Genuss vor zur viel Sparsamkeit“ finde ich sehr nachvollziehbar.

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Die verlinkten Seiten sind toll gemacht und informieren sehr detailliert und praxistauglich. Er sieht aus, als bestünde zwischen Weltreisen und Bloggen eine 1:1 – Beziehung.

Kreuzfahrten – die Komfortvariante

Wer über eine Weltreise nachdenkt, hat als Option natürlich auch eine Langzeit-Kreuzfahrt. Ich habe drei Beispiele zusammengestellt.

So kosten 116 Tage mit der AIDAcara in einer Meerblickkabine etwa 17.000 € pro Person. Dafür bekommt man eine Umrundung der südlichen Welthalbkugel. Die Tour startet und endet in Hamburg und führt über 5 Kontinente zu Zielen wie Rio und Buenos Aires, Sydney und Auckland. Vollpension und Getränke zu den Hauptmahlzeiten sind inkludiert.

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107 Nächte auf der Sea Princess schlagen in der Aussenkabine mit 23.000 € pro Person zu Buche. Enthalten sind Vollverpflegung und alkoholfreie Getränke. Die Route führt um die gesamte Welt und startet und endet in Sydney / Australien.

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Im Jahr 2019 bietet MSC mit der MSC Magnifica eine 119 Tage lange Weltreise, die 7 Kontinente und 49 Stationen umfasst an. Die Route führt über Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, St. Maarten, Virgin Islands (U.S.), Puerto Rico, Curacao, Aruba, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Guatemala, Mexiko, USA, Hawaii, Tahiti, Französisch Polynesien, Amerikanisch Samoa, Samoa, Tonga, Fidschi-Inseln, Neuseeland, Australien, Singapore, Malaysia, Thailand, Sri Lanka, Maldiven, Vereinigten Arabischen Emirate, Oman, Jordanien, Ägypten, Griechenland, Italien Eine Balkonkabine kostet pro Person 20.000 €. Enthalten sind Vollverpflegung, Getränke zu den Mahlzeiten und einige Ausflüge.

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Der Vorteil der Kreuzfahrten ist, dass Du Dein Zimmer immer dabei hast und natürlich komfortabel reist. Was man mögen muss, ist die enge auf dem Schiff und vor allem die vielen Menschen.

Round-the-world-Ticket

Ein Around the World Ticket ist – wie der Name vermuten lässt – ein Flugticket, mit dem die ganze Welt einmal umrundet werden kann. Das Konzept ist genial, allerdings sind einige Einschränkungen und Regeln zu beachten:

  • enthaltene Meilen oder Zonen
  • Anzahl der Stopps
  • nutzbares Streckennetz (abhängig von teilnehmenden Fluggesellschaften)
  • Umbuchung von Route oder Terminen
  • Gültigkeit 365 Tage

Unabhängig von Werbepreisen mußt Du nach meinen Recherchen für 25.000 bis 40.000 Flugmeilen mit etwa 3.0000 € rechnen

Vereinbarkeit von Arbeit und Weltreise

Bist Du in einem Unternehmen angestellt, gestaltet sich die Planung und Durchführung einer Weltreise recht schwierig. Selbst wenn Du Deine „Weltreise“ auf wenige Wochen beschränkst, erlauben viele Arbeitgeber es nicht, den gesamten Jahresurlaub auf einen Schlag zu nehmen. Hier kannst Du nur das Gespräch mit Deinem Chef suchen und erfragen Sie, ob eine Sondervereinbarung machbar ist oder Du Überstunden auf den Urlaub anrechnen lassen kannst. Das ist aber eher die konservative Variante.

Einige Arbeitgeber erlauben auch die Inanspruchnahme von unbezahltem Urlaub, welcher mehrere Monate dauern kann. Im öffentlichen Dienst oder in großen Unternehmen ist ein sogenanntes „Sabbatjahr“ eine komfortable Option.

Sind solche Sondervereinbarungen nicht machbar, ist die Minimum-Variante ein ruhendes Arbeitsverhältnis. Da musst Du aber in Kauf nehmen, dass die gesetzlichen Versicherungen, also Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, auf Deine Kappe gehen. Du musst nicht nur Deinen Anteil tragen, sondern bekommst keinen Arbeitgeberanteil. Diese Beiträge sind in diesem Fall noch auf die Reisekosten draufzurechnen.

Laufende Kosten Zuhause

Nicht jeder löst für eine Weltreise gleich alles auf: Mit hoher Wahrscheinlichkeit behält man seine Wohnung, diverse Versicherungen, ggf. sein Auto mit Nebenkosten und den Handyvertrag. Darüber solltest Du Dir frühzeitig Gedanken machen (wer kümmert sich um Haus oder Wohnung?) bzw. die Kosten in die Budgetplanung aufnehmen.

Kosten vor der Abreise

Dazu gibt es jede Menge Checklisten auf den verlinkten Seiten. Daher nur kurz ein paar wesentliche Punkte.

