Kaufprämie für Elektroautos – Chancen für die private Geldanlage?




Die Kaufprämie für Elektroautos ist beschlossen. Trotz aller persönlicher Für und Wider ist es an der Zeit sich mit den Chancen für die private Geldanlage ergeben zu beschäftigen.

Wie hoch sind die Kaufprämien?

Für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge plant der Bund eine Kaufprämie in Höhe von 4 000 Euro. Für sogenannte Plug-in-Hybride (die neben dem Elektro- auch einen Verbrennungsmotor haben) soll die Prämie 3 000 Euro betragen. Jeweils die Hälfte übernehmen der Staat und die Autoindustrie. Das zu fördernde Elektroauto darf in der Basisversion höchstens 60 000 Euro kosten. Maßgeblich ist der Nettolistenpreis. Der Staat will hierfür 600 Millionen Euro bereitstellen. Rechnerisch lassen sich durch die Prämie etwa 300.000 bis 400.000 E-Autos subventionieren. Damit soll das langfristige Ziel von 1 Mio. E-Autos bis 2020 auf deutschen Straßen doch noch erreicht werden. Die Kaufprämie für Elektroautos wird nach dem Windhundverfahren vergeben. Dies bedeutet: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Welche Hersteller machen bei den Kaufprämien für Elektroautos mit?

Die deutschen Autobauer wie Volkswagen, Daimler und BMW sind dabei, aber auch viele ausländische Hersteller ziehen mit. So beteiligen sich nach Angaben ihres Branchenverbandes VDIK Citroën, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo. Einzelne Anbieter wollen sogar auf die Prämien noch einen Zuschlag drauflegen, um E-Auto-Kunden anzulocken.

Doch nicht nur E-Autokäufer können von der Förderung profitieren, auch Anleger, die sich frühzeitig in den richtigen Werten positionieren.

Kaufprämie für Elektroautos – wer profitiert?

Zu den Hauptprofiteuren der Kaufprämie für Elektroautos dürften Renault und Nissan gehören, denn der Renault Zoe war in 2015 das meistverkaufte Elektroauto in Europa (etwa 23.000 Fahrzeuge) und ist auch hierzulande gefragt. Der japanische Hersteller Nissan stellt mit dem Nissan Leaf das weltweit meistverkaufte Elektroauto.https://d28wbuch0jlv7v.cloudfront.net/images/infografik/normal/infografik_4733_anzahl_von_elektroautos_n.jpg Beide Hersteller haben angekündigt, die Subvention vom Staat um 1.000 € aufstocken zu wollen – wer also einen Renault Zoe oder einen Nissan Leaf kauft, erhält einen Rabatt von insgesamt 5.000 €. Profitieren dürften auch Daimler (elektrische B-Klasse), BMW mit dem BMW i3 und Volkswagen mit dem e-Golf. Auch Audi (Audi A3 e-tron) und Toyota (Toyota Prius) könnten dank der Hybridauto-Förderung zu den Gewinnern gehören. Die kalifornische Tesla Motors bleibt zumindest mit dem Model S und dem Model X außen vor, da beide Elektroautos deutlich mehr als 60.000 € kosten. Das neue Tesla Model 3 kommt erst Ende 2017 bzw. in 2018 auf den Markt.

Doch nicht nur die Autohersteller, sondern auch Zulieferer wie Chip- oder Batteriehersteller werden Rückenwind erhalten. Neben einzelnen Elektroauto-Herstellern dürften auch die Zulieferer der Elektroauto-Industrie profitieren. Hierzu gehört der Chip-Hersteller NXP Semiconductor. Die Niederländer gelten als der größte Chip-Zulieferer für die Autoindustrie. Bei NXP Semiconductor geht man davon aus, dass der Chip-Markt für die Autoindustrie bis 2019 um 30 % auf 38 Mrd. US-$ zulegen wird. Davon dürfte auch die deutsche Infineon profitieren. Das Unternehmen ist der führende Hersteller von Leistungshalbleitern für die Autoindustrie und beliefert mit seinen Chips unter anderem BMW und Tesla Motors. Auch die in der Schweiz ansässige STMicroelectronics und die in Belgien ansässige Melexis gelten ebenfalls als Gewinner der Kaufprämie für Elektroautos, bieten beide Unternehmen Lösungen an, um Fahrzeuge sicherer und umweltfreundlicher zu machen. Zudem bieten die beiden Chip-Hersteller Lösungen rund um das vernetzte Auto (Connected Cars) an – ein Thema, das immer wichtiger wird. Bei den Batterietechnologien ist zu erwarten, dass ein völlig neuer Ansatz notwendig ist, da die heute bekannten Technologien in Sachen Preis und Reichweite nicht zukunftstauglich erscheinen. Darum sollten sich Anleger die Entwicklung genau beobachten und sich frühzeitig positionieren.

Aktien

Unternehmen WKN ISIN
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG 519000 DE0005190003 
BYD CORP LTD. A0M4W9 CNE100000296
Melexis  909765  BE0165385973
NXP Semiconductor  A1C5WJ  NL0009538784
STMicroelectronics 897710  US8610121027
Tesla A1CX3T US88160R1014

 

 

 

 

 

 

Fonds und ETFs

Auf Fondsebene finden wir den UniSector Klimawandel, der weltweit in Unternehmen mit Fokus auf alternative Energien, Umwelttechnologien und Recycling investiert.  Andere geeignete Fonds sind der Heptagon Future Trends und der Credit Suisse Global Prestige Equity Fund.

Mit Blick auf passive Investments in ETF wären als erstes ETF auf NASDAQ Clean Edge Green Energy zu nennen. In diesem Index findet sich z. B. Tesla mit einem Anteil von 10%. Ebenfalls interessant sind Sektor-ETFs auf den NASDAQ OMX Global Automobile, den Solactive Global Lithium sowie den WilderHill Clean Energy.

Fonds WKN ISIN
UniSector Klimawandel  A1C4T1  FR0010588210
Heptagon Future Trends    IE00BYWKMJ85
Credit Suisse Global Prestige Equity Fund  A14RX7  LU1193860985
First Trust NASDAQ Clean Green Energy    US33733E5006
Solactive Global Lithium  A1EY8J  DE000A1EY8J4
POWERSHARES WilderHill Energy  A0EADF  US73935X5005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Fazit: Auf geht’s. Es ist schon fast zu spät, um im Bereich der Elektromobilität zu investieren. Einmal mehr gilt, bevorzugt sollte in ETFs investiert werden, da derzeit nicht annähernd absehbar ist, welche Unternehmen und Technologien sich am Ende durchsetzen.




One Reply to “Kaufprämie für Elektroautos – Chancen für die private Geldanlage?”

  1. Danke für den interessanten Beitrag – ich denke durch die Energiewende und den Umstieg auf Elektroautos in den nächsten Jahrzehnten wird es viele Möglichkeiten geben, Geld zu verdienen. Nur eben manchmal nicht mit den offensichtlichsten Optionen, sondern mit den etwas versteckteren.

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