Japan für Privatanleger. Wie sind die Aussichten?




Japan läuft mäßig: Die verhaltene Weltwirtschaft, Sorgen um die Entwicklung in China, ein erstarkter Yen und enttäuschende Unternehmensberichte  für das 4. Quartal 2015 drücken die Kurse. Nach einem fast drei Jahre währenden Aufwärtstrend verlor der breit aufgestellte japanische Index Topix von Jahresbeginn 2016 bis Mitte Februar rund 17 Prozent.

Infografik: Deutliche Kursverluste seit Jahresbeginn | StatistaUm diese Entwicklung entgegen zu wirken griff die japanische Notenbank schon Ende Januar ein und senkte den Einlagezins für Geschäftsbanken in den Minusbereich. Ziel der Bank of Japan war es, es für die Unternehmen unattraktiv zu machen, ihr Geld bei Banken zu parken. Damit soll zu Aktienrückkäufe, Dividendenzahlungen, Unternehmensübernahmen oder Investitionen motiviert werden. Bei geschätzten Bargeldbeständen japanischer Unternehmen von umgerechnet 740 Milliarden Euro hätte das durchaus Wirkungen auf die Kapitalmärkte. Insbesondere in Sachen Aktienrückkäufe sind Japans Unternehmen ohnehin schon sehr aktiv. Allein im 4. Quartal 2015 investierten sie rund 13,4 Milliarden Euro in die eigenen Unternehmenspapiere – ein neuer Quartalsrekord. Nachdem die Einlageverzinsung weiter nach unten gegangen ist, könnten diese Käufe sogar noch höher ausfallen. Das sollte sich positiv auf die Aktienkurse auswirken. Allerdings führt dies nur zur einmaligen und kurzfristigen Effekten auf die Kurse. Langfristig positiv auf das Wirtschafts- und Unternehmenswachstum wirken sich eher Übernahmen und Investitionen aus – sofern es dafür sinnvolle und wirtschaftliche Potentiale gibt.

Auf Jahressicht 2015 schrumpfte die Gesamtleistung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt sogar um 1,4 Prozent. Belastend wirkte dabei die hohe Bewertung des Yen gegenüber dem US-Dollar, die insbesondere dem japanischen Exportindustrie zu schaffen machte. Die Zahlen der Unternehmen für das 4. Quartal 2015 fielen vergleichsweise schlecht aus. Nur rund die Hälfte der japanischen Firmen konnte die Gewinnerwartungen der Analysten erreichen. Beim Umsatz waren es sogar noch weniger. Für Anleger ist das sicher kein Grund für Begeisterung.

Für 2016 wird im Mittel ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent für Japan vorausgesagt. Die negativsten Prognosen halten einen Absturz des Nikkei-Index bis auf 13.000 Punkte für möglich.

Mittel- und langfristig könnte sich am japanischen Aktienmarkt im Zuge einer Stabilisierung der globalen Wirtschaft einiges an Aufholpotenzial bieten. Insbesondere dann, wenn die geldpolitischen Maßnahmen der Bank of Japan im Jahresverlauf wirken und japanische Unternehmen ihre Cash-Reserven noch aktiver einsetzen als bisher. Wir Europäer sollten bei einem möglichen Japan-Investment in jedem Fall das Währungsrisiko beachten.

Wie stets empfehle ich, wenn, dann mittels ETF zu investieren und habe nachfolgend einige zusammengestellt:

Fondname WKN ISIN
ComStage TOPIX® UCITS ETF ETF021 LU0392496773
Lyxor ETF Japan (TOPIX) A0ESMK FR0010245514
iShares Nikkei 225® UCITS ETF A0H08D DE000A0H08D2
db x-trackers Nikkei 225 UCITS ETF DBX0NJ LU0839027447

 

 

 

 

 

 

Mein Fazit: Für einen Einstieg in Japan ist es zu früh. Man sollte den japanischen Markt im 1. Halbjahr beobachten und erst in Rückschläge in Richtung der 13.000er Marke bei Nikkei-Index hinein mittels ETF investieren.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.