  • Reise-Ausrüstung: Effiziente Tasche oder Rucksack (BoGi Bag), speziellere Kleidung, Wanderschuhe (lieber etwas mehr Geld für Top-Qualität einplanen)
  • Reiseführer & Karten: Bücher, Magazine, Landkarten usw.
  • Impfungen, Medikamente: Man sollt vorab umfangreich geimpft sein, um möglichst gut gesichert zu sein. Medikamente gegen Durchfall, Schmerztabletten, Malaria-Prophylaxe sollten in sinnvollen Umfang mitgeführt werden.
  • Visa, Reisepass: Für viele Länder muss man extra Visagebühren bei der Ein- oder Ausreise oder für das Beantragen des Visums bezahlen. Die Kosten können bei einer Weltreise schon mal in die hunderte Euro gehen. Der Reisepass muss außerhalb Europas noch mindestens 6 Monate gültig sein. Wichtig: Kopien der Reisedokumente am besten in einem Cloudspeicher sichern.
  • Versicherungen: Auslandsreise-Krankenversicherung, Reiserücktritt oder -abbruch, sofern sinnvoll.
  • Eintritt für Museen, Veranstaltungen, Parks usw.
  • Kreditkarten, Reise-Schecks
  • lokale SIM-Karten für Telefon und Internet

M. E. sind in die Ausrüstung und Vorbereitung vierstelliger Betrag zu investieren. Eine sehr systematische Anleitung findest Du auch auf der Seite WeltreiseInfo.

 

Mein Fazit: Jetzt weißt Du, was Deine Weltreise kostet. Nun liegt es nur noch an Dir  😀 Gute Fahrt und tolle Erlebnisse!


Die beste Entscheidung unseres Lebens Book Cover Die beste Entscheidung unseres Lebens
Philipp Rusch, Friederike Achilles,
October 8, 2015

DIE BESTE ENTSCHEIDUNG UNSERES LEBENS

Raus aus der Komfortzone und rein in die Welt! Kurz entschlossen macht sich ein junges Pärchen auf den Weg, die Welt zu entdecken. Mit kleinem Budget geht es auf große Tour um den Erdball. Von Kuba aus durchqueren sie Mittel- und Südamerika, feiern den mexikanischen Karneval, verirren sich im kolumbianischen Dschungel und folgen den Spuren der Silbergräber Boliviens. Auch auf Hawaii, in Thailand und Indien machen sie Zwischenstopps und erleben zahlreiche skurrile und auch nachdenklich stimmende Geschichten.

5 Replies to “Die finanzielle Freiheit ist erreicht. Und nun? Was kostet eine Weltreise?”

  1. Hallo Anleger,

    dein Blogtitel suggeriert, dass du die finanzielle Freiheit erreicht hast. Ist das so? Machst du dir deswegen Gedanken über eine Weltreise?

    Durch Zufall bin ich auf deine Seite gestoßen und war von Anfang an positiv überrascht.
    Hast du eine „Über dich“-Seite?

    Viele Grüße
    Markus

    1. Hallo Markus,
      danke für Deinen postiven Kommentar. Infos über mich findet man unter Über den Autor.
      Leider habe ich die finanzielle Freiheit noch nicht erreicht. Ich arbeite jedoch daran, mit dem Ziel in spätestens 10 Jahren jederzeit mit der aktiven Einkommenserzielung aufhören zu können.
      Die Lust auf eine Weltreise oder eine Auswanderung entsteht bei mir nach jeder schönen, aber viel zu kurzen, Fernreise und der Rückkehr in den Alltag. Dagegen stehen dann bei Martin Krengel vier Wochen auf den Fidschis.
      Kurz und gut – ich arbeite an beidem: Finanzielle Freiheit und Weltreisen.

      Der Anleger

  2. Danke für die interessante Zusammenstellung, auch wenn Kreuzfahrten und Round-the-world-Flugtickets nichts für mich wären. Ich würde lieber mehrere längere und kürzere Reisen unternehmen und dabei eher langsam reisen.

    Ich habe mal ein Pärchen aus den USA getroffen, die über ein halbes Jahr auf Europareise waren. Sie haben mehrmals während der Zeit für 1-2 Wochen als Erntehelfer verbracht. Zum Beispiel auf einem Landgut in Südfrankreich Melonen oder Wein ernten, (einfache) Unterkunft und Verpflegung wurde gestellt, dafür aber kein Gehalt gezahlt (hätten sie als EU-Ausländer auch nicht einfach so bekommen können).
    Ich fragte sie nach dem Warum. „Wenn man monatelang reist, prasseln so viele Eindrücke und Erlebnisse auf einen ein. Schon eine Woche später weiß man manchmal nicht mehr ob das tolle Kunstmuseum oder der super leckere Cappucchino in Mailand oder Barcelona war – oder doch in Rom? Das Landleben als Farmhelfer ist da eine willkommene Unterbrechung, schlicht und abseits der Touristenmetropolen. Ein netter Nebeneffekt ist, dass man während der Zeit quasi keine Ausgaben hat da ja Essen und Unterkunft bezahlt sind.“ (Wen das interessiert, einfach mal nach WWOOFing suchen im Internet).

    Während meiner Reisen waren die Momente oder Tage mit Einheimischen die für mich wertvollsten, ich erinnere mich auch später gerne daran zurück obwohl das objektiv gesehen mit den Sightseeing-Highlights nicht mithalten kann. Eine nette Unterhaltung, ein gemeinsamer Bummel über den Markt, ein Abend in der Kneipe nebenan oder bei Freunden – das alles ist nicht spektakulär und in keinem Kreuzfahrt-Programm enthalten. Und doch mag ich das weil ich da ein wenig in die Welt der Leute vor Ort eintauchen kann.

    1. Hallo Julia,
      danke für Deinen netten Kommentar und vor allem den Hinweis auf WWOOFing. Hatte ich nicht auf dem Schirm (zumindest nicht ausserhalb von Work and Travel). Anbei der Link für alle Interessieren: WWOOFing

      Der Anleger

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