Den Niedrigzinsen mit mehr Risiko entgehen?

Mit Niedrigzinsen oder jetzt  auch negative Zinsen ist für uns Anleger eine Situation eingetreten, die es noch nie gab. Nullzinsen bei der EZB – die Europäische Zentralbank (EZB) weitet  ihre Anleihenkäufe weiter aus, und zwar von 60 auf 80 Milliarden Euro im Monat. Darüber hinaus verschärfte sie den Strafzins auf Bankeinlagen und drückt den Leitzins erstmals in der Geschichte auf null. Kreditinstitute, die ihr Geld bei der EZB anlegen, müssen künftig eine Strafgebühr von 0,4 Prozent entrichten. Bisher waren es 0,3 Prozent. Die EZB will damit die Deflation bekämpfen und Finanzinstitute dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben und damit die europäische Konjunktur anzuschieben. Wer Anleihen kauft und damit Vermögen an den Staat oder Unternehmen verleiht, erhält keine Vergütung. Ein Riesenproblem.

Siehe auch → EZB Leitzins-Entscheid – Auswirkungen für die private Geldanlage

Strategien gegen Niedrigzinsen

Wer Renditen von 4 Prozent und mehr erwirtschaften will, hat in Europa nur eine Option – er muss griechische Staatsanleihen kaufen.
Dadurch das die EZB nun auch Anleihen großer Unternehmen aufkauft, sind auch in diesem bisher noch interessanten Sektor die Renditen nicht mehr attraktiv.

Etwas höhere Verzinsungen sind bei Anleihen in US Dollar erzielbar, aber der Kracher ist das auch nicht, da man Bedenken muss, dass man hierbei auch ein Währungsrisiko eingeht. Für mehr Zinsen müssen Anleger erhebliche Risiken eingehen, in dem er in Anleihen von Schwellenländern oder in Papiere mit niedrigerer Bonität investiert. Hier heißt es ganz klar: Zinsen gegen Risiko.

Alternative Aktien?

Statistik: Maximaler Verlust verschiedener Finanzmarktkrisen am deutschen Aktienmarkt seit dem Jahr 1873 | StatistaInfolge der extremen geldpolitischen Maßnahmen sind heute nicht nur Anleihen, sondern auch Aktien und Immobilien im historischen Vergleich hoch bewertet. Genau wie Anleihen bieten sie deshalb auf Sicht nur magere Renditeaussichten und verfügen zudem über ein erhebliches Rückschlagpotenzial. Wer hier investiert, befindet sich inmitten der Chancen und Risiken der Börsen.

Zunächst sollten sich Anleger den aktuellen Börsenzyklus vor Augen führen: Immerhin sind die US- amerikanischen und die deutschen Aktienmärkte in den letzten Jahren nahezu parallel um jeweils etwa 15 Prozent pro Jahr gestiegen.

Dabei ist zu bedenken, dass diese Ergebnisse eher auf der aggressiven Geldpolitik als auf den tatsächlichen Unternehmensdaten beruhen. Sie können nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden.

Sie auch → Aktueller Marktausblick und Geldaussichten im II. Quartal

Mein Fazit: Aktuell sollten Anlagen extrem breit über verschiedene Anlageklassen, Schuldner und Regionen gestreut werden. Erst nachdem die zu erwartenden Rückschläge an den Märkten eingetreten sind, sollte offensiver investiert werden. Im Moment gilt: Ruhe bewahren und das Pulver trocken halten.

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