Die Phillips-Kurve und die Inflation

Gerade in der aktuelle Situation der großen Volkswirtschaften wird immer wieder die Phillips-Kurve erwähnt. Daher möchte als wirtschaftliches Basiswissen die Phillips-Kurve kurz vorstellen.

Phillips-Kurve

Der neuseeländisch-britische Wirtschaftswissenschaftler Alban William Phillips beobachtete für die Jahre 1861 bis 1957 einen stabilen, nicht linearen Zusammenhang zwischen der Zuwachsrate der Nominallöhne und der Arbeitslosenquote. Die US-Ökonomen Solow und Samuelson erweiterten das Modell dahingehend, dass sie die Arbeitslosenquote auf die Preisniveauänderungen bezogen und gaben dem Ansatz den Namen „Phillips-Kurve“. Dabei war eine steigende Inflation mit einer sinkenden Arbeitslosenquote verbunden und umgekehrt. Es schien also theoretisch möglich, die Arbeitslosigkeit geldpolitisch zu beeinflussen. Also beispielsweise durch expansive Geldpolitik höhere Inflation und damit eine niedrigere Arbeitslosenquote hervorzurufen.

Der berühmte US-Ökonom Milton Friedman bestätigte diesen Zusammenhang gleichfalls, hielt ihn aber nur für kurzfristig und nicht nachhaltig, weil auch strukturelle Faktoren auf die langfristige Entwicklung der Arbeitslosigkeit Einfluss hätten.

Moderne Modelle der Kurve berücksichtigen zusätzlich die Erwartungen der Marktteilnehmer im Bezug auf die Inflation und führen zur sogenannten um Erwartungen erweiterte (akzelerierende) Phillips-Kurve.

Zusammenhang zwischen Lohnentwicklung und Geldpolitik

Machen wir es etwas anfassbarer. Im aktuell hervorragenden wirtschaftlichen Umfeld benötigen die Firmen immer länger um freie Stellen zu besetzen. Dadurch nimmt die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmerseite in Lohnverhandlungen immer mehr zu. In der Folge steigen die Löhne in der Breite. Durch höhere Löhne steigt die Kaufkraft der Konsumenten, wodurch vermutlich das Preisniveau anziehen wird. Steigender Lohndruck wird also Inflation hervorbringen, wodurch die Zentralbanken in einer restriktive Geldpolitik (steigende Zinsen, Geldmengenbegrenzung) umschwenken werden.

Phillips-Kurve und aktuelle Situation

M. E. sind die Vorhersagen laut Phillips-Kurve zu beobachten. In Deutschland bewegen wir uns in Richtung Vollbeschäftigung. Dies führt z. B. zu einer Forderung der IG Metall von 6,5 Prozent Lohnsteigerung. Auch wenn diese Forderung natürlich nicht zum Tragen kommt, ist mit hohen Tarifabschlüssen zu rechnen. Das steigen der Teuerung ist in vielen Bereichen schon spürbar, u. a. für Bau- und Handwerkerleistungen. Auch in den USA ist ein Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um drei Prozent im Jahresvergleich ermittelt worden.

Mein Fazit: Die Erkenntnisse gemäß Phillips-Kurve tragen in der Praxis. Für Dich heißt das, dass Du Deine Anlagen zeitnah inflationssicher optimieren oder sortieren solltest.

Geld schick ausgeben, wider der Inflation.

One Reply to “Die Phillips-Kurve und die Inflation”

  1. „Steigender Lohndruck wird also Inflation hervorbringen….“

    Wann wird endlich mal verstanden, dass „Inflation“ die Ausweitung der Geldmenge bedeutet? Die Folge ist der Kaufkraftverlust der einzelnen Geldeinheit. Als Konzequenz führt das zu Preissteigerungen von Waren, Gütern und Dienstleistungen. „Inflation“ sollte also nicht (wie es ständig gemacht wird) mit „Preissteigerung“ oder „Teuerungsrate“ verwechselt werden.

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