Anlagestrategien vorgestellt: Was das Kurs-Buchwert-Verhältnis über eine Aktie aussagt.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Börtsenbewertung einer Aktiengesellschaft. Hierbei wird der Kurs einer einzelnen Aktie in Relation zu ihrem anteiligen Buchwert, das heißt dem anteiligen Eigenkapital je Aktie, gesetzt.

KBV = Kurs einer Aktie : Buchwert je Aktie

Beispiel

Laut Jahresabschluss hat ein Unternehmen 100 Millionen Euro Eigenkapital und alle Aktien sind an der Börse handelbar. 10 Millionen Aktien des Unternehmens sind im Umlauf. Hieraus errechnet sich einen Buchwert von 10 Euro je Aktie. Ein aktueller Aktienkurs von 8 Euro geteilt durch diese 10 Euo ergibt ein KBV von 0,8.

Die Theorie besagt, dass eine Aktie umso preiswerter ist, je niedriger ihr KBV ist, und dass ihr fairer Wert in etwa dem Buchwert entspricht. Das KBV gibt an, ob ein Unternehmen unter oder über seinem bilanziellen Buchwert notiert. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis berücksichtigt nur den bilanziell ausgewiesenen Buchwert; stille Reserven und stille Lasten sind nicht inbegriffen. Insbesondere bei Immobiliengesellschaften hat das Kurs-Buchwert-Verhältnis daher eher geringe Aussagekraft.

Nettoinventarwert

Eine aussagekräftigere Kennzahl, die sich am tatsächlichen Marktwert der Aktiva (Vermögensseite der Bilanz) orientiert, ist der Nettoinventarwert je Aktie. Der Wert aller materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände eines Unternehmens abzüglich der kompletten Verbindlichkeiten entspricht dem Nettoinventarwert. Dieser Substanzwert sollte eher den fundamentalen Wert des Unternehmens wiedergeben, trifft aber ebenfalls keine Aussagen über Zukunftsaussichten einer Aktie bzw. eines Unternehmens.
Mein Fazit: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist keine sehr aussagekräftige Kennzahl zur Aktienbewertung. Sie kann nur ein Baustein zur Verprobung einer Anlageentscheidung sein.


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