Home-Office. Der erste Schritt auf dem Weg zum Privatier.

Passives Einkommen und finanzielle Unabhängigkeit haben das Ziel, keinen herkömmlichen Job mehr ausführen zu müssen. Dieser Zustand wird oft als „Privatier“ bezeichnet.

Privatier sein klingt toll – keine Pflichten und kein Druck. Aber was macht man mit der ganzen freien Zeit? Wie behält man einen vernünftigen Lebensrhythmus? Und wie sieht es mit sozialen Kontakten aus? Auf dem Weg dem zur finanziellen Freiheit gibt es verschiedene Zwischenschritte auf denen man seine Tauglichkeit zum „freien Leben“ erproben kann.

Home-Office

Der moderne Wissensarbeiter hat die Möglichkeit viele seiner Tätigkeiten von jedem Platz der Welt auszuführen. Der klassische Weg ist das Home-Office. Sofern im eigenen Unternehmen gängig, sollte man klein anfangen und dann nach und nach am Ausbau des vertretbaren Zeitkontingents im heimischen Büro arbeiten. Bewährt sich das Konstrukt und stimmen die Arbeitsergebnisse steht einer Erweiterung des Zeitumfangs in vielen Firmen nicht viel entgegen. So kann man das „tagsüber zu Hause sein“ schon mal ein wenig üben. Kommt man mit einer freien Tageseinteilung klar? Wie sehr fehlt mir der Kaffee mit Kollegen? Durch eine geplante Ausweitung kann man nach und nach verproben, ob man einen Rhythmus findet, sich in dieser Weise organisieren kann und ob einem der Freiraum wirklich bekommt.

Das Home-Office verlangt extrem viel Selbstdisziplin und Organisation. Außerdem muss man seine Unterlagen und Notizen gut in Griff und immer am richtigen Ort haben. Ich selbst nutze die Möglichkeit des Home-Office ab und an und befürchte, dass dies keine Arbeitsform ist, die mir dauerhaft liegen würde. Fakt ist aber, dass ich sehr viel schaffe und sehr effektiv bin. Aber der Bürorhythmus fehlt mir; morgens fange ich eher gemütlich an und muss dann abends Gas geben. Auf Dauer fände ich diese Art der Tätigkeit eher einsam. Andere in meinem Bekanntenkreis bekomme es jedoch sehr hin.

Wesentlich ist m. E. auch, trotz der Arbeit von zu Hause zwischen Arbeits- und Freizeitbereich zu trennen. Man sollte also möglichst sein Home-Office nicht am Küchentisch einrichten, sondern möglichst ein separates Arbeitszimmer abtrennen, in dem man auch Platz hat, sein Clairefontaine, sein Filofax und Unterlagen abzulegen. Ein schneller Internetanschluss und Telefonverbindung verstehen sich von selbst. Abends schließt man das Arbeitszimmer und ist in der „Freizeit“. Ich denke auch hier ist Übung von Nöten wirklich einen harten Schnitt hin zu bekommen, ohne noch ein „wenig“ weiterzuarbeiten.

Mein Fazit: Bevor man sich mit Freuden in die finanzielle Freiheit und ein Leben ohne herkömmliche Arbeit wirft, sollte man systematisch verfügbare Möglichkeiten eines ähnlichen Lebens erproben und kritisch hinterfragen, ob dies ein erstrebenswertes Ziel ist.

2 Replies to “Home-Office. Der erste Schritt auf dem Weg zum Privatier.”

  1. Hallo Torsten,
    eine sehr interessante Idee, von der ich so auch noch nicht gehört habe. Ich finde den Ansatz spannend, dass man mit Home-Office seine ersten Erfahrungen sammelt um einzuschätzen, ob einem das „zu Hause sein“ liegt.
    Viele unterschätzen den sozialen Kontakt mit Kollegen – es bringt einem nicht viel, wenn man Zeit zu Hause hat und diese nicht sinnvoll nutzen kann. Wichtig sind hier denke ich mal die Leidenschaften im Leben.

    Passend dazu hat auch „der-privatier“ eine Blogparade ins Leben gerufen:
    http://der-privatier.com/blogparade-freiheit-oder-langeweile/

    Das passt glaube ich ganz gut zu deinem Beitrag.

    Beste Grüße,
    Daniel

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