Immobilien ETFs und billiges EZB-Geld – lohnt sich die Investition in Betongold noch?

Die massive Geldschöpfung der EZB in Kombination mit dem aktuellen „Anlagenotstand“ treiben Milliarden ins Betongold. Davon profitieren in nie gesehenem Ausmaß auch Immobilienaktien. Wohnungstitel feiern schon seit einiger Zeit Kursrekorde. Inzwischen ziehen die auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Unternehmen nach. Den Europäischen Immobilien-Unternehmen gibt die EZB-Politik Rückenwind wie selten zuvor.

Immobilienaktien liefert Draghis Zinsdumping gleich einen doppelten Hebel: Zum einen wird die Fremdfinanzierung für die kapitalintensive Branche günstig wie nie. Den größten Nutzen ziehen daraus logischerweise Unternehmen mit relativ hoher Verschuldung. Zum anderen führt die Nullzinspolitik der EZB zu einem Run der Investoren auf Anlagen, die eine halbwegs gute und sichere Rendite verheißen.

Immobilien ETF

Mit dem iShares European Property Yield UCITS ETF (ISIN: DE000A0HG2Q2) sind Anleger dabei. Immobilien-Aktien aus Großbritannien sind in diesem ETF nicht vertreten, was wahrscheinlich derzeit eher günstig ist (Stickwort Brexit).

Wer an Großbritanien glaubt, kann zum iShares STOXX Europe 600 Real Estate ETF (ISIN: DE000A0Q4R44) greifen. Dieser enthält allerdings nur 26 Aktien, wobei britische Titel rund 40 Prozent ausmachen. Französische Immobilien-Aktien machen in diesem ETF etwas 30 Prozent aus, deutsche Werte kommen liegen bei ca. 16 Prozent. Der iShares European Property Yield ETF hält alle 50 Aktien direkt im Portfolio (physische Replikation) zur Abbildung des Basisindex FTSE EPRA/NAREIT Europe ex UK. Dividenden werden bei diesem ETF vierteljährlich ausgeschüttet, ebenso wird die Gewichtung jedes Vierteljahr an die aktuellen Marktwerte der Unternehmen angepasst.

Das Ziel des SPDR Dow Jones Global Real Estate UCITS ETF (ISIN: IE00B8GF1M35) ist die Nachbildung der Wertentwicklung des globalen Marktes für börsennotierte Immobilienwertpapiere. Um dies zu erreichen ist er bestrebt, die Wertentwicklung des Dow Jones Global Select Real Estate Securities Index so genau wie möglich nachzubilden. Der Dow Jones Global Select Real Estate Securities Index umfasst Equity-Real-Estate-Investment-Trusts (Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen, „REITs“) und Real-Estate-Operating-Companies (Immobilienbetreiber, „REOCs“), die weltweit gehandelt werden.

iShares Developed Markets Property (ISIN:IE00B1FZS350) strebt die Nachbildung der Wertentwicklung eines Index an, der aus börsennotierten Immobiliengesellschaften und Real Estate Investment Trusts (REITs) aus Industrieländern unter Ausschluss von Griechenland besteht, die auch die Kriterien für die Dividendenrendite erfüllen.  Es erfolgt eine physische Replikation.

REIT ETFs

Auch in Sachen REITs wird man schnell fündig. Neben dem MSCI US REIT Index ist hier vor allem der Dow Jones Equity All REIT Index zu nennen. In den USA unterscheidet man überdies zwischen klassischen Equity-REITS und risikoreicheren Mortgage-REITS. Der kleine aber feine Unterschied: Equity-REITs investieren direkt in Immobilienobjekte. Mortgage-REITs in  Hypothekendarlehen, was sie für Zinsschwankungen deutlich anfälliger macht. Die Mischung beider Investmentmodelle nennt sich wiederum Hybrid-REIT.

ETF-Anleger mit dem Ziel stetiger Dividendeneinkünfte setzen unter anderem auf den SPDR Dow Jones REIT ETF . Das 2001 aufgelegte Schwergewicht bildet die Kursentwicklung des Dow Jones Equity All REIT Index nahezu 1 zu 1 nach und schüttet vierteljährlich Dividenden aus.

Das Anlageziel des HSBC FTSE EPRA/NAREIT Developed (ISIN: DE000A1JXC78) besteht darin, die Performance des FTSE EPRA/NAREIT Developed Index nachzubilden. Der Index ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und wurde zur Messung der Wertentwicklung der größten Immobilienunternehmen der entwickelten Aktienmärkte der Welt, einschließlich Kanada, den USA, Australien, Hongkong, China (über an der Hong Kong Exchange gehandelte Red Chip-Aktien), Japan, Neuseeland, Singapur, Südkorea, Österreich, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Israel, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, der Schweiz und Großbritannien, wie vom Indexanbieter definiert, konzipiert.

Der Lyxor UCITS ETF FTSE EPRA/NAREIT (ISIN: FR0010833574) bildet den bildet den Aktienindex MSCI World Real Estate nahezu eins zu eins ab. Der Index beinhaltet die nach Marktkapitalisierung bedeutendsten Unternehmen des globalen Real Estate Marktes. Um die größtmögliche Korrelation mit der Performance des Index zu erreichen, kann der Fonds in ein internationales Aktienportfolio und maximal 10% seines Vermögens in einen außerbörslich gehandelten aktien- und indexbezogenen Termin Swap anlegen.

Siehe auch → REITs als wichtiger Depotbestandteil

Mein Fazit: Wer an die weitere Wertsteigung von Betongold glaubt, findet eine breite Möglichkeit zur Anlage. Ich persönlich würde derzeit die Gefahr eine Immobilienblase als durchaus gegeben einschätzen und rate zu vorsichtigem Investieren.

One Reply to “Immobilien ETFs und billiges EZB-Geld – lohnt sich die Investition in Betongold noch?”

  1. Bei den vielen Möglichkeiten, die sich mittlerweile bieten, kommt man nicht drum herum, sich diese einmal genau anzuschauen und zu vergleichen. Erst auf diese Weise bekommt man einen Überblick und kann für sich selbst entscheiden, welche Geldanlage sich eher lohnt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.