Die epische Schlacht: Putzfrau versus Staubsaugerroboter

Seit längerem tobt bei uns die Diskussion über die Beschäftigung einer Putzfrau, um mehr Zeit für schöne und angenehme Aktivitäten zu gewinnen. Ich lehne die Einstellung einer Haushaltshilfe ab. Erstens erscheint es mir snobistisch jemanden Anderen „unserer Dreck“ wegmachen zu lassen. Zweitens gefällt es mir nicht, Fremde in unserer Wohnung zu haben.

Daher hat sich die Diskussion nunmehr in Richtung der Investition in einen Staubsaugerroboter verschoben, um die Putzaufwände zu reduzieren. Die Anschaffung ist beschlossen. Was ist zu beachten? Was muss so ein Gerät können?

Kriterien für Staubsaugerroboter

Zuerst sollte man sich klarmachen für welche Bodenbeläge, Flächen und mit welchem Sauberkeitsanspruch man einen Roboter benötigt. Ist die Wohnung komplett oder teilweise gefliest oder mit anderen glatten Oberflächen eingerichtet? Dann kommen auch Sauger ohne rollende Bürsten in Frage – aus Teppichen holen sie dagegen fast gar nichts heraus. Aber auch auf glatten Oberflächen lösen Roboterstaubsauger mit Bürstenwalze etwas mehr Schmutz. Doch auch glatte Flächen haben Fallstricke: Schmale Fugen zwischen den Fliesen oder zwischen den Holzdielen können viele Sauger nicht gründlich reinigen. Hier bleibt gern Staub und Schmutz hängen, da muss man dann alle paar Wochen per Hand nacharbeiten. Bei Teppichen eignen sich Roboter nur für Niedrigflor-Beläge, in Langflor-Teppichen bleiben sie definitiv stecken. Wischroboter sind technisch gesehen Staubsauger-Robotern sehr ähnlich, sie besitzen jedoch zusätzlich einen oder mehrere Wassertanks und kommen mit Wischtüchern fürs Nasswischen und Polieren und haben spezielle Programme, die das Grobsaugen, Einweichen und Wischen separat ausführen.

Saugleistung / Reinigungskraft

Für mich der wichtigste Punkt. Ziel muss eine möglichst umfassende dauerhafte Grundreinigung der Wohnung sein, um einen maximalen Nutzen aus der Investition in einen Staubsaugerroboter zu rechtfertigen. Ich denke maximal 1x pro Woche manuell nachzusaugen ist akzeptabel.

Bedienung

Das Staubsaugen an sich ist ja keine Wissenschaft. Daher sollte die Bedienung auch möglich intuitiv und idiotensicher sein. Viele Modelle bieten mittlerweile die Bedienung per App und aus der Ferne an, aber braucht man das?

Lautstärke

Klassische Staubsauger sind oft recht laut. Ein Haushaltsroboter sollte seine Dienste möglichst leise erledigen, damit er Dir nicht zur Last fällt, wenn Du zum Beispiel gerade reden, fernsehen oder relaxen willst. Die Dezibel-Werte (dB) der meisten Roboter bewegen sich dabei in einem Bereich von 60-70 dB. Wenn dieses Kriterium wichtig ist, sollte man nah an 60 dB kommen, da einige wenige dB Unterschied subjektiv sehr negativ empfunden werden können.

Akkulaufzeit und Aufladen des Akkus

Die Laufzeit ist eigentlich kein wesentlicher Punkt. Dann muss der Kollege halt mehrmals los. Wichtig ist eine gute und zuverlässige automatische Aufladung.

Geländefähigkeit

Ist relevant, wenn in der Wohnung kleinere Höhenunterschiede zu überwinden sind. Meistert er Teppichkanten oder bleibt er regelmäßig an den kleinen und größeren Hindernissen einer Wohnung hängen? Ein Muss für Besitzer von mehrstöckigen Wohnungen ist der Absturzsensor. Er überprüft, ob „Robbi“ bereits an die Treppenkante herangefahren ist und vermeidet, dass er sich ungewollt in den Staubsauger-Tod stürzt. Die Treppe hoch schafft es kein Staubsaugerroboter 😉 .

Größe und Design

Das Design spielt bei einem Saugroboter Test eigentlich eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die Bauform. Ein Staubsaugerroboter sollte möglichst kompakt sein, damit er auch die hintersten Ecken erreicht sowie auch unter der Couch saugen kann. Ist ein Gerät zu hoch oder insgesamt sehr groß, ist der Effekt verpufft.

Gerätereinigung

Wie leicht lässt sich der aufgesaugte Dreck hinterher aus dem Gerät entnehmen sowie das Gerät reinigen? Diesen Punkt finde ich recht wichtig, da durch die geringe Größe der Roboter ein regelmäßiges Leeren nicht zu umgehen ist.

