Anlagestrategien vorgestellt: Wie das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis bei der Anlageentscheidung hilft.

Gemäß konservativer Ökonomen (denen ich anhänge) ist der Sinn eines Unternehmens Nutzen für Kunden zu erzeugen. Zum Unternehmenserhalt und zur Weiterentwicklung ist in erster Linie Liquidität zu generieren (und nicht Gewinn!) ein wesentliches Ziel. Zur Aktienbewertung im Bezug dieses Ziel ist das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis ein guter Anhaltspunkt.

Das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV oder KCF) ist ein Begriff aus der Finanzanalyse. Es ist eine liquiditätsorientierte Aktienkennzahl, die das Verhältnis von Aktienkurs zu Cash-Flow je Aktie angibt.

Der KCV errechnet sich:  Kurs der Aktie dividiert durch Cash-Flow je Aktie. Den Cashflow je Aktie findet man auf den einschlägigen Aktienportalen in den Daten oder im Geschäftsbericht der betreffenden Gesellschaft.

Das KCV kann ergänzend zum oder anstelle des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) herangezogen werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist. Das KCV ist weniger anfällig für bilanztechnische Manipulationen, da der Cash Flow nicht von bilanzpolitischen Maßnahmen wie zum Beispiel Bildung und Auflösung stiller Reserven oder Veränderung von Zahlungszeiträumen beeinflusst wird. Der Cash-Flow ist aufgrund von Investitionszyklen und von Stichtagsbetrachtungen des Umlaufvermögens wesentlich stärkeren Schwankungen unterworfen als der Gewinn. Er ist daher nicht geeignet, um das Ergebnis eines einzelnen Geschäftsjahres zu bewerten, sondern muss über mehrere Jahre hinweg bewertet werden

Rechenbeispiel Kurs-Cash-Flow-Verhältnis

Mittelzufluss 90 Millionen Euro
Mittelabfluss 86 Millionen Euro
Cash-Flow 4 Millionen Euro
Anzahl der Aktien 500.000
Cash-Flow pro Aktie 8 EUR
Aktienkurs 120 Euro
KCV 15

Aussagekraft und Fehlerquellen beim Kurs-Cash-Flow-Verhältnis

Im Durchschnitt gelten Werte in einem Kurs-Cash-Flow-Verhältniszwischen 15 und 18 als „fair“ bewertet. Bei tieferen Werten sind Aktien eher preisgünstig, darüber eher teuer. Diese Kenngröße wird lediglich auf Basis von Vergangenheitswerten bestimmt, denn der konkrete Cashflow pro Aktie eines Unternehmens ist im Voraus nicht bekannt.

Statistik: Cashflow des Pharmagroßhändlers Celesio AG von 2009 bis 2016 (in Millionen Euro) | StatistaHier als Beispiel die Cash-Flow-Entwicklung des Pharmagroßhändler Celesio über die letzten Jahren:

Wichtig ist die Betrachtung in welchem Umfeld und in welcher Phase sich das betreffende Unternehmen befindet. Umfangreiche Investitionen, z. B. bei stark wachsenden Unternehmen, führen logischerweise zur Verringerung des Cash-Flows. Andererseits könnte ein Investitionsstau auch zu einer Falscheinschätzung eines hohen Cashflows führen. Betrachtet man die Kennzahl völlig isoliert, könnte dies zu Fehlbewertungen führen.

 

Mein Fazit: Die Betrachtung des Kurs-Cash-Flow-Verhältnis über eine längeren Zeitraum kann ein guter Anhalt hinsichtlich einer nachhaltigen und gesicherten Entwicklung eines Aktienwertes sein.

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