Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Unsichere Zeiten – Gehört Gold in mein Portfolio?

Je unruhiger es an den Börsen zugeht, umso größer wird immer wieder die Sehnsucht der Anleger nach der ältesten Währung der Welt.

Aus einer aktuellen Analyse der Nachrichtenagentur Reuters geht hervor, dass in dem Monat nach der Amtseinführung eines US-Präsidenten der marktbreite US-Aktienindex S&P 500 in den vergangenen 88 Jahren im Durchschnitt 2,7 Prozent verloren hat. Selbst unter den populären Präsidenten Ronald Reagan und Barack Obama, die am Ende ihrer Amtszeiten Kurszuwächse von 120 und 165 Prozent vorweisen konnten, seien die Wall-Street-Kurse demzufolge in den ersten Wochen um 4,8 und 15 Prozent eingebrochen.

Sollten die Aktienmärkte durch die radikale und unberechenbare Politik vom neuen US-Präsidenten Trump fallen und in Bedrängnis kommen, könnte dies den Goldpreis wieder steigen lassen. Denn die Vergangenheit zeigt: Je größer die Lücke zwischen Wahlversprechen und Realität, desto besser für Gold. Sollte der US-Präsident also enttäuschen, könnte Gold an Glanz gewinnen. Also nichts wie ab in die Goldanlage?

Wie kann man in Gold anlegen?

Gold-ETCs

ETCs (Exchange Traded Commodities, übersetzt: börsengehandelte Rohstoffe) sind Schuldverschreibungen und sollen dazu dienen, die Wertentwicklung von Rohstoffen wie Gold möglichst exakt nachzuvollziehen.

Goldaktien und Gold-Aktienfonds

Wer in stark nachgefragte Rohstoffe investieren will, muss nicht unbedingt physisches Gold kaufen. Er kann stattdessen auch Aktien von Unternehmen kaufen, die von einem steigenden Goldkurs profitieren. Ebenso kann er in entsprechende Aktienfonds investieren.

Gold-Zertifikate

Zertifikate sind im Grunde Wetten auf die Entwicklung eines Wertes, in diesem Fall den Wert von Gold. Zertifikate sind daher typische Spekulationsobjekte und bergen verschiedene Risiken.

Jede Menge aber!

Gold zu kaufen, ist teuer

Beim Kauf (und späteren Verkauf) anfallende Aufschläge und Gebühren kann die Geldanlage in Gold zu einer teuren Angelegenheit machen. Anleger sollten etwa berücksichtigen, dass Händler in aller Regel geringere An- als Verkaufspreise festsetzen. Das bedeutet, ein Kunde der beispielsweise einen Goldbarren kauft und diesen sofort wieder verkauft, wird einen Verlust machen, da ihm nur der geringere Ankaufspreis gezahlt wird. Gerade bei kleinen Mengen (1 bis 5 Gramm) sind die anfallenden Aufschläge besonders hoch. Fünf 20-Gramm-Barren kosten also zusammen mehr als ein 100-Gramm-Barren.

Gold aufzubewahren, ist teuer

Das teure Edelmetall zu Hause im Wäscheschrank zu lagern, bedeutet ein hohes Risiko und sollte gut überlegt sein. Stattdessen können Anleger das Gold in einem Schließfach bei der Bank deponieren. Kostenlos ist das aber nicht zu haben. Außerdem muss geklärt sein, bis zu welcher Summe der Inhalt des Schließfachs versichert ist. Im Falle eines Falles reicht diese Deckung vielleicht nicht aus, eine zusätzliche Schließfachversicherung wird nötig. Auch das sind laufende Kosten, die Du tragen musst.

Gold birgt ein Währungsrisiko

Das Metall wird in US-Dollar gehandelt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass Du beim Verkauf Deines Goldes zunächst Dollar erhältst und diese dann in Euro umtauschen musst. Daher wirken Währungsschwankungen sich auf den Gegenwert in Euro aus. Das bedeutet: Wird der Dollar abgewertet, ergeben sich beim Wiederverkauf von Gold Nachteile für den Privatanleger, weil er weniger Euro für den Dollar bekommt. In diesem Fall können unter Umständen Verluste auftreten, obwohl der Goldkurs in Dollar gestiegen ist. Die positive Seite der Medaille: Falls der Dollar aufgewertet wird, profitierst Du.

Gold bringt weder Zinsen noch Dividenden

Der Knackpunkt. Gold an sich ist null produktiv: Es erarbeitet keine Gewinne wie die Unternehmen, in die Aktionäre investieren. Und es zahlt keine Zinsen wie die Banken und Staaten, denen die Käufer von Anleihen oder Besitzer von Festgeldkonten und Sparbriefen ihr Geld leihen. Gewinne erzielst Du nur, wenn der Goldkurs steigt. Der Kursgewinn muss zudem die anfallenden Kosten – zum Beispiel für ein Bankschließfach, eventuell anfallende Gebühren bei Kauf und Verkauf, gegebenenfalls entstehende Versandkosten, die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis – übersteigen, bevor man einen Gewinn macht.

Der Goldkurs kann stark schwanken

Anleger müssen also hoffen, dass die Nachfrage nach Gold in der Zukunft steigt. Sollte sie nämlich fallen, dann fällt auch der Kurs. In der Vergangenheit waren starke Kursschwankungen keine Ausnahmen, sondern die Regel: Zwischen 1987 und 1999 halbierte sich der Goldkurs. Und auch innerhalb des Jahres 2008 sank der Kurs um rund 30 Prozent von 1.000 auf 705 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Infolge der Finanzkrise hat der Goldkurs seit 2009 dagegen stark zugelegt und liegt aktuell bei etwa 1.250 US-Dollar. Es kam aber auch schon vor, dass Anleger 25 Jahre warten mussten, um ihren Einstiegskurs wieder zu erreichen. Ist das eine sichere Geldanlage?

 

Mein Fazit: Die Goldanlage wirft keine Zinsen und Dividenden ab, verursacht vergleichsweise hoher Kosten und ist durchaus mit Risiken versehen. Gold ist auch in unsicheren Zeiten kein Favorit für meine persönliche Geldanlage!

 

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