Sichere Geldanlage in Zeiten von Niedrigzinsen?




Sichere und rendite Anlageformen stellen sich in den Zeiten von Niedrigzinsen für den Privatanleger schwierig dar. Stecken Sie ihr Geld in sichere Anlageformen wie Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld, bekommen sie dafür nahezu keine Zinsen. Erste Banken verlangen sogar schon negative Zinsen. Andererseits soll die Anlage möglichst risikoarm sein.

Die Herausforderung durch Niedrigzinsen

Seit einigen Jahren ist bei Tagesgeld, Festgeld und Co ein Abwärtstrend erkennbar. Beispiel Tagesgeld: Derzeit bieten selbst die Topanbieter am Markt lediglich knapp über 1 Prozent. Bei vielen Banken dümpeln die Zinsen eher im Bereich zwischen 0,0 und 0,1 Prozent.
Zwar herrscht seit einigen Jahren eine nur geringe Inflation, dennoch liegen die Preissteigerungsraten über den durchschnittlichen Sparzinsen, sodass das so angelegte Geld jeden Monat an Wert verliert. Dieser reale Wertverlust führt zu Vermögensverlust.

Breite Streuung

Die Lösung des Problem liegt aber nicht darin, sein Geld möglichst schnell auszugeben (auch schön), sondern es vielmehr geeignet über verschiedene Anlagen zu streuen. In jedem Fall empfiehlt sich bei der Geldanlage eine breite Streuung über unterschiedliche Produktklassen und Laufzeiten. Unter anderem können Anleger damit auch einen Schutz gegen Inflation erreichen.
Neben Tagesgeld, Festgeld und Sparanlagen kommen auch der Kauf von Investmentfonds, Immobilien(fonds), Edelmetallen oder Aktien in Betracht. Grundsätzlich eignen sich Investitionen in Sachwerte (Aktien, Aktienfonds, Immobilien) als Mittel gegen die Inflation. Eine Universallösung gegen die Geldentwertung gibt es nicht.

Tagesgeld und Festgeld

Bei Sparbuch, Festgeld und Tagesgeld handelt es sich um sehr sichere Anlageformen, was sie zu einem zentralen Baustein jeder Geldanlage macht. Grund hierfür ist die gesetzliche Einlagensicherung. Im Falle einer Bankenpleite sind so 100.000 Euro pro Bank und Kunde geschützt. Allerdings bieten Banken und Sparkassen bei diesen Anlageformen äußerst unterschiedliche Zinsen.
Es empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle, ob die Zinsen der eigenen Bank (noch) den Topkonditionen am Markt entsprechen. Falls nicht, können Sparer über einen Wechsel des Kreditinstitutes nachdenken. Einen Betrag von mindestens zwei bis drei monatlichen Nettoeinkommen sollte man idealerweise auf einem Tagesgeldkonto sparen. Mit einer solchen eisernen Reserve kann man auf unvorhergesehene Ausgaben schnell und ohne Kredite reagieren.

Generell gilt für Anleger, dass sie die aktuell gezahlten Zinsen ihrer Bank regelmäßig überprüfen sollten. Liegen diese deutlich unter den Topangeboten, sollte man über einen Anbieterwechsel nachdenken. Gute Festgeldangebote lagen in der Vergangenheit über der Inflationsrate. Allerdings ist das Geld bei solchen Angeboten für mehrere Monate oder Jahre gebunden. Man kann es in dieser Zeit weder ausgeben noch anderweitig anlegen, falls die Zinsen während des vereinbarten Anlagezeitraums ansteigen.

Aktien und Investmentfonds

Investmentfonds können je nach Risikoneigung und Erfahrung ein geeigneter Bestandteil der Geldanlage sein. Auch hierbei handelt es sich um eine langfristige Kapitalanlage. Im Gegensatz zu Einzelaktien bieten Investmentfonds den Vorteil, dass schon mit kleineren Beträgen eine breite Streuung, also der Kauf vieler verschiedener Aktien, möglich ist. Fällt der Kurs eines einzelnen Unternehmens, können Kursgewinne anderer Aktien dies ausgleichen.

