Aktueller Marktausblick im III. Quartal 2016. Die Lage nach dem Brexit.

Update im III. Quartal…

Anfang des Jahres hatte ich meine persönlichen Sichten für das Anlagejahr prognostiziert (Geldanlage 2016). Seit Jahresbeginn ist eine Menge passiert. Zeit für eine Aktualisierung.

Aktien Pfeil_rechts 

Ein wesentliches Kriterium für die Entwicklung der Aktienkurse in 2016 ist die Entwicklung der Zinsen. Erste Zinsschritte der amerikanische Notenbank Fed sind erfolgt; weitere werden folgen. Die europäische Zentralbank EZB hat kein andere Wahl die Zinsen in 2016 sehr niedrig belassen, da die „Problemländer“ anderenfalls in Bedrängnis geraten würden. Das Währungsverhältnis von Euro zu Dollar wird sich dann von heute etwa 1,10 nahe 1:1 verändern.

Wenn keine überraschenden weltweiten Krisen auftreten, denke ich unverändert, dass durch die niedrigen Zinsen die Indizes, insbesondere den Dow Jones, noch etwas nach oben treiben werden. Eine größere Korrektur wird früher oder später kommen. Der Dax wurde durch den von mir nicht erwartenden Brexit mächtig gebeutelt und dadurch massiv verloren. Ich erwarte eine geringfügige Erholung, bevor ein längerer Abwärtstrend beginnt.

Mein Fazit: Deutsche und europäische Aktien nach der ersten Erholung vom Brexit verkaufen. US-Aktien werden sich noch eine Weile positiv entwickeln, da die Realwirtschaft gut läuft. Hier denke ich, dass ein Ausstieg im Herbst angeraten ist.

Liquidität Pfeil_rechts

Die Märkte werden weiter mit Geld geflutet. Die Zinsen werden mittelfristig niedrig bleiben. Trotzdem ist eine Anlage in Tagesgeld bis zu einem Zeitraum von sechs Monaten immer sinnvoll. → Tagesgeld Zwischenparken.

Zinspapiere und Anleihen Pfeil_rechts

Deutsche und europäische Anleihen sind uninteressant. Durch die Geldflut der EZB sind alle halbwegs akzeptablen Papiere gekauft und hoch bewertet.

US-Unternehmensanleihen guter bis sehr guter Bonität könnten interessant sein. Neben der höheren laufenden Verzinsung könnten auch positive Währungseffekte (Dollar!) wirken. Schwellenländeranleihen profitierten zuletzt vom schwächeren Dollar. Sie auch → Unternehmensanleihen in US-Dollar Alternative für Zinsjäger?

Mein Fazit: Ein Einstieg in Anleihen, Bundesschatzbriefe etc. macht in 2016 für den Privatanleger keinen Sinn. Einziger Grund wäre absolutes Sicherheitsbedürfnis – dann wären Bundespapiere das Mittel der Wahl. Für Mutige könnten amerikanische Unternehmensanleihen ein Thema sein.

Immobilien Pfeil_rechts_unten

Die niedrigen Zinsen bleiben und verlängern den Immobilienboom bis mindestens in 2017.

Da durch billiges Geld hohe Nachfrage nach Immobilieninvestments auf ein immer geringer werdendes Angebot trifft, führt es zu überhöhten Preisen (Inflation!). Mittlerweile steigen auch in sogenannten „B-Städten“ oder ländlichen Lagen die Immobilienpreise – deutliches Zeichen einer beginnenden „Immobilienblase“ Ein weiterer Grund für steigende Preise sind die geringen Neubauquoten.

Für den Direkterwerb spricht einerseits die anstehende Inflation, denn diese vernichtet einerseits den Geldwert, entwertet jedoch auch Schulden und andererseits die nach wie vor extrem geringen Zinsen. Also kurz – sich verschulden und dafür in „Betongold“ investieren. Zu berücksichtigen sind außerdem die Kaufnebenkosten bei einem Direktkauf einer Immobilie, bei dem Grunderwerbssteuer, Makler und Notar bezahlt werden müssen.

Man wird kaum noch Objekte finden, die betriebswirtschaftlich überzeugende Kriterien aufweisen. Siehe auch → Prognose Immobilienerwerb

Wer die Vorteile der Immobilienbranche nutzen will, ohne direkt zu investieren, der kann auch die Aktien von Immobilienunternehmen kaufen oder in (offene) Immobilienfonds bzw. ETFs investieren. Sie bieten eine wesentlich breitere Streuung des Vermögens als der Kauf einer einzigen Wohnung oder eines einzigen Hauses. Siehe auch → Immobilienaktien alles in einem?

Mein Fazit: Direkte Immobilienanlagen machen nur noch in wohlkalkulierten Einzelfällen Sinn.

Rohstoffe Rohstoffe

Meine Prognose vom Jahresbeginn wurde bisher bestätigt. Die Rohstoffpreise haben historische Tiefstände erreicht. Als Reaktion darauf haben viele Fördergesellschaften die Produktion heruntergefahren und auch ihre Investitionen zusammengestrichen. Dies wird mittelfristig zu einem sinkenden Angebot führen. Nun steigen die Preise erwartungsgemäß langsam.

Auf Dauer aber dürfte die Geldentwertung anziehen, also Inflation nicht zu verhindern sein. Sobald die Geldschwemme die Preissteigerung vorantreibt, gehören, Kupfer, Eisenerze oder Öl zu den Gewinnern – bei Öl ist schon ein Teil der Wertentwicklung seit Jahresbeginn eingetreten. Zusätzlich ist es sicher, dass die Nachfrage – schon alleine durch das Wachstum der Weltbevölkerung – steigen wird. Die Preise müssen steigen.

Wer mittel- und langfristig denkt, sollte in Rohstoffe investieren. Bitte seien Sie aber bereit, bei Schwankungen die „Nerven“ zu behalten. Siehe auch →  Anlage in Rohstoffen – Was nun?

Mein Fazit: Trotz bereits leicht gestiegener Kurse – Anlegen in Rohstoffen, am besten mittels breit streuenden ETFs ist in 2016 das bevorzugte Anlagethema. Bitte Geduld mitbringen.

 

Gesamtfazit im III. Quartal: Die meisten Anlagethemen werden eher mit sinkenden Bewertungen zu tun haben. Bei Aktien können Sie noch kurzfristige Gewinne erzielen. Denn Ausstieg sollte man im Blick behalten. Einzig Rohstoffe bieten mögliche Chancen für Privatanleger mit langem Atem!




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