Rohstoffaktien – Das Einzige, was noch geht.

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Bereits im letzten Rohstoffbeitrag hatte ich darauf hingewiesen, dass die Aktien von Eisenerz-Produzenten hinter den Rekordkursen vieler Aktiensektoren hinterher hinken. In diesem Jahr begann der Aufholprozess von den Tiefkursen. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Rohstoffkonzerne liegen noch deutlich unter denen, anderer Weltkonzerne. Die gut laufende Weltwirtschaft wird diesen Trend noch beflügeln. Eine Sondernachfrage nach Metallen wird zusätzlich, die nun doch einsetzende Offensive bei Elektroautos erzeugen. Sollte die Produktion von Elektrofahrzeugen tatsächlich nach oben gefahren werden, bedeutet dies auch einen Kampf um die notwendigen Rohstoffe.

Der Sektor Rohstoffe ist für mich derzeit die einzige sinnvolle Anlagenempfehlung. Aber welche Aktien kommen in Frage?

Glencore

Die Glencore plc ist die weltweit größte im Rohstoffhandel tätige Unternehmensgruppe. Glencore mit Sitz in Baar in der Schweiz handelt mit Öl, Kohle, Metallen und Landwirtschaftsprodukten. Das Unternehmen entstand aus der Fusion von Glencore International und Xstrata, die im Mai 2013 abgeschlossen wurde. Gründer von Glencore war einst der legendäre Rohstoffhändler Marc Rich. Der Börsengang von Glencore erfolgte im Mai 2011. CEO ist seit 2002 der Südafrikaner Ivan Glasenberg. Er gilt mit einem Vermögen von mehr als fünf Milliarden Euro als reichster Südafrikaner.

Der bereinigte Betriebsgewinn von Glencore stieg im ersten Halbjahr 2017 um 68 Prozent auf 6,7 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz kletterte um knapp 44 Prozent auf 100,3 Mrd. US-Dollar. Die Marktkapitalisierung etwa 61 Milliarden Dollar (WKN: A1JAGV / ISIN: JE00B4T3BW64).

Glencore ist der weltweit größte Minenbetreiber für Zink, gefolgt von Teck Resources. Das Unternehmen kommt auf einen weltweiten Marktanteil von 8 %. Bis vor kurzem waren die Schweizer noch am Ölförderer Rosneft beteiligt, haben sich jedoch kürzlich fast vollständig zurückgezogen.

Das KGV von Glencore liegt bei 14, die erwartete Dividendenrendite bei 3,6 Prozent bei einem aktuellen Börsenkurs von 4,20 Euro.

Rio Tinto

Rio Tinto ist eine 1873 gegründete multinationale Bergbaugesellschaft. Die Zentrale befindet sich in Großbritannien (London). CEO ist seit 2016 der Franzose Jean-Sébastien Jacques. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt bei gut 55 Milliarden Euro (WKN: 852147, ISIN: GB0007188757).

Rio Tinto erschließt, erforscht und baut Mineralienvorkommen ab und ist vor allem in Australien und Nordamerika, aber auch in Europa, Südamerika, Asien und Afrika tätig. In seinem Mineralienportfolio besitzt Rio Tinto u.a. Aluminium, Kupfer, Gold, Diamanten, Industriemetalle, Kohle, Uran, Eisenerz.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird mit 12 angegeben; die Dividendenrendite ca. mit 4,8 Prozent. Sollten die Rohstoffpreise weiter anziehen wird die Aktie stark profitieren.

Vale

Vale aus Brasilien ist größter Eisenerzlieferant der Welt. Die Vale S.A., ehemals Companhia Vale do Rio Doce, mit Sitz in Rio de Janeiro, ist neben der Rio Tinto Group und BHP Billiton eines der drei größten Bergbauunternehmen der Welt (WKN: 897998 / ISIN: BRVALEACNPA). Die Zentrale befindet sich in Rio de Janeiro. Gegründet wurde die Firma 1942. Die Marktkapitalisierung von Vale umfasst 44 Milliarden Euro. Chef des Konzerns ist seit 2017 Fabio Schvartsman. Hauptaktionär ist der brasilianische Staat.

Das KGV für 218 bei moderaten 9. Die Dividendenrendite liegt bei 4,2 %. Über Vale liest man immer wieder, dass das Unternehmen mit Abstand die geringsten Förderkosten für Eisenerze hat, d. h. die Marge je Tonne ist höher als bei der Konkurrenz.

BHP BILLITON

BHP Billiton ist ein australisch-britischer Rohstoffkonzern. Die Unternehmenszentrale  ist in Melbourne, Australien. CEO ist seit 2013 der Kanadier Andrew Mackenzie. Die Marktkapitalisierung des Rohstoffgiganten liegt bei etwa 33 Milliarden Euro (WKN: 908101, ISIN: GB0000566504).

