Jetzt in künstliche Intelligenz investieren. Die Industrie der Zukunft.




Rund alle zwei Jahre verdoppelt sich die Leistung von Prozessoren. Diese Regel stammt vom Intel-Mitbegründer Gordon E. Moore. Er sagte 1965 voraus, dass sich alle 18 bis 24 Monate die Anzahl der elektronischen Schaltungen im Prozessor (Transistoren) verdoppeln würde – bei gleichzeitig sinkenden Kosten. Diese Voraussage heißt in Fachkreisen auch „Mooresches Gesetz“ – und stimmt noch heute.

Statistik: Rechenleistung der leistungsstärksten Supercomputer weltweit im November 2015 (in TeraFLOPS) | StatistaDaraus folgende Hochrechnungen besagen, dass etwa im Jahr 2035 ein einziger Computer die Rechenleistung sämtlicher menschlicher Gehirne besitzt. Mir persönlich macht diese Vision eine Gänsehaut, aber Fakt ist, dass in den nächsten Jahren die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz (englisch: Artificial Intelligence oder AI) exponentielle Sprünge zu erwarten sind.

Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich sind nicht so leicht zu finden, da die großen Player im Internet- und Software-Business nahezu alle relevanten Unternehmen „wegkaufen“

In den letzten Jahren sind Plattformen mit künstlicher Intelligenz immer wertvoller für Unternehmen geworden, die große Datenmengen in umsetzbare Strategien verwandeln wollen. Die wachsende Nachfrage nach diesen Technologien hat die großen Tech-Unternehmen davon überzeugt, solche Plattformen für maschinelles Lernen zu kaufen oder selbst zu entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Apple

Die Aktie von Apple (WKN: 865985) ist in den letzten Monaten gefallen. Anleger haben berechtigterweise Angst, die Nachfrage nach dem iPhone könnte dieses Jahr ihren Höhepunkt überschreiten. Es ist zu erwarten, dass irgendwann eine Marktsättigung eintritt. Apple hat jedoch in den letzten Monaten drei Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz gekauft.

Im Oktober übernahm Apple VocalQ, den Entwickler einer „selbstlernenden Dialogplattform”, die benutzt werden kann, um persönliche Assistenten zu erstellen, die Fragen und Anweisungen in natürlicher Sprache verstehen. Im selben Monat wurde auch Perceptio gekauft, ein Start-up, das Unternehmen hilft, fortschrittliche Systeme mit künstlicher Intelligenz auf Smartphones laufen zu lassen, ohne viele Nutzerdaten zu teilen. Im Januar wurde Emotient übernommen. Dieses Unternehmen entwickelt eine Plattform, die menschliche Emotionen anhand von Gesichtsausdrücken erkennen kann. Diese Übernahme passt sehr gut zum Kauf von Faceshift, das Motion-Capture-Technologie nutzt, um echte Gesichter in lebensechte digitale Modelle zu verwandeln.

Amazon

Amazon Web Services von Amazon (WKN: 906866) ist aktuell die weltgrößte Cloud als Serviceplattform. Zu den Kunden gehören die NASA und das Center for Disease Control. AWS bietet ein großes Portfolio an cloudbasierten Speicher- und Analysediensten.

Letztes Jahr fügte Amazon eine AI-Plattform mit dem Namen Amazon ML (Machine Learning) hinzu. Die Plattform sammelt Daten von Diensten wie dem Onlinespeicher S3, dem Datenzentrum Redshift und dem Relationship Database Service, um künftige Trends vorherzusagen. Amazon ML kann zum Beispiel vorhersagen, wie Geschlecht, Einkommen und Beruf das Kaufverhalten bei bestimmten Produkten im Einzelhandel beeinflussen. Diese Prognosen können dann für zukünftige Verkaufsstrategien benutzt werden. Amazon verkauft diese Analysen weiter. Mit der Expansion des Internets der Dinge auf verbundene Häuser, Autos und tragbare Computer werden die Anfragen nach solchen Prognosen wahrscheinlich steigen.

