Neuer Präsident in Südafrika: Neue Chancen für Anleger am Kap?

Als Urlaubsland bin ich ein großer Fan Südafrikas. Aber wie sehen die Marktchancen am Südzipfel der afrikanischen Kontinents nach dem Wechsel an der Staatsspitze aus?

Die aktuelle Lage

Nachdem Jacob Zuma Mitte Februar durch seinen Rücktritt einem Misstrauensvotum gegen ihn zuvorkam, leitet nun Cyril Ramaphosa die Geschicke Südafrikas. Vor dem neuen Präsidenten liegen massiven Herausforderungen: Korruption auf allen staatlichen Ebenen, ein marodes Bildungssystem, eine sehr hohe Arbeitslosigkeit von um die 27 Prozent sowie Staatsschulden von etwa 57 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Daraus folgend wird die Bonität des Landes zunehmend schlecht eingeschätzt.

Der neue Staatspräsident scheint sich den Aufgaben annehmen. Die Mehrwertsteuer wurde von 14 auf 15 Prozent erhöht. Gleichzeitig wurden höhere Abgaben auf Treibstoffe und verschiedene Luxusgüter beschlossen. Mit diesen Mehreinnahmen sollen laut Ramaphosa neben den Staatsfinanzen vor allen Dingen die Bereiche Bildung und Arbeit gestärkt werden. So steht ein Programm zur Schaffung von einer Million bezahlter Praktikumsstellen in den nächsten drei Jahren ebenso auf Ramaphosas Agenda wie die Korruptionsbekämpfung.

Negativ zu Buche schlägt die jüngste Entscheidung der Regierungspartei ANC, alle weißen Farmer entschädigungslos zu enteignen.

Wie sieht der Aktienmarkt aus?

Angesichts der zielführend erscheinenden Pläne des neuen Präsidenten und der insgesamt guten wirtschaftlichen Wachstumsaussichten – sowohl im Land selbst als auch global – könnte sich auch der südafrikanische Aktienmarkt weiter positiv entwickeln. Bereits im vergangenen Jahr ist der 52 südafrikanische Unternehmen umfassende MSCI South Africa in Euro gerechnet um mehr als 20 Prozent nach oben geklettert – getrieben insbesondere vom Energiesektor, der rund 87 Prozent zulegte. Ebenfalls eine überdurchschnittliche Wertentwicklung verzeichneten 2017 die Branchen Konsum und Finanzen – zwei Sektoren, für die auch 2018 eine gute Performance zu erwarten ist. Zudem dürfte die Kreditvergabe durch die Banken anziehen. Insgesamt liegt das erwartete Gewinnwachstum für die Unternehmen im MSCI South Africa laut Analystenschätzung bei 22,1 Prozent (!) im Vergleich zum Vorjahr. Seit Cyril Ramaphosa Jacob Zuma als Präsident ablöste, flossen umgerechnet mehr als fünf Milliarden Euro in Südafrikas Aktien.

Am Kap gibt es diverse Firmen, die vielversprechend aussehen. Da wäre der Telekomkonzern MTN. MTN ist in zahlreichen Ländern des arabischen und afrikanischen Raums vertreten und hat insgesamt rund 200 Millionen Telefonkunden. Das KGV liegt im Bereich von hohen 19, die Dividendenrendite beträgt etwa 4,5 Prozent. Hohe Dividenden und eine nicht zu hohe Bewertung  gibt es auch beim Finanzdienstleister FirstRand. Auch die Standard Bank ist günstig bewertet. Die Aktie des Finanzunternehmens aus Johannesburg gibt es zu moderaten Preisen. Die Rohstoff-Konzerne, wie Gold Fields und AngloGold Ashanti erzielen ihre Umsätze auf Dollar-Basis, während ihre Kosten in Rand anfallen. Die Entwicklung der Gold Fields – Aktie bedarf allerdings starker Nerven, dann lieber AngloGold Ashanti wählen.

Wer in die Börse Südafrika  auf breiter Basis investieren will, der greift zum Lyxor UCITS ETF South Africa (ISIN: FR0010464446), zum iShares MSCI South Africa (ISIN IE00B52XQP83) oder zum HSBC MSCI SOUTH AFRICA (ISIN DE000A1JF7M8).

 

Mein Fazit: Die Lage in Südafrika ist noch immer diffizil mit leicht positiven Tendenzen. Für mutige Anleger könnte das Land nach dem Präsidentenwechsel eine Investition wert sein. Mein Empfehlung ist einer oder auch mehrere den genannten ETFs als Teil deines Gesamtportfolios. Hakuna Matata.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.