Global ist BHP der größte Exporteur von Kohle und drittgrößter Eisenerzproduzent. Das Produktportfolio von BHP Billiton umfasst auch Aluminium, Gas, Nickel, Mangan, Uran und Silber. BHP Billiton betreibt u.a. folgende Produktionsstätten: eine Aluminiumschmelzhütten in Richards Bay, Südafrika, eine Kupfer- und Zinnmine in Kanada, eine Bauxitmine und Aluminiumraffinerie in Worsley, Südaustralien und Samancor, einen Produzenten von Eisenchrom und Eisenmangan in Südafrika. Minen werden in Australien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Mosambik, Südafrika und Surinam betrieben.

Das Kurs-Gewinnverhältnis für 2018 wird mit 13 prognostiziert. Die Dividendenrendite wird mit guten 4,3 Prozent eingeschätzt.

Norilsk Nickel

MMC Norilsk Nickel gilt als einer der weltgrößten Hersteller von Nickel, Kupfer, Palladium und Platin. Die Kerntätigkeit der Gesellschaft besteht aus dem Auffinden, der Förderung, der Verarbeitung sowie dem Verkauf der Schwer- und Edelmetalle. Des Weiteren rangierte das Unternehmen in Verbindung mit seinem Tochterunternehmen Stillwater Mining Company (Denver, Colorado) unter den vier größten Platinförderern und gehört zu den zehn größten Kupfer-Produzenten der Welt. Zudem fördert Norilsk Nickel Kobalt, Rhodium, Silber, Gold, Tellur, Selen, Iridium, Ruthenium und Kohle. Die Abkürzung MMC steht für Mining and Metallurgical Company. Unternehmenschef ist seit 2012 Wladimir Olegowitsch Potanin, der auch etwa 30 Prozent der Aktien hält. Ebenfalls beteiligt ist Roman Abramovich bekannt als Mäzen des FC Chelsea. Firmensitz ist Moskau und der aktuelle Unternehmenswert liegt bei etwa 25 Milliarden Euro (WKN: A140M9, ISIN US55315J1025). Das KGV für 2018 wird mit ca. 11 und die Dividendenrendite mit 8,6 Prozent angegeben.

Die Geschichte von Norilsk ist sehr unschön. In den ersten beiden Jahrzehnten von 1935 bis 1956 wurden Norilsk und das dortige Nickelkombinat fast ausschließlich von Gulag-Gefangenen gebaut und betrieben. In der gesamten Sowjetzeit starben zwischen 17.000 bis 18.000 Gefangene.

Interessant am heutigen Unternehmen ist die Kobaltförderung. Es gibt keine echten Lagerstätten für Kobalt. Dazu ist es zu fein auf der Erdoberfläche verteilt. Vielmehr tritt es als Beiprodukt in Nickel- und Kupferminen auf. Wichtig ist, dass Kobalt die Materialeigenschaften von Kathoden für Batterien und Magneten von Elektromotoren verbessert. Genau diese beiden Dinge werden schon bald in deutlich größeren Mengen gebraucht, wenn die Elektromobilität mal richtig in Fahrt kommt. Um Vorzusorgen, hat beispielsweise BASF für ihre erweiterten Batteriematerial-Produktionskapazitäten mit der Norilsk Nickel einen Vertrag zur Sicherung der Rohstoffversorgung ausgehandelt.

Aurubis

Die börsennotierte Aurubis AG ist ein deutscher Kupferproduzent und Kupferwiederverwerter. Aurubis ist einer der weltgrößten Kupferproduzenten. Darüber hinaus werden die in den Kupferrohstoffen enthaltenen Begleitmetalle und Koppelprodukte (Gold, Silber und Platinmetalle sowie Blei-, Nickel-, Wismut-, Zinn-, Antimon-, Zink-, Selen- sowie Tellur-Produkte und –Verbindungen) gewonnen. Gegründet wurde das Unternehmen als Norddeutsche Affinerie  schon 1866 (WKN: 676650, ISIN: DE0006766504). Sitz ist in Hamburg. Der Prozess der Kupfererzeugung – die Elektrolyse – wurde bereits 1876 erfunden. Vor 140 Jahren bildete diese Erfindung von Emil Wohlwill den entscheidenden Schritt für die Entwicklung der damaligen Norddeutschen Affinerie. Die NA konnte als erstes Unternehmen weltweit chemisch reines Elektrolyt auf den Markt bringen.

Heutiger Vorstandsvorsitzender ist Jürgen Schachler. Der Börsenwert liegt bei ungefähr 3 Milliarden  Euro. Hauptaktionär mit 25 Prozent der Anteile ist die Salzgitter AG. Das Kurs-Gewinnverhältnis liegt bei etwa 13, die Dividendenrendite bei überschaubaren 2,6 Prozent. Die Aktie ist zuletzt stark gestiegen. Die Luft wird dünn.

 

Mein Fazit: Eigentlich können alle vorgestellten Eisenerz-Aktien empfohlen werden. Aurubis scheint mir schon leicht über den Zenit, bei Norilsk Nickel stellt sich wie immer in Russland die Frage nach dem Einfluss des russischen Staates aus das Unternehmen. Meine Favoriten sind Rio Tinto und mit Abstrichen Vale.

 

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