Finanzielle Freiheit und dann?

In die diversen Blogs, Zeitungen und Zeitschriften wird immer wieder gern auf die finanzielle Freiheit oder finanzielle Unabhängigkeit abgehoben. Das ganze Internet ist voll mit dem Ziel der passiven Einkommenserzielung nach Jahren der Berufstätigkeit. Was man an Kapital bei Seite legen muss, hatte ich im Beitrag „Wieviel Kapital ist eigentlich nötig“ beleuchtet. Doch was tut man eigentlich, wenn mit Mitte 40 der notwendige Finanzstatus erreicht ist, man nicht mehr arbeiten muss und endlich über maximale Freizeit verfügt?

Mein perfekter Tag

Ich denke, dass, wenn man sich genügend ausgeruht hat, ein morgendliches Aufstehen gehen 9 Uhr angemessen ist. Danach folgt ein gemütliches Frühstück mit ausgedehnten Studium der Tageszeitung und der Internetnachrichten. Danach eine Check der passiven Einkommensquellen. Gegen 12 Uhr startet dann meine Joggingrunde. Nachdem Duschen geht mit einem schönen Buch auf die Terrasse. Nach einem gemütlichen Schläfchen geht’s Abends mit Frau und Freunden in die Kneipe, wo der Tag gegen Mitternacht ausklingt. Bei guter Tagesform könnte man noch den nächsten Sonnenaufgang am See beobachten. Ein Traum?

Finanzielle Freiheit und nun?

In der Realität denke ich, dass ein solches Leben im ersten halben Jahr extrem nett wäre. Aber irgendwann hat man alles „Was man schon immer tun wollte!“ getan und alle Ausflüge und Reisen gemacht.

Ich denke dann wird es langsam öde. Was gibt dem Tag den Rhythmus? Was ist mit sozialen Kontakten am Tag und nicht nur Abends in der Kneipe? Was gibt mir Antrieb und Richtung? Warum soll ich jeden Tag aufstehen?

Handlungsoptionen in der finanziellen Freiheit

Gemeinnützige Arbeit

Eine sehr schöne Option. Leute Treffen und etwas Gutes tun. Ich könnte mir zum Beispiel gut eine Arbeit mit Jugendlichen vorstellen, wenn man selbst noch noch relativ jung ist. Vielleicht kann man sich auch für seine Heimatstadt engagieren. Im besten Fall erhält noch eine kleine Aufwandsentschädigung zur Aufbesserung seines passiven Einkommens.

Kleine Selbständigkeit

Eine andere Alternative ist eine „kleine Selbständigkeit“. Ein kleines Lädchen, eine Reinigung, eine Buchhandlung, ein Café, ein Kiosk etc. mit überschaubaren Öffnungszeiten. Diese Verpflichtung bringt ebenfalls Struktur und Kontakt zu Menschen. Allerdings muss man dringend drauf achten, seine finanzielle Freiheit nicht zu gefährden. Sprich, die finanziellen Risiken müssen überschaubar oder gar nicht nicht vorhanden sein.

Weiterbildung

Eine schöne Sache ist es auch, sich mit Dingen zu beschäftigen, die man schon immer lernen wollte. Wie wäre es Gitarre spielen zu lernen, eine zusätzliche Sprache zu sprechen oder an der örtlichen Hochschule einen Aufbaustudiengang zu belegen. Diesen Option im Rahmen der finanziellen Freiheit zu leben, finde ich sehr verlockend.

Teilzeit

Mein persönlichen Favorit. Etwa zwei Tage pro Woche noch einer Tätigkeit nachgehen. Dabei tut man etwas produktives, hat soziale Kontakte und bringt Rhythmus und Struktur in sein Leben. Da man dieser Arbeit nur noch „fakultativ“ nachgeht sollten sich auch Druck und Stress in Grenzen halten – man muss ja nicht. Auch bei dieser Option würde man sein passives Einkommen durch ein kleines Gehalt aufbessern.

Herausfordernde Ziele

Wolltest Du schon immer einen Marathon laufen, den Kilimandscharo besteigen oder den Jakobsweg gehen. Ich könnte mir gut vorstellen sich in jedem Jahr eine große Herausforderung vorzunehmen und auf diese hinzuarbeiten. Aktuell fehlt mir zum Beispiel die Zeit für ein ausreichendes Marathontraining. Das würde ich gern angehen. Die Option der „herausfordernden Ziele“ muss natürlich mit dem finanziellen Möglichkeiten der persönlichen finanziellen Freiheit im Einklang stehen, da ggf. zu viel Kapital verzehrt wird.

 

Mein Fazit: Ich denke, dass „nichts tun“ nach dem Erreichen der persönlichen finanziellen Freiheit für die wenigsten Menschen eine ernsthafte Option ist. Daher sollte man sich frühzeitig systematische Gedanken machen, was man mit seiner Zeit anfangen und welche Ziele man verwirklichen will. Weitere Anregungen nehme ich gern auf.


Der reichste Mann von Babylon Book Cover Der reichste Mann von Babylon
George Samuel Clason
Self-Help
July 7, 2015
210

George S. Clason veroffentlichte sie Der reichste Mann von Babylon und verpackte darin seine personlichen Einsichten zum Thema Geld. Die sind nach wie vor aktuell. Wie man zu Geld kommt, es vermehrt und behalt. Das klassisch-unterhaltsame Buch uber den gekonnten Umgang mit Geld."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.