Dein Stündlein hat geschlagen! Geldanlage in Luxusuhren als Alternative im Anlagenotstand?

Nach meiner Ansicht mehren sich die Zeichen, dass wir uns auf eine Aktien- und Immobilienblase zubewegen. Daher sollten man beides nur noch in absoluten Nischen kaufen und die Anlage kritisch hinterfragen. Andererseits ist jede Menge Geld vorhanden. Wohin damit? Ich beobachte immer mehr, dass sich Menschen in meinem Umfeld Luxusgüter gönnen. Eins der beliebten Anschaffungen sind – meist bei Männern – hochwertige Luxusuhren. Daher halte ich Aktien von Uhrenherstellern im Hochpreissegment für eine interessante Anlage unter den aktuellen Rahmenbedingungen. Die schlechte Nachricht: Ich konnte keinen passenden ETF finden. Daher schauen wir uns ein paar Einzel-Aktien an.

Swatch

Mit einer Mischung von günstigen Uhren (Swatch) und teuren Uhren (Omega, Longines, Blancpain) ist der Konzern aus dem schweizerischen Biel gut aufgestellt. Der Swatch-Konzern (WKN 865126) wächst seit Jahren beständig. Selbst die Franken-Aufwertung zum Euro hat den Konzern nicht aus der Bahn geworfen. Einige der 20 Marken aus der Swatch-Welt konnten ihre Preise in einzelnen Märkten um fünf bis sieben Prozent erhöhen. Im US-Raum profitierte Swatch zudem vom starken Dollar.

Smart-Watch von Swatch

Touch Zero One SUVB101B

Swatch ist keine Uhrenmanufaktur, sondern eher als Produktionsunternehmen einzuschätzen. Die Swatch Group fertigt nahezu sämtliche Bauteile, die von ihren zwanzig Uhrenmarken benötigt werden, und Unternehmen der Swatch Group beliefern zudem auch Dritthersteller von Uhren in der Schweiz und der ganzen Welt mit Uhrwerken und Komponenten. Unter dem Namen „Touch Zero One“ stieg Swatch auch ins Smartwatch-Geschäft ein. Mit den Touch Zero-Uhren will man u. a. Apple Paroli bieten. Mit den Smart-Watches können die Uhrenträger ihre körperliche Fitness überwachen und auch einkaufen.

Die Swatch Group Aktie konnte den fast drei Jahre andauernden Abwärtstrend nun endlich verlassen und seit Jahresbeginn 2017 entwickelte sich der Kurs für die Anleger sehr erfreulich. Das Geschäftsjahr 2016 war nicht einfach für den Swatch Konzern, trotzdem erwartet der Konzern steigende Umsätze für 2017. Der Gewinn hat sich im vergangenen Jahr mehr als halbiert und betrug nur noch umgerechnet 555 Mio. Euro. Neben den Gewinnrückgängen ging es auch beim Nettoumsatz um mehr als 10 % bergab. Aus Privatanleger-Sicht ist die Aktie sehr hoch bewertet. Swatch verkündete kürzlich eine Dividendenkürzung für das Jahr 2017. Positiv ist zu bewerten, dass Swatch über eine hohe Eigenkaiptalquote und jede Menge Liquidität verfügt, so dass Zukäufe jederzeit möglich wären.

MeisterSinger Perigraph

MeisterSinger Einzeigeruhr

Richemont

Die Richemont-Aktie (WKN A1W5CV) befindet sich im Höhenflug. Der Luxusgüter-Konzern verkauft Cartier-Schmuck, Juwelen von Van Cleef + Arpels, Füllfederhalter von Montblanc sowie teure Uhren von Marken wie IWC, Vacheron und Jaeger-LeCoultre. Das Genfer Unternehmen konnte zuletzt die Franken-Stärke durch höhere Uhrenpreise in der Eurozone ausgleichen.

Der Konzern macht etwa 30 Prozent seines Umsatzes mit Luxusuhren. Dabei ist Richemont eine klassische Schweizer Uhrenmanufaktur. Selbst im Richemont-Imperium hält der Smart-Trend Einzug. Montblanc bietet das Wearable E-Strap an, das auf das Armband einer mechanischen Uhr gespannt wird. Darin befindet sich ein Activity-Tracker, der mit dem Smartphone kommuniziert. In Asien verbuchte Richemont – nach der französischen LVMH der zweitgrößte Luxusgüterhersteller – ein Wachstum von zehn Prozent. Nach Jahren der Zurückhaltung griffen vor allem reiche Chinesen wieder verstärkt zu Luxusprodukten aus der Schweiz. Etwa die Hälfte aller hochpreisigen Uhren wird von laut Statisitk von Chinesen gekauft.

Die Aktie scheint mir recht hoch bewertet. Johann Rupert, der starke Mann hinter dem Genfer Luxusgüterkonzern, sieht die Talsohle noch nicht durchschritten. Die Lager der Händler sind noch immer sehr voll. Die Aktie wäre für mich erst bei Kursrückgängen ein Kauf.

LVMH

Neben Champagner (Moet et Hennessy), Handtaschen (Louis Vuitton), Schmuck (Bulgari) und Parfum (Dior) spielen auch Luxusuhren im LVMH-Konzern (WKN: 853292) eine wichtige Rolle. Unter dem Dach des Imperiums befinden sich edle Marken wie Chaumet, Hublot, Tag Heuer und Zénith. Die Franzosen profitierten vom schwachen Euro. Die Aktien kletterten auf ein Rekordhoch.