Im letzten Quartal stiegen die Einnahmen von AWS um 78 % im Jahresvergleich und machten 8 % des Umsatzes von Amazon aus. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Cloud-Sparte von Amazon weiter stark wachsen wird,

Alphabet

Google mit der neuen Holding Alphabet (WKN:A14Y6H) expandiert ebenfalls in den AI-Markt, um die Such-Dienste und Bilderkennungsprogramme zu verbessern. Der Internetgigant will verstehen, was das jeweilige  die Anfragen suchen, markieren oder hochladen, um bessere Anzeigen für ihre Werbekunden schalten zu können. Im vergangenen Jahr hat Google vier Unternehmen gekauft, um das maschinelle Lernen zu verbessern. Zusätzlich hat das Google noch Photos gestartet, einen Dienst mit unbegrenztem Speichervolumen, der „intelligent“ Fotos nach Menschen, Dingen, Orten und Datum kategorisieren kann. Auf der Hardwareseite hat Google den Hersteller von Militärrobotern Boston Dynamics Ende 2013 gekauft und testet aktuell selbstfahrende Autos. Die Alphabet-Tochter DeepMind, Spezialist für künstliche Intelligenz, hat eben erst eine Software vorgestellt, die selbst Profis im Strategiespiel Go schlägt.

Facebook

Von den Großen fehlt dann noch Facebook (WKN:A1JWVX). Facebook hat sogar eine entsprechende Abteilung eröffnet. FAIR (Facebook Artificial Intelligence Research) soll die Entwicklung von Gesichts-, Bild- und Spracherkennung vorantreiben. Ende letzten Jahres enthüllte die Abteilung den Prototypen von M, einem persönlichen Assistenten wie Siri von Apple, der Reaktionen basierend auf den menschlichen Daten im sozialen Netzwerk gibt.

Kuka

Kuka (WKN: 620440) ist das bekannteste deutsche Unternehmen in diesem Sektor. KUKA (vormals IWKA) wurde 1898 gegründet und gehört heute zu den führenden Herstellern von Robotern und automatisierten Produktionsanlagen. Die Kunden kommen vornehmlich aus der Automobilindustrie, zunehmend aber auch aus anderen Branchen. Im Bereich Industrieroboter für die Automobilindustrie ist KUKA weltweit einer der drei größten Anbieter und die Nummer 1 in Europa. Auf der Branchenmesse Automatica stellte Kuka-Chef Till Reuter die mittelfristige Verdopplung des Umsatzes in China in Aussicht. Kuka hat dort ein eigenes Werk.

Fanuc

Der japanische Konzern Fanuc (WKN: 863731)ist der weltweit größte Hersteller von Industrierobotern. Zwar hilft der schwache Yen im Exportgeschäft, doch die ausländische Konkurrenz macht Fanuc zunehmend das Leben schwer. Die Aktie ist teuer.

iRobot

Roboter zum Staubsaugen oder zur Bomben­entschärfung zählen zu den Produkten von iRobot (WKN: A0F5CC). Das Unternehmen ist bekannt für die Staubsaugerroboter der Linie Roomba. Roomba erwirtschaftet ungefähr 85% des Jahresumsatzes von iRobot. Weitere 5% kommen von anderen Haushaltsrobotern, wie dem Wischroboter Scooba, dem Kehrroboter Braava sowie Mirra und Looj, die Pools und Abflussrinnen reinigen können. Der Rest des Umsatzes wird hauptsächlich von dem Verteidigungs- und Sicherheitssegment ausgemacht.

Rockwell Automation

Rockwell Automation Inc. (WKN: 903978)ist ein weltweit tätiger Anbieter von industriellen Automatisierungs-Produkten und -Plattformen. Die Produktpalette umfasst Strom-, Kontroll- und Informations-Lösungen, die unter den bekannten Namen Dodge (mechanische Stromübertragungs-Produkte), Reliance Electric (Motoren und Laufwerke), Allan-Bradley (Kontroll- und Engineering-Services) und Rockwell Software (Fabrik-Management-Software) vertrieben werden. Rockwell kauf derzeit ebenfalls zu, um sich in Richtung des Trends „Industrie 4.0“ zu verstärken.

 

Mein Fazit: Künstliche Intelligenz ist noch nicht so weit entwickelt wie die fühlenden Maschinen, die man gern im Kino darstellt, aber die Fähigkeit, Daten zu Vorhersagen zu verarbeiten, menschliches Verhalten zu verfolgen und Bilder und Töne zu „verstehen“ klingt beeindruckend. Privatanleger die sich dafür interessieren, sollten Apple, Amazon, Facebook und Alphabet verfolgen, um zu sehen, in welche Richtung sich das Ganze weiterentwickelt. Dieser Trend wird definitiv kommen!


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