Reisezoom-Objektive für Canon – ein Erfahrungsbericht.

Heute möchte ich wieder einmal der Aspekt „Meer“ dieser Webseite bedienen. Vor der letzten großen Auslandsreise hatte ich mit einigem Vorlauf ein neues Objektiv für meine Spiegelreflex zu gelegt. Da ich mich im Vorfeld sehr intensiv mit der Thematik befasst habe, möchte ich meine Erfahrungen teilen – insbesondere der Nutzen und die Auswahl eines Reisezoom-Objektivs.

Vor drei Jahren erhielt ich eine Canon 100 D als Geschenk. Dies ist die kleinste und leichteste Spiegelreflex von Canon, da ich nicht so ein Riesengerät mit mir tragen wollte.

Canon EOS 100D Kit

Das Set enthielt das Objektiv Canon EF-S 18-55mm.

Canon EF-S 18-55mm

Das Canon EF-S 18-55mm ist ein hervorragend Objektiv für Porträts, Innenaufnahmen und Landschaftsbildern. Das Objektiv ist leicht und arbeitet sehr leise. Zu dem ist es bildstabilisiert, d. h. leichte menschliche Wackler versucht das Objektiv auszugleichen. Das Zusammenspiel mit der Canon Kamera ist erwartungsgemäß perfekt. Bei Amazon einzeln erworben, kostet das Canon EF-S 18-55mm etwa 140 €.

Tamron AF 70-300mm 4-5,6 Di LD Macro

Im Praxiseinsatz merkte ich dann schnell, dass die Zoom-Möglichkeiten des Canon 18-55-Objektivs nicht ausreichen – beispielsweise, wenn man durch Hindernisse oder Entfernung nicht näher an den Fotogegenstand heran kommt. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Zoom-Objektiv. Da ich kein Fotoprofi bin landete ich schließlich beim Tamron AF 70-300mm 4-5,6 Di LD Macro der Firma Tamron. Das Objektiv bekam sehr gut Kritiken. Also schlug ich zu einem Preis von etwa 110 € zu.
Der Zoom und das Bildergebnis sind beeindruckend. Für den Brennweitenbereich ist das Objektiv recht leicht. Durch ein Einrasten im Zoombereich von 180 bis 300 mm sind Makroaufnahmen möglich. Dieses Objektiv besitzt keinen Bildstabilisator. Also ist bei starkem Zoom ein Aufsetzen der Kamerahand oder ein Stativ sinnvoll.

Jetzt war ich für alle Fotosituationen, in die ein Amateur kommt gut gerüstet und machte für meine Ansprüche hervorragende Bilder.

Reisezoom-Objektive

Nach etwa einem Jahr stellte ich jedoch folgendes fest: Um für alle Situationen vorbereitet zu sein, musste ich immer zwei Objektive mit mir herumtragen – Gesamtgewicht Kamera, Tasche, beide Objektive etwa 1,5 kg. Nahm ich aus Bequemlichkeit nur eins mit, fehlte mir oft das andere. Selbst wenn ich beide dabei hatte, hatte ich in spontanen Fotomomenten immer das falsche auf der Spiegelreflex. Steht man z. B. vor der Pyramide von Chichen Itza, kann man mit dem Zoomobjektiv gar nicht so weit weg gehen, um das Motiv ins Bild zu bekommen. D. h. im Praxiseinsatz ständig zwischen den Objektiven zu wechseln. Auf Dauer nervt es.

Also verkaufte ich schließlich beide Objektive per ebay-Kleinanzeigen und machte mich mit dem Geld auf die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau. Die Lösung sind sogenannte Reisezoom-Objektive, die einen weiten Brennweitenbereich innerhalb eines Objektivs abdecken. Natürlich muss einem von Anfang an klar sein, dass diese Objektive ein Kompromiss sind. Mit Spezialobjektiven für bestimme Bereiche können sie nicht mithalten. Da ich, wie gesagt, keinen Profianspruch habe, war das o.k. und ich machte mich auf die Suche.

Canon EF-S 18-200mm

Das Canon EF-S 18-200mm verfügt über einen Bildstabilisator und schneidet in den Test in Sachen Bildqualität sehr gut ab. Allerdings erfüllt die Endbrennweite von 200 mm nicht wirklich meine Vorstellungen vom Zoombereich. Dazu kommt ein Preis von etwa 480 €. Hier bezahlt man sicher zurecht für Namen und Qualität. Ich konnte mich nicht für dieses Modell entscheiden, obwohl alle meine Recherchen zeigen, dass es sich um ein gutes Reisezoom-Objektiv handelt.


Canon EF-S 18-200mm

Leider bietet Canon auch gegen mehr Geld kein Objektiv mit größerem Bereich an.

 

Tamron 16-300mm

Das Tamron-„Megazoomobjektiv“ deckt den größten Brennweitenbereich der drei in meiner engeren Auswahl. Mit den 16 mm wird ein extremer Weitwinkel abgedeckt. Es enthält drei asphärische Glaselemente. Des Weiteren verfügt es über einen Bildstabilisator.

Reisezoom
Tamron 16-300mm F/3,5-6,3 DI II

In Test und Rezessionen erhält das Tamron gute Kritiken. Da ich bereits das Tamron AF 70-300mm mit guter Qualität im Einsatz hatte, hat es bei mir hohe Sympathiewerte. Allerdings lag der Preis von etwa 540 € über meinen Budgetvorstellungen.

Sigma 18 bis 300 mm

Das Sigma ist ein „Megazoomobjektiv“ mit vier FLD-Glaslinsenelementen. Trotzdem ist das Gewicht noch o.k. Das Objektiv macht einen qualitativ sehr guten Eindruck und arbeitet sehr leise und exakt. Gegen Verwacklungen ist es mit einer Bildstabilisierung – was die Möglichkeiten bei Freihandaufnahmen verbessert.


Sigma 18-300/3,5-6,3 DC Makro

Das Sigma bekommt in Test und Rezessionen hervorragend Kritiken. Ich habe es schließlich für etwa 440 € erworben. Nach einigen Tests im Heimatland hat es sich nun auch beim ersten Praxiseinsatz in Kapstadt sowie auf einer Big-Five-Safari bewährt. Ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung und kann den Kauf empfehlen.

Reisezoom

Mein Fazit: Zunächst kann ich den Kauf eines Reisezoom-Objektivs nur empfehlen. Man trägt auf Reisen nicht soviel mit sich herum und ist auf alle fotografischen Herausforderungen vorbereitet. Diesen Anspruch erfüllen alle drei vorgestellten Objektive sehr gut, so dass man mit keinem einen Fehlgriff landet.

One Reply to “Reisezoom-Objektive für Canon – ein Erfahrungsbericht.”

  1. Ich persöhnlich besitze das Sigma 18-300/3,5-6,3 DC Makro und muss Ihnen komplett zustimmen !
    Ich habe es in meinen Grand Canaria Urlaub getestet und war rund um zufrieden. Der Preis mag viele zunächst abschrecken doch für die dargebotene Qualität hat sich der Kauf durchaus gelohnt. 🙂
    Liebe Grüße
    Hendrik

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