Hublot Classic Fusion

Hublot Classic Fusion

Die Aktiengesellschaft die die Mehrheitsrechte an über 60 verschiedenen Luxusmarken hält, die weltweit in über 3.040 Geschäften vertrieben werden. Der Konzern ist weltweit Branchenführer in der Luxusgüterindustrie. Aushängeschild der LVMH-Uhrensparte ist die Schweizer Luxusmarke Hublot. Mit modern designten Uhren lockt Hublot junge zahlungskräftige Kunden an. Stars wie Basketballer Dwyane Wade, Fußball-Trainer José Mourinho und Topmodel Bar Refaeli rühren als Werbebotschafter kräftig die Werbetrommel.

Luxus läuft. Es ist derzeit extrem viel Geld unter den Leuten. LVMH ist insofern fast konjunkturresistent – echter Luxus geht immer. Da die Aktie gerade Rekordhöhen erreicht hat, sollte man für den Einstieg auf Schwächephasen warten. LVMH erscheint mir von den hier vorgestellten Aktien am ehesten für den Kauf geeignet.

Hermès

Hermes X 3000

Hermes X 3000

Hermès (WKN: 886670) gelingt es mit seiner einzigartigen starken Marke seit vielen Jahren, im obersten Luxussegment eine stetig hohe Nachfrage zu erzeugen. Das Unternehmen hält dabei die Ware knapp, über den Preis lässt Hermés nicht mit sich reden. Ein Erfolgsgarant ist die kompromisslose und maximale Qualität, die auch so den Kunden kommuniziert wird. Nur die wirklich besten Rohstoffe werden verwendet. Alles, was nicht den höchsten Ansprüchen genügt, wird an die anderen Luxusmarken weiterverkauft.
Zur maximalen Qualität hinzu kommen die Zeitlosigkeit der Produkte sowie die hohe Exklusivität der Marke; die Konsumenten werden „süchtig“ gemacht und nehmen so auch lange Wartezeiten und/oder weite Reisen auf sich, um das gewünschte Produkt erhalten zu können. Vom zu zahlenden Preis ganz zu schweigen. Die Mischung aus Zeitlosigkeit, Exklusivität und maximaler Qualität macht den Erfolg von Hermés aus. Eine kleine Uhrensparte gibt es auch beim französischen Luxusgüterkonzern Hermès. Die Aktie eilt von Rekord zu Rekord.

Hermès ist extrem profitabel und verfügt über eine hohe Eigenkapitalquote. Der Überschuss stieg 2016 um 13 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz der Gruppe erreichte 5,2 Milliarden Euro, das war ein Plus von 7,5 Prozent. Das Unternehmen beschäftigte Ende vergangenen Jahres 12 834 Menschen – 590 mehr als ein Jahr zuvor. In Japan verbuchte der Hersteller ein Umsatzplus von neun Prozent, in Europa waren es acht Prozent. Der Heimatmarkt Frankreich erreichte ein Plus von fünf Prozent.

Die Aktie erscheint extrem teuer und befindet sich gerade auf einem Allzeithoch. Andererseits ist das Geschäftsmodell beeindruckend. Auch hier gilt: Einstieg bei Kursrückgängen wagen.

Fossil

Skagen Herren Uhr

Skagen Uhr

Fossil (WKN A1W0DE)aus Texas macht Uhren von insgesamt 19 Marken wie Skagen, Diesel, Armani Exchange, Marc Jacobs, Kate Spade oder Tory Burch. Die Fossil-Aktie gehörte in den Jahren nach der Finanzkrise zeitweise zu den absoluten Überfliegern, der Kurs legte von Anfang 2009 bis Mitte 2011 um über 1000 % zu. Seitdem ist das Fahrwasser für die Fossil-Anleger deutlich rauer geworden. In der jüngsten Korrektur des Gesamtmarktes kam die Aktie massiv unter die Räder. Mehrfach lagen die Quartalszahlen unter den Erwartungen und der Ausblick musste gesenkt werden.

Auch Fossil verstärkt Fokus auf vernetzte Uhren. Alle Männer-Modelle der Marke „Michael Kors“ werden künftig einen Chip oder einen Touchscreen haben. Dazu gehören unter anderem Hybrid-Uhren, die zwar ein Zifferblatt mit klassischen Zeigern haben, aber zum Beispiel Schritte zählen oder einen Knopf zum auslösen der Smartphone-Kamera haben. Im vergangenen Jahr wurden vernetzte Uhren zunächst bei 8 Marken eingeführt, in diesem sollen es 14 Marken mit über 300 Modellen und Varianten werden. Fossil setzt dabei auf das bei Google entwickelte Betriebssystem Android Wear. Die neuen Modelle laufen mit der neuesten Version Android Wear 2.0 und bekommen damit auch Googles sprechenden Assistenten integriert.

Die Finanzkennzahlen der amerikanischen Aktie hauen mich nicht um. Das Unternehmen ist derzeit etwas für sehr mutige Anleger.

Mein Fazit: Alle vorgestellten Aktien sind hoch bewertet. Interessant sind LVMH, Richemont und Hermès bei Kursrücksetzern. Langfristig auf jeden Fall ein vergleichsweise sichere Anlage. Wer mag kann natürlich auch direkt in eine Luxusuhr investieren. Luxus läuft immer!

Botta Einzeigeruhr

Botta Einzeigeruhr

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