Immobilienfonds oder Immobilienaktien – die richtige Entscheidung treffen




Es muss als Geldanlage nicht immer die eigene Anlage-Immobilie sein. Dies setzt Kümmern voraus und kann auch negative Erfahrungen, wie Mietnomaden oder Bauschäden mit sich bringen. Wer dem aus dem Weg gehen will, der setzt auf Immobilienfonds oder Immobilienaktien. Was sind die Vor- und Nachteile?

Konzeptionelle Probleme offener Immobilienfonds

Bereits wieder verdrängt sind die Probleme in 2008. Damals wollten viele Anleger zur gleichen Zeit an ihr in offenen Immobilienfonds angelegtes Kapital. Die Fondsmanager konnten die Nachfrageflut nicht bedienen. Sie stellten die Anteilsrückgabe entweder ein – oder stellten den Fonds zur Disposition. Die Folge für die Fondszeichner: erhebliche Einbußen beim Vermögen. Und heute? Inzwischen hat der Gesetzgeber reagiert. Die Rückgabemöglichkeiten sind beschränkt worden. Damit soll ein „Fonds-Run“ wie im Jahr 2008 unwahrscheinlicher werden.

Immobilienpreise und Renditen

Offene Immobilienfonds haben heute aus anderer Perspektive Nachteile: Durch die stark gestiegenen Immobilienpreise schrumpft die Mietrendite. Die großen deutschen Immobilienfonds legten vom Kurs her im vergangenen Jahr um kaum mehr als 2 Prozent zu. Trotzdem: Seit Jahren liegen die Ausschüttungen über den Wertsteigerungen. Es wird also aus der Substanz bezahlt, um die Immobilienanleger bei  Laune zu halten. Zudem tragen Sie als Anleger Kosten, die nicht sofort offensichtlich sind. Makler, Anwälte, Notare, Sachverständige und nicht zuletzt das Fondsmanagement – sie alle wollen und müssen unabhängig von der Fondsrendite bezahlt werden.

Vorteile von Immobilienaktien

Statt eines Immobilienfonds können Anleger auch in Immobilienaktien investieren. Wer das Risiko eines Einzelwertes scheut, der streut einfach selbst über mehrere Werte. Besonders interessant ist die Anlageklasse der REITs. REIT steht für Real Estate Investment Trust und bezeichnet interessante Gesellschaften, die sich auf Erwerb, Veräußerung, Vermietung und Verpachtung von Immobilien spezialisiert haben – und von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit sind. Voraussetzung ist, dass sie 90 Prozent der Erträge an die Anleger auszahlen. REITs können daher lohnenswerte Ziele für Privatanleger sein, die auf passives Einkommen setzen oder auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen.

Geringe Kosten

Ihren Trumpf spielen Immobilienaktien in punkto Gebühren aus. Der unternehmerische Gedanke verhindert in aller Regel eine hohe Kostenlast. Zudem sind die Papiere besser handelbar. Eine Immobilienaktie kann jederzeit über die Börse ge- und verkauft werden – ohne Ausgabeaufschlag und ohne gegebenenfalls bei Immobilienfonds erhobene Rücknahmegebühren.

Kursrisiko

Es bleibt das Kursrisiko. Wie alle anderen Aktien auch, so unterliegen ebenso Immobilienaktien Kursschwankungen. Nicht immer spiegelt der Aktienkurs und damit die Bewertung der Immobilienaktie ihren tatsächlichen Wert wider. Anleger brauchen folglich in aller Regel Geduld und einen langen  Anlagehorizont bis sich ihr Investment auszahlt.

Anlagemöglichkeiten

Immobilienaktien

Unternehmen  WKN ISIN Kurs
Deutsche Wohnen A0HN5C DE000A0HN5C6 Aktuell
Vonovia /ehemals Dt. Anington A1ML7J DE000A1ML7J1 Aktuell
LEG Immobilien
LEG111 DE000LEG1110   Aktuell
Adler Real Estate
500800   DE0005008007  Aktuell
TLG Immobilien
830350 DE0008303504  Aktuell

 

 

 

 

 

 

ETF auf Immobilienaktien oder REITs

Wie stets empfehle ich preiswerte ETFs.

ETF  WKN ISIN Kurs
iShares STOXX Europe Real Estate A0Q4R4 DE000A0Q4R44 Aktuell
iShares European Property Yield A1ML7J DE000A1ML7J1 Aktuell
HSBC EPRA/NAREIT DEVELOPED A1JXC7 DE000A1JXC78 Aktuell

 

 

 

 

 

 

Mein Fazit: Wenn man sich zwischen Immobilienfonds oder Immobilienaktien (bzw. REITs) entscheiden muss, würde ich immer Immobilienaktien empfehlen. Die Anlage ist transparenter, kostet weniger Gebühren und bringt meist mehr Rendite.

Möglichkeiten und Grenzen der Einführung des German Real Estate Investment Trusts (G-REITs) in den deutschen Kapitalmarkt Book Cover Möglichkeiten und Grenzen der Einführung des German Real Estate Investment Trusts (G-REITs) in den deutschen Kapitalmarkt
Lasse Treger
BoD – Books on Demand
2007
219

In den letzten Jahren hat die Bedeutung der indirekten Immobilienanlage in Deutschland zugenommen. Das Anlageuniversum ist größer geworden und das Verständnis die Immobilie als eigene Assetklasse zu begreifen ist gewachsen. Von besonderer Bedeutung ist die indirekte Immobilienanlage dabei für institutionelle Investoren. In dieser Arbeit wird das Anlageuniversum indirekter Immobilienanlagen aus der Sicht eines institutionellen deutschen Investors dargestellt. Hierbei wird zunächst der Kreis der institutionellen Anleger in Deutschland und deren Immobilienanlage behandelt. Im Anschluss gliedert sich die Arbeit in zwei Teilbereiche. Im ersten Teil werden dabei die verschiedenen Formen der indirekten Immobilienanlage aus Sicht eines deutschen institutionellen Investors vorgestellt. Hierbei werden sowohl offene Immobilienfonds, in der Form des Publikums- und des Spezialfonds, als auch geschlossene Immobilienfonds behandelt. Weiter werden börsennotierte Produkte, wie sogenannte Immobilienaktien und im speziellen REITs, dargestellt. Als Produktspezialität werden sogenannte Immobilien-Dachfonds behandelt. Ebenso behandelt werden Immobilienanleihen, im speziellen der Hypothekenpfandbrief sowie Mortgage Backed Securities. Abschließend wird der noch relativ junge Markt für Immobilienderivate vorgestellt. Im zweiten Teil der Arbeit werden die verschiedenen Formen der indirekten Immobilienanlage sowie konkurierende Assetklassen quantitativ hinsichtlich ihrer historischen Performance, ihrer Volatilität und auf Korrelationen untersucht. Hier erfolgt die Konzentration auf transparente Produkte, wie offene Immobilienfonds und börsennotierte Vehikel. Zum Schluss der Arbeit wird ein abschließendes Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben. Die Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, das gesamte Spektrum an indirekten Immobilienanlagen besser zu verstehen. Dabei soll die Arbeit die Unterschiede in der Ausgestaltung der Produkte aufzeigen und durch die Darstellung ihres Rendite-Risiko-Profils mögliche Anhaltspunkte geben, welches Produkt sich unter welchen Präferenzen am besten eignet, wenn ein Investor ein indirektes Immobilieninvestment vornehmen möchte.

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