Filterung

Für Allergiker ein wichtiger Aspekt. Finde ich persönlich nicht so relevant, da ich von einer Reinigung in meiner Abwesenheit ausgehe.

Preis / Leistung

Staubsaugerroboter sind kein ganz günstiges Unterfangen. Dafür sparen sie aber auch Zeit. Allerdings nur, wenn die Saugleistung auch stimmt und Du nicht ständig nacharbeiten mußt.

Was brauche ich wirklich?

Ich möchte einen bestmöglichen Reinigungseffekt. Der Roboter soll seinen Job möglichst – während die Familie abwesend ist – machen. Er soll  leise sein, wenn man doch mal während des Saugens daheim ist. Er soll so flach sein, dass er unter die Couch und Bett kommt. Und der Staubsaugerroboter soll keine Möbel beschädigen.

Kandidaten

iRobot Roomba

Amazon wirft nach meinen Filterkriterien den iRobot Roomba 871 als das perfekte Modell für mich aus. Der Roomba soll durch das sogenannte  AeroForce-System eine überdurchschnittlich gute Schmutzaufnahme erzielen. Dabei stellt er sich automatisch auf die zu reinigenden Untergründe ein und soll besonders gut für Hartböden (Fliesen, Laminat) geeignet sein. Die Cliff-Detect-Funktion verhindert Treppenstürze. Der Saugroboter ist programmierbar sowie mit einer Fernbedienung aktivier- und fernsteuerbar. Du kannst das Gerät für sieben Tage vorprogrammieren und damit festlegen, wann der 871 mit seiner Arbeit beginnen soll. Positiv zu erwähnen ist, das der Roboter mit einem HEPA-Filter ausgestattet ist und somit ideal für Allergiker geeignet.

Der Roomba erkennt durch Sensoren nicht nur Treppen, sondern sämtliche Hindernisse. Kommt er an ein solches Hindernis, macht er kehrt und reinigt den Raum weiter. Sollte er trotzdem einmal an ein Hindernis stoßen, sollen Stoßdämpfer dafür sorgen, dass die Möbel unbeschädigt bleiben. Der Roboter ist 9,2 cm hoch und kommt damit bei mir unter Sofa und Betten. Durch Seitenbürsten wird von guten Reinigungsergebnissen entlang von Wänden und in Ecken berichtet. Sobald der Akku schwächer wird, fährt der iRobot Roomba 871 automatisch zu seiner Ladestation zurück. Die Entleerung des 260 ml Staubbehälters soll leicht von der Hand gehen. Der Geräuschpegel ist mit 61dB angegeben.

Neato Botvac D85

Um sich im Raum zu orientieren setzt der Staubsaugerroboter auf das sogenannter Laser-Mapping. Der Roboter scannt also quasi mittels seinem Laser-Sensorsystem ständig die Umgebung und versucht sich so eine Art interne Karte des Raumes zu machen. Dadurch gelingt dem Neato botvac D85 nicht nur die recht systematische Raumreinigung, sondern es gelingt ihm auch oft Kollisionen mit Möbeln oder Wänden zu verhindern. Ein Tastendruck am Gerät reicht aus um diesen einzuschalten und ein weiterer Tastendruck startet den automatischen Reinigungsvorgang. Ein weiterer Taster am Gerät dient dazu einen begrenzten Bereich von ca. 1,2×1,8m zu reinigen (Spotreinigung).  Ein programmierbarer Timer ist natürlich vorhanden. Mittels der Sensortasten und des farbigen kleinen Displays lassen sich die täglichen Reinigungsvorgänge programmieren. Reicht einmal die Energie nicht aus, so lädt sich der Roboter automatisch an der Basisstation auf und setzt dann an der unterbrochenen Stelle die Reinigung fort.

Der Neato besitzt einen Hepa-Filter um feinste Staubpartikel bzw. Allergene aus der Abluft zu filtern. Über die Reinigungsleistung gibt es widersprüchliche Testberichte. Für die Entleerung des Schmutzfachs muss man beim Neato Botvac D85 den Hepa-Filter mit entnehmen – nicht so toll. Mit dem Laserturm ist der Neato 10 cm hoch. Die Lautstärke liegt bei 68 dB.

ECOVACS DEEBOT

ECOVACS Deebot bietet mehrere Modelle, die in meine Auswahl kamen.

Der Ecovacs Deebot M88 saugt laut mehrerer Test gut, lässt sich komfortabel per App bedienen und hat sogar eine Nasswischfunktion. Schwerpunkt liegt auf harten, glatten Oberflächen, was für mich wesentlich ist. Wer für eine Etage mit mehreren Räumen, wenigen Barrieren und nur kleinen Höhenunterschieden einen Putzhelfer sucht, soll mit dem Ecovacs Deebot M88 glücklich werden. Die Reinigungsleistung wird meist gut eingeschätzt. Das Befahren der Räume erfolgt je nach Modus systematisch oder per Zufall. In Summe besitzt das Geräte mehrere Reinigungsmodi, wie z. B. Kanten- oder Einzelraumreinigung.

