Fondssparen – konservativ und altbacken oder modern und sinnvoll?

Fondssparen klingt attraktiv wie Hemden bügeln oder sexy wie Geschirrspüler ausräumen. Man sieht automatisch einen Opa mit Hut oder einen Beamten aus den mittleren Dienst vor sich. Zudem ist ein Fondssparplan eine Art Abo und damit imagemäßig nicht übermäßig positiv belegt. Doch ist Fondssparen etwas für Langweiler und Gestrige oder macht es auch im 21. Jahrhundert noch Sinn?

Vorteile

Mit Sparplänen legst Du zwangsweise regelmäßig Geld zurück. Sparpläne auf Aktienfonds bieten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren besonders gute Renditeaussichten. Sie eignen sich sehr gut als zentraler Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie sind damit flexibel. Spardauer und -betrag sowie die Zahlungsintervalle kannst Du frei anpassen.
Ich empfehle Sparpläne auf börsengehandelte Aktien-Indexfonds (ETFs). Da wirds auch etwas sportlicher. Sie sind bequem, preisgünstig und transparent.
Zu Risikominderung eignen sich Indexfonds-Sparpläne auf den Weltaktienindex MSCI World. Alternativ kommen breit gestreute europäische Indizes infrage. Privatanleger haben beim Fondssparplan die vollständige Kontrolle über das Investment, anders als zum Beispiel bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung oder fondsgebundene Rentenversicherung, hier entscheidet das Versicherungsunternehmen darüber, in welche Fonds investiert wird
ein Fondssparplan kann zu jedem Zeitpunkt beendet, pausiert und wiederaufgenommen werden. Kurzfristige Aktienanlagen haben ein durchaus hohes Risiko, bei sehr langfristigen Investments in Aktien, wie bei einem Fondssparplan, reduziert sich das Risiko

Voraussetzungen

Für einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds benötigst Du ein Wertpapierdepot.
Viele Onlinebanken verlangen nichts für die Depotführung. Willst Du mit ETFs ansparen, sollte auch der monatliche Ankauf der Fondsanteile möglichst günstig sein.

Nachteile

Bei der Geldanlage besteht immer ein Kursrisiko sowie ggf. auch ein Währungsrisiko, der Wert der Fondsanteile schwankt analog zu den darin abgebildeten Aktien und Indizes. Unerfahrene Anleger stehen diesem Kursrisiko unter Umständen ratlos gegenüber und reagieren selbst auf kurzzeitige und vorübergehende Wertverluste mit einem vorschnellen Verkauf. Auch die einmal ausgewählten Fonds müssen Fondssparplan-Inhaber im Blick haben, denn in Management und Strategie der Fonds kann es zu Veränderungen kommen. Trotzdem hält sich der Aufwand in Grenzen. Jedoch ganz ohne Erfahrung mit dem Aktienhandel und den Börsen kann man als Anleger keine sinnvolle Auswahl von Fonds treffen. Dafür gibt es zum Glück Finanzblogs (siehe –> ETF Favoriten).

Cost-Average-Effekt

Als Argument von Fondsverkäufern wird oft der „Cost-Average-Effekt“. Die Idee dahinter ist, dass bei einem hohen Preis der Fondsanteile weniger Anteile gekauft werden und bei niedrigen Kursen mehr. Grundsätzlich ist das absolut richtig. Leider nimmt der Effekt bei einem langen Sparplan ab.

Im Verlauf des Ansparens sammelt sich immer mehr Kapital an, das vollständig den Schwankungen der Anteilspreise unterliegt, und da die einzelne Rate einen immer kleiner werdenden Bruchteil dieses Kapitals ausmacht, nimmt der Durchschnittskosteneffekt mit zunehmender Laufzeit eines Sparplans immer weiter ab. Das heißt, das angesparte Vermögen verhält sich jetzt so, als hätte man einmalig eine hohe Summe Geld angelegt und Kursschwankungen wirken sich überproportional auf die Rendite aus – sowohl nach oben wie auch nach unten.

Fondssparpläne vs. ETF-Sparpläne

Ein Fondsparplan und ein Sparplan mit ETFs (Exchange-traded fund, börsengehandelter Fonds) haben viel gemeinsam. Sie sind Investments, die gute Renditen versprechen, allerdings nur bei langfristigem Anlagehorizont. Es kann bereits mit sehr wenig freiem Kapital pro Monat sinnvoll in Aktien, Fonds und Indizes investiert werden. Es gibt allerdings auch einige wichtige Unterschiede:

Klassische Fondssparpläne (siehe z. B. → https://www.haspa.de/fondssparen/) sind flexibler, erfordern dafür aber im Gegenzug mehr Engagement beim Anleger. Es müssen zum Beispiel regelmäßig Anpassungen in der Fonds-Zusammensetzung vorgenommen, falls sich bei der Strategie oder in der Verwaltung eines Fonds etwas verändert. Hinzu kommen die Ausgabeaufschläge bei Fonds von 2 bis 5 Prozent.

ETF-Sparpläne sind pflegeleicht, denn hierbei handelt es um nicht aktiv gemanagte Fonds, sondern in aller Regel um börsengehandelte Indexfonds. Diese bilden einen Aktienindex Eins-zu-Eins nach, deswegen muss nicht aktiv gemanagt, sondern nur passiv verwaltet werden. In Bezug auf die Kosten und das Risiko sind ETF-Sparpläne also besser als Fondssparpläne und mein eindeutiger Favorit.

Mein Fazit: Fondssparpläne erscheinen erzkonservativ, langweilig und unmodern. Der Effekt ist aber durchaus positiv. Man ist gezwungen regelmäßig zu sparen, nimmt den Cost-Avarage-Effekt mit und die Kosten sind, mindestens bei ETF-Sparplänen, angemessen. Daher gilt: Besser langweilig und wohlhabend, als arm und innovativ!

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