Ist jetzt die Zeit für Investitionen in Rohstoffe?

Wie sieht meine Kurzeinschätzung der aktuellen Anlagemöglichkeiten für Privatanleger aus? Aktien, Fonds und ETF halte ich durch den langen Zeitraum der Niedrigzinsen für überbewertet. Bei Immobilien stehen wir aus dem selben Grund in diversen Städten und Regionen vor einer Immobilienblase. Da die Märkte sehr lokal zu betrachten sind, sind sicher noch selektiv geeignete Objekte zu finden – die Luft wird jedoch immer dünner. Anleihen? Werden unter Druck geraten, sobald die Zinsen ernsthaft steigen. Klingt leider wenig optimistisch. Aber wie sieht es mit der Anlage in Rohstoffe aus?

Die Wirtschaftslage

Für 2017 wird ein globales Wirtschaftswachstum von etwa 3,6 Prozent erwartet. Dabei wachsen die Industrienationen mit ca. 2 Prozent, während die Schwellenländer bei ungefähr 4,7 Prozent liegen sollen. Für China, das immer mehr vom Export- zum Konsumland wird sagen die Prognosen ein Wachstum von 6,5 Prozent voraus. Für die Eurozone werden schließlich 1,5 Prozent Wachstum erwartet. Die Weltwirtschaft brummt also.

Währungsseitig wird durch die Zinsschritte der US-Notenbank der Dollar stärker werden, da in Europa aufgrund der schwächelnder Euroländer, wie Italien oder Griechenland, kaum Zinserhöhungen durchführbar sind.

Der Markt für Rohstoffe

Trotz gut laufender Weltwirtschaft sind viele Rohstoffe niedrig bewertet. Das hat zur Folge, dass die Fördermengen und -kapazitäten in den zurückliegenden Jahren heruntergefahren wurden. Mittlerweile übersteigt die Nachfrage teilweise das Angebot. Und bei Rohstoffen immer ein Argument: Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt. Hier kann man einstiegen!

Welche Rohstoffe sind zu empfehlen?

Schauen wir uns einige Rohstoffe genauer an.

Öl

Durch das leider weit verbreitete Fracking in den USA sind ausreichend Förderkapazitäten vorhanden. Dazu kommt, dass eine einheitliche Begrenzung der Fördermengen stets bestenfalls kurzzeitig zustande kommt. Mittelfristig wird durch den Ausbau der erneuerbaren Energien der Ölbedarf sinken. In Öl sollte man m. E. nur investieren, wenn der Preis deutlich unter 50 US-Dollar je Barrel sinkt.

Gold

Wie ich bereits mehrfach thematisiert habe, halte ich nicht viel von Gold zur Geldanlage. Positiv ist Gold als wert-stabilisierendes Investment nutzbar. Jedoch ist die Wertentwicklung sehr stark von politischen Entwicklungen und zufälligen Auslösern beeinflußt. Hinzu kommt, das Gold keine Dividende erwirtschaftet. Aktuell erscheint Gold recht hoch bewertet. Poltische Krisenherde könnten zu einem zeitweiligen Anstieg führen. Mittel- und langfristig bin ich skeptisch.

Industriemetalle

Hier geht mein Daumen nach oben. Nach meinen Recherchen sind aktuell insbesondere Kupfer und Zink interessant. Die Förderkapazitäten wurden stark reduziert, die Nachfrage übersteigt bereits das Angebot. Eine interessanter Fakt: China hat aktuell einen Anteil von 50 Prozent an der weltweiten Kupfernachfrage; die USA lediglich 10 Prozent.

Du kannst entweder direkt in das Metall oder Aktien von Förder- oder Verarbeitungsunternehmen investieren. Ein großer Kupfer-Produzent ist beispielsweise die deutsche Aurubis AG (WKN: 676650).

Natürlich gibt es passende Rohstoff-ETFs. Die meisten Rohstoffindizes am Markt spiegeln jedoch auch die Preisentwicklung landwirtschaftlicher Güter wie Mais, Weizen oder Vieh wider. Hier bietet Lyxor einen ETF (WKN: LYX0V2) auf den Index „Thomson Reuters/CoreCommodity CRB Ex-Agriculture“ an. Er fokussiert sich auf insgesamt 9 Metalle und energiebezogene Rohstoffe und schließt Nahrungsmittel komplett aus. Ähnlich ist der ComStage Commerzbank Commodity ex-Agriculture gestrickt (WKN: ETF090).

 

Mein Fazit: Nachdem ich für die meisten Anlagenklassen in 2017 eher skeptisch bin, schätze ich die Investition in ausgewählte Rohstoffbereiche, speziell in Industriemetalle, aktuell positiv ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.