Die Kuka Aktie – eine Medaille mit mindestens zwei Seiten

Kuka beackert ein sehr interessantes Geschäftsfeld, nämlich die Robotisierung der Industrie. Insbesondere in Zeiten von Industrie 4.0 ein stark wachsender Markt. Also ein tolles Investment? Dazu ein klares Ja, aber.

Das Unternehmen

Das Augsburger Unternehmen gehört seit 2017 mehrheitlich zum chinesischen Midea-Konzern. Der Großaktionär hält fast 95 Prozent der Anteile. Kuka hatte im vergangenen Geschäftsjahr 127 Millionen Euro verdient. Die eigene Gewinnprognose wurde nicht erreicht: Hatte Kuka noch im vergangenen Herbst eine Ebit-Marge von 5,5 Prozent in Aussicht gestellt, reichte es tatsächlich bereinigt nur zu 4,3 Prozent. Der Umsatz legte unterdessen um 18 Prozent zu. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 88,2 (Vorjahr: 86,2) Millionen Euro.

Der Hightech-Anbieter hat für 2018 ein Umsatzziel von über 3,5 Milliarden Euro ausgegeben. Im ersten Halbjahr sank der Wert der Neuaufträge um 5,8 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro, der Umsatz um 11 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro und der Nettogewinn um 16 Prozent auf 50 Millionen Euro. Der Gewinn soll im zweiten Halbjahr anziehen und zum Jahresende bei etwa 196 Mio. Euro liegen. Allerdings hat Kuka auch die Investitionen mehr als verdreifacht: von 40 auf fast 128 Millionen Euro. Der Vorstand prognostiziert, dass die Investitionen sich in den nächsten Jahren in Form höherer Umsätze auszahlen.

Aktuell liegt der Aktienkurs bei etwa 90 Euro, die Dividende soll 0,50 Euro betragen. Das KGV liegt bei ambitionierten 25.

Spekulation über ein Delisting

Die Aktie des Roboterherstellers Kuka wurde zuletzt zunehmend zum Spielball von Spekulanten. Seitdem das Unternehmen von der chinesischen Midea übernommen wurde, sind der Streubesitz und damit auch die Anzahl der handelbaren Aktien deutlich gesunken. Aufgrund von Gerüchten über einen Börsenrückzug ging der Aktienkurs von KUKA ab wie Schmidts Katze und ist auf ein Allzeithoch von 257,80 Euro geschossen. Das entsprach einem Börsenwert von gut 10,25 Mrd. Euro. Midea hatte seinen Anteil zu 115 Euro erworben – was einer Bewertung von 4,57 Mrd. Euro entspricht. Zur Einordnung: Dem steht zurzeit eine Marktkapitalisierung von 3,60 Mrd. Euro entgegen.Offiziell befinden sich noch knapp 2,2 Millionen Kuka-Aktien im Umlauf. Bisher beteuert Midea die restlichen 5 Prozent der Anteile nicht erwerben zu wollen.

Ich finde die Spekulationen nicht abwegig. Warum sollte Midea nicht versuchen die anderen Anteilseigner loszuwerden? Wer darauf setzt, könnte einen schönen Kursaufschlag als Abfindung kassieren.

Der Ausblick für Kuka

Kuka ist einem tollen Marktsegment unterwegs, dass Wachstum verspricht. Allerdings unterstellt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 25 bereits eine hohe Bewertung. Die Dividendenrendite liegt unter einem Prozent. Operativ scheint einigen Kunden die Beherrschung durch Chinesen nicht zu schmecken. Schließlich bekommt Kuka Zugang zum Kern der Produktionsdaten von Fertigungsunternehmen. Offensichtlich kauft der oder andere dann lieber bei der Konkurrenz, z. B. bei der japanischen Fanuc. Auf der anderen Seite bestehen für Kuka natürlich riesige Chancen als Ausrüster der chinesischen Industrie.

 

Mein Fazit: Rein von den Kennzahlen und vom Ausblick würde ich die Kuka-Aktie nicht überschwänglich bewerten. Wer allerdings auf das nicht unwahrscheinliche Delisting setzt, könnte einen Spekulationsgewinn einfahren.

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