Exchange Traded Funds

Immer wieder meine Favoriten sind so genannte ETFs (Exchange Traded Funds) als kostengünstige Alternative zu herkömmlichen aktiv gemanagten Investmentfonds. Während bei letzteren der Fondsmanager selber entscheidet, welche und wie viele Aktien er für die Anleger kauft, macht sich ein ETF die Arbeit leichter. Er bildet einfach die Zusammensetzung eines Index, wie etwa die des Dow Jones nach. Dies spart Kosten, da die Verwaltungsgebühren der ETFs deutlich unter denen von klassischen Investmentfonds liegen und auch keine Ausgabeaufschläge anfallen. Verursacht ein Fonds geringe Kosten, so muss er wesentlich weniger Gewinne erwirtschaften, damit der Anleger eine positive Rendite erzielt. Siehe ausführlich  →  ETF

Offene Immobilienfonds

Auch offene Immobilienfonds können ein geeigneter Teil der Geldanlage sein. In letzter Zeit bot dieser Sektor aber wegen zahlreicher Fondssschließungen kein positives Bild: Während der Finanzkrise wollten viele Anleger aus den Immobilienfonds aussteigen, indem sie ihre Anteile an die Fondsgesellschaft zurückgaben. Dies ist zwar theoretisch möglich, doch ein Großteil der Anlegergelder steckte in Immobilien, die bekanntlich nur schwer schnell zu Geld zu machen sind. Da die Fonds nicht alle Auszahlungswünsche erfüllen konnten, setzten sie die Anteilsrücknahme völlig aus. Im Ergebnis kam also vorerst kein Anleger an sein Geld, sondern musste abwarten, bis genügend Immobilien verkauft werden konnten.

Gold, Silber und andere Edelmetalle

Gerne werden Gold, Silber und Platin in Form von Barren und Münzen als sicherer Hafen gegen die Inflation angepriesen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Edelmetalle sind eine riskante Form der Geldanlage. Sie bieten keine Zinsen oder Dividenden, Gewinne macht man nur wenn der Kurs des Edelmetalls steigt. Wer in Edelmetalle investiert, sollte dies daher nur mit einem kleinen Anteil am Gesamtvermögen tun.

Hohe Zinsen?

Besondere Vorsicht gilt jedoch bei hohen Zinsversprechen. Aktuell zu nennen sind zum Beispiel Beteiligungen an Wind- und Solarparks, am Bau von Gewerbeimmobilien, an Schiffsfonds oder an Waldinvestments. Diese werden gerne als renditestark und sicher beworben. In aller Regel gilt: Hohe Renditen gibt es nur für riskante Geldanlagen. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust, also der Verlust des gesamten angelegten Geldes. Es gab sogar Fälle, in denen Anleger noch Geld nachschießen mussten.

Mein Fazit: Eine Geldanlage kann nicht zugleich sicher, jederzeit verfügbar und hoch rentabel sein. Gehen Sie nie mehr Risiko ein, als sie tragen können! Achten Sie auf die Kosten! Zinsen und Kursgewinne bringen weniger, wenn sie durch hohe Kosten wieder aufgefressen werden.

Siehe auch → Geldanlage bei Auxmoney? und Tagesgeld Zwischenparken?

Bretonische Flut Book Cover Bretonische Flut
Jean-Luc Bannalec
Fiction
Kiepenheuer & Witsch
June 28, 2016
448

Hochseefischer, Delfinforscher, Schmuggler und eine sagenumwobene Insel mitten im rauen Atlantik. Nie wieder wollte Kommissar Dupin auf dem Meer ermitteln. Doch in seinem neuen Fall verschlägt es ihn vor die äußerste Westküste der Bretagne. Auf die einzigartige Île de Sein, wo mehr Kaninchen als Menschen leben, der Frisör per Boot kommt und einst mächtige Hexen und sogar der Teufel persönlich hausten. Am Tag nach der keltischen Sommersonnenwende, nur zwei Tage vor dem 75. Geburtstag seiner Mutter steht Kommissar Dupin bis zu den Knöcheln in Fischabfällen. In der Auktionshalle von Douarnenez liegt die Leiche einer Fischerin. Ihr wurde die Kehle durchtrennt. Schnell klärt sich: die junge Frau stammte von der Île de Sein, kämpfte gegen die Zerstörung der Meere und mächtigeHochseepiraten. Von ihrer Heimatinsel erreicht Dupin noch am selben Morgen ein Hilferuf: Eine zweite Leiche wurde entdeckt. Der Kommissar und seine Inspektoren ermitteln unter Hochdruck. Die stolzen Menschen des Meeres sind eine eingeschworene Gemeinschaft,und die Spuren führen in viele Richtungen. Werden die alten Schmugglerrouten des Archipels wieder befahren? Gab es Beweise für illegale Aktivitäten im Parc Iroise, dem unvergleichlichen maritimen Naturschutzgebiet, in dem Delphine und Wale zu Hause sind? Und was ist vom Mythos der versunkenen Stadt zu halten, von dem die Insulaner erzählen? Vor beeindruckender Kulisse – zwischen den Inseln Molène, Ouessant und Sein – ermittelt Kommissar Dupin in einem rätselhaften Fall, der ihm alles abverlangt, auch das Überschreiten der eigenen Grenzen.

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