Der M88 kommt mit einem hochwertigen Feinstaubfilter. Der Schmutzbehälter ist leicht zu entnehmen und leicht zu entleeren. Die Lautstärke liegt bei 60 DB. Die Bauhöhe beträgt 78 mm. Das Geräte kann auch App gesteuert werden. Als Besonderheit verfügt der Deebot M88 über eine Wischfunktion. Dazu wird ein Wassertank am Roboter befestigt. Der Wassertank wird mit Wasser befüllt und gibt nach und nach Wasser an das Mikrofaserpad ab. Nach ca. 30 m² muss das Pad gewechselt und der Tank neu befüllt werden. Für den Funktionsumfang hat der Deebot M88 ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Ecovacs Robotics Deebot Slim

Der Ecovacs Robotics Deebot Slim ist der derzeit flachste Staubsaugerroboter. Die Reinigungsleistung wird dennoch meist als gut eingeschätzt. Zudem besitzt er eine Timerfunktion. Bei dieser handelt es sich um eine einfache Funktion, da diese jeden Tag die automatische Reinigung zur selben Zeit ermöglicht. Der Saugroboter verfügt sonst über einen Treppensensor und einen Hindernissensor. Somit kann er nicht abstürzen und mit anderen Gegenständen zusammenprallen.  Der Saugroboter ist mit mehreren Reinigungsmodi ausgestattet. Dabei kann zwischen der Normal-Reinigung, dem Spot-Modus zum Reinigen bestimmter Stellen und ein Kantenmodus ausgewählt werden. Der Saugroboter ist leicht eckig, um die Ecken leichter reinigen zu können.

Der Ecovacs Deebot Slim Saugroboter neben der Saugfunktion auch eine Wischfunktion. Es handelt sich dabei um eine Funktion ohne Wassertank, jedoch mit einem Mikrofaserpad. Die Bauhöhe beträgt 57 mm, womit er wirklich überall hinkommen sollte. Mit 60 dB ist er recht leise. Durch das geringe Gewicht und einen kleiner Akku ist der Stromverbrauch gering. Für Comicfreunde gibt es ein Marvel-Edition des Ecovacs Robotics Deebot Slim.

Xiaomi Mi Robot

Der chinesische Roboter ist reichlich mit Sensoren ausgestattet, neben Ultraschall-, Infrarotsensoren gibt es auch Beschleunigungssensoren, Gyroskop und ein Laser-Scanner. Erwähnenswert ist auch noch, dass der Xiaomi Mi Robot Vacuum über einen integrierten Lithium Akku mit besonders großer Kapazität verfügt, nämlich 5200 mAh.  In einem Reinigungsvorgang soll der Xiaomi Mi Roboter so Wohnungen bis zu 250 qm reinigen können. Die Reinigungsleistung wird als sehr gut eingeschätzt. In mehreren Tests werden die schnelle Reinigung, die tolle Navigation und die guten Reinigungsergebnisse gelobt.

Das Schmutzfach mit dem integrierten Hepa-Filter soll leicht entnehmbar und entleerbar sein. Die Bauhöhe beträgt 10 cm. Die  Lautstärke liegt zwischen 64 und 67 dB je nach Modus. Es gibt auch ein Smartphone App, die sowohl für IOS als auch Android verfügbar ist, allerdings ist diese derzeit nur in chinesischer Sprache erhältlich.

Die Entscheidung

Die Favoriten waren am Ende der Xiaomi Mi Robot und Ecovacs Robotics Deebot Slim. Der Roomba ist mir zu teuer und der Neato vom Gesamtbild nicht überzeugend. Die Entscheidung ist für den Ecovacs Robotics Deebot Slim gefallen, da er alle meine persönlichen Kriterien an einen Staubsaugerroboter erfüllt, durchgängig gute Kritiken erhält und zudem mit um die 200 € recht preiswert ist. Der Robo ist bestellt. Über die Erfahrungen wird zu berichten sein.
Geld und Meer

Ecovacs Robotics Deebot Slim Marvel Edition – Ultra-flacher Staubsaugerroboter


2 Replies to “Die epische Schlacht: Putzfrau versus Staubsaugerroboter”

  1. Wir nutzen auch einen Saugroboter, aber eher als „Ergänzung“. Der läuft dann tagsüber während wir auf der Arbeit sind durch und dadurch ist es schon einigermaßen sauber. 1x die Woche muss dann aber trotzdem noch der gute alte Staubsauger ran. Dennoch ist es eine gute Hilfe und erspart einem einiges an Arbeit 😉

  2. Super Ratgeber !
    Ich habe mir letztens auch ein Staubsaugerroboter von iRobot Roomba gekauft und muss sagen super Teil!
    Er ist zwar nicht so gründlich als wen man händisch sauber machen würde aber es lohnt sich auf jedenfall!
    Gruß
    Johan

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