Marktausblick kurz von der Bundestags-Wahl.

Kurz vor der anstehenden Bundestagswahl am 24.09. ist mal wieder Zeit für einen Marktausblick auf Geld und Meer.

Aktien Pfeil_rechts_unten

Das jetzige Kursniveau ist hoch. Dow Jones und Dax sind überbewertet. Ein wesentliches Kriterium für die Entwicklung der Aktienkurse ist die Entwicklung der Zinsen. Die amerikanische Notenbank Fed wird zeitnah erneut die Zinsen anheben. Damit werden Aktienanlagen weniger attraktiv. Die europäische Zentralbank EZB wird 2018 nachziehen, allerdings verhaltener, um nicht die europäischen Problemländer in Bedrängnis zu bringen. Hinzu kommt der starke Euro, der exportorientierte Aktienunternehmen unter Druck bringt.

Die Börsen in den USA und Europa haben m. E. die möglichen Höchststände durch gut laufenden Wirtschaft und niedrigen Zinsen erreicht.  Eine von Donald Trumps Aktionen kann schnell zu einer Krise und entsprechenden Turbulenzen an den Finanzmärkten führen. Dass diverse Banken und Anlegermagazine immer noch Aktien favorisieren, sollte ebenfalls eher vorsichtig stimmen.

Wer dennoch auf Aktien schaut, sollte die Märkte in Asien (China) und Südamerika (Brasilien) ins Auge fassen. Hier zeichnen sich jeweils positive Tendenzen ab.

Mein Fazit: Sofern man noch Aktien mit guten Gewinnen hält, sollte man diese laut meiner Einschätzung verkaufen und Gewinne mitnehmen. Der September gilt statistisch als schlechter Börsenmonat. Ein Neueinstieg ist frühestens nach einer Korrektur von zehn bis fünfzehn Prozent angeraten.

Liquidität Pfeil_rechts

Die Zinsen werden leicht steigen. Für kurze Anlagezeiträume werden nächstes Jahr um die 1,5 Prozent Verzinsung möglich sein. Für eine Kurzzeitanlage ist das sicher o.k., aber attraktive Renditen sehen anders aus. Siehe auch Tagesgeld Zwischenparken.

Zinspapiere und Anleihen Pfeil_rechts

Durch die Geldflut der EZB sind alle halbwegs akzeptablen Papiere gekauft und hoch bewertet. Wenn man von einer Zinserhöhung ausgeht werden die Anleihenkurse definitiv sinken. Immerhin haben die Anleihezinsen ihre absoluten Tiefpunkte überwunden. Auch sind die „langen“ Zinsen wieder deutlich höher als die „kurzen“.

US-Unternehmensanleihen guter bis sehr guter Bonität könnten interessant sein, da hier die Zinsen höher sind. Siehe auch Unternehmensanleihen in US-Dollar Alternative für Zinsjäger?

Mein Fazit: Ein Einstieg in Anleihen, Bundesschatzbriefe etc. halte ich für absolut nicht interessant. Für Mutige könnten amerikanische Unternehmensanleihen beachtenswert sein.

Immobilien Pfeil_rechts_unten

Da durch billiges Geld in Deutschland hohe Nachfrage nach Immobilieninvestments auf ein immer geringer werdendes Angebot trifft, führt es zu überhöhten Preisen (Inflation!). Mittlerweile steigen auch in kleineren Städten oder ländlichen Lagen die Immobilienpreise. In vielen Regionen nähern wir uns immer mehr einer Immobilienblase.

Für den Direkterwerb spricht grundsätzlich die anstehende Inflation, denn diese vernichtet einerseits den Geldwert, entwertet jedoch auch Schulden und andererseits die nach wie vor geringen Zinsen. Allerdings sind die meisten Kaufobjekte mittlerweile überteuert. Man wird kaum noch Wohnungen oder Häuser finden, die aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten überzeugen. Hier gilt es sehr selektiv vorzugehen. Siehe auch Prognose Immobilienerwerb

Gleiches gilt nach meiner Einschätzung auch für den indirekten Erwerb über Immobilienaktien oder Immobilienfonds, da sich aktuell die enthaltenen Anteile in der besten aller Welten befinden und die Rahmenbedingungen derzeit nur schlechter werden können.

Mein Fazit: Immobilienanlagen machen derzeit und auch auf Sicht nur noch in wohlkalkulierten Einzelfällen Sinn.

Rohstoffe Pfeil_rechts_oben

Meine positive Einschätzung für Rohstoffe wurde bestätigt. Die Rohstoffpreise hatten historische Tiefstände erreicht. Als Reaktion darauf haben viele Fördergesellschaften die Produktion heruntergefahren und auch ihre Investitionen zusammengestrichen. Durch das geringe Angebot steigen die Preise erwartungsgemäß. Diverse Rohstoffe habe sich deutlich von ihren Tiefstständen erholt. So ist Kupfer zum Beispiel um 60 Prozent gestiegen.

Kupfer und Eisen Eisenerze werden Zusätzlich ist es sicher, dass die Nachfrage – schon alleine durch das Wachstum der Weltbevölkerung – steigen wird. Die Preise müssen steigen. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft in China wieder anzieht.

Gold erscheint aktuell schon recht hoch bewertet. Poltische Krisenherde könnten zu einem zeitweiligen Anstieg führen. Mittel- und langfristig bin ich skeptisch.

Für Öl bin ich eher skeptisch. Durch das leider weit verbreitete Fracking in den USA sind ausreichend Förderkapazitäten vorhanden. Dazu kommt, dass eine einheitliche Begrenzung der Fördermengen stets bestenfalls kurzzeitig zustande kommt. Mittelfristig wird durch den Ausbau der erneuerbaren Energien der Ölbedarf sinken. In Öl sollte man m. E. nur investieren, wenn der Preis deutlich unter 50 US-Dollar je Barrel sinkt.

Für 2017 sind Rohstoffe meine Favoriten. Persönlich würde ich den Fokus auf Kupfer- und Eisenerze legen. Siehe auch →  Anlage in Rohstoffen

Mein Fazit: Trotz bereits leicht gestiegener Kurse – Anlegen in Rohstoffen, am besten mittels breit streuenden ETFs ist in 2017 ein sinnvolles Anlageziel. Bitte Geduld mitbringen.

 

Gesamtfazit kurz vor der Bundestags-Wahl: Im Ausblick gehe ich davon aus, dass im Wahljahr 2017 für die meisten Anlageklassen nicht mehr viel geht. Sofern nicht von anderen Krisen überlagert, wird die Bestätigung der Großen Koalition einen kurzen Aufwärtstrend auslösen. Ich empfehle Gewinne spätestens dann mitzunehmen und das Pulver trocken zu halten. Chancen sehe ich im Bereich der Rohstoffe.

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