Geldanlage in Kunst als Portfolioelement?

In Zeiten niedriger Zinsen und wackliger Aktienmärkte schaut man auch einmal links und rechts nach alternativen Möglichkeiten zur Geldanlage. Dabei stößt man zwangsläufig auf den Kunstmarkt. Dieser hat in den letzten Jahren gewaltig an Fahrt gewonnen. Persönlich habe ich keinerlei Erfahrungen und Zugang zu Sammlerobjekten. Deshalb habe ich mich in den letzten Wochen eine wenig belesen.

Kunst wird von vielen, wie Edelmetalle oder Immobilien als gute Beimischung zum Portfolio gesehen. Bei allen dreien handelt es sich um Anlagen, die man sehen und Anfassen kann. Teilweise spielt auch Begeisterung für Kunst eine Rolle. Im Jahr 2016 verzeichnete der weltweite Kunstmarkt ein Umsatzvolumen von etwa 50 Milliarden Euro. Etwa 80 Prozent spielt sich dabei in China, Großbritannien und den USA ab. Der deutsche Kunstumsatz lag 2016 bei 2,1 Milliarden Euro. Aufgrund der Spezifik des Kunstmarkts sind das nur grobe Zahlen, es gibt ja keine transparente Börse.

Ist Kunst als Wertanlage geeignet? Ja, sie kann eine gute Geldanlage sein und ein Portfolio sinnvoll diversifizieren aber wie bei vielen anderen Wertanlagen auch gibt es Einschränkungen und Risiken.

Auf der Positiv-Seite schlägt eine gewisse Sicherheit zu Buche. Im Gegensatz zu einem Investment in ein Wertpapier ist ein Totalverlust fast ausgeschlossen. Ein gutes Kunstwerk eines etablierten Künstlers behält trotz Wert-Schwankungen immer einen gewissen Wert. Ein weiterer Vorteil: Kunst ist eine „schöne“ Anlage und hat neben dem Sachwert zusätzlich einen hohen emotionalen Wert. Diese „emotionale Rendite“, die Freude am Kunstwerk, unterscheidet die Investition in Kunst von allen anderen Anlageformen. Zusätzlich hat Kunst einen hohen Prestige-Faktor.

Auf der Negativseite steht der für viele undurchschaubare Kunstmarkt und die eingeschränkte Handelbarkeit von Kunstwerken. Der Kunstmarkt hat seine eigenen Gesetze und funktioniert nicht so transparent wie Finanz- oder Rohstoff-Börsen. Wenn Du Geld brauchst, musst Du bei Kunst mit langen Transaktionszeiten rechnen und brauchst Geduld und gute Nerven.

Wer erfolgreich in Kunst investieren will, muss massiv Zeit investieren, um sich über Künstler, Stile und Trends zu informieren. Abseits der Riesensummen die bei Christie`s gezahlt werden, gibt es auch jede Menge Nieten.

Was empfehlen Experten?

Hier einige Expertentipps (nicht von mir):

  1. Kauf Kunst bei jemanden, der etwas vom Metier versteht, In Frage kommt ein Galerist, der Erfahrung und Know How sowie Kontakte zu Künstler mitbringt. Er gibt sogar spezielle Berater, sogenannte Art-Consultants.
  2. Auch die Player im Kunstmarkt wollen Geld verdienen. Das betrifft Auktionshäuser, Galeristen und Berater. D. h., wie bei anderen Geldanlagen muss die Spanne zwischen kompletten Kaufpreis und Wert des Kunstgegenstands erst durch Wertsteigerungen eingespielt werden.
  3. Fang als Anfänger klein an und geh nicht sofort in die „Vollen“. Kunst kann nur eine Beimischung zum Vermögen sein und kein Hauptinvestment.
  4. Auf für Kunst gilt die alte Weisheit der Diversifizierung. Also breit streuen und nicht nur auf ein Pferd setzen..

 

Mein Fazit: Wie jede Anlageform muss Du auch für die Geldanlage in Kunst Zeit in den Know How Aufbau investieren. Du musst bereit sein, auch Misserfolge, also Verluste, in Kauf zu nehmen. Zum Trost kannst Du Dich immerhin an „Deinen“ Kunstwerken erfreuen. Das ist bei Aktien schon schwieriger. Dennoch: Ich stehe dem Kunstmarkt eher skeptisch gegenüber.


Ist das Kunst oder kann das weg?

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