Sind Designermöbel eine Geldanlage oder Konsum?

Trotz meiner angeborenen Sparsamkeit und des Ziels der finanziellen Freiheit entschloss ich mich anläßlich des Geburtstages meinen lieben Frau ein recht teures Designmöbel zu erwerben. Nach der finalen Preisverhandlung mit dem lebenserfahrenen Inhaber des Möbelgeschäfts meinte dieser: „Dieses Einzelstück können Sie sofort bei Ebay für deutlich mehr verkaufen!“  Dies brachte mich zu der Frage: Ist ein hochwertiges und einmaliges Möbelstück eigentlich Konsum oder schon ein langfristiges Investment?

Was spricht für ein Investment?

  • Die Möbel werden aus Top-Materialien hergestellt.
  • Die sorgfältige Herstellung führt zu langer Haltbarkeit und Nutzbarkeit.
  • Das Stück ist einmalig.
  • Ein solches Investment bietet sicher einen gewissen Inflationsschutz.
  • Gegebenenfalls erzielst Du eine erhebliche Wertsteigerung.

Geldanlage für Normalas auf Geld und Meer

Was spricht gegen ein Investment?

  • Die tägliche Nutzung führt zu Gebrauchsspuren und Wertverlust.
  • Alternativ wird das gute Stück gar nicht benutzt und sicher gelagert.
  • Es gibt keinen transparenten und liquiden Markt (das Auktionshaus Auctionata, dass eine entsprechende Plattform anbot, ist pleite).
  • Es besteht durchaus die Gefahr Kopien oder Fälschungen zu erwerben.
  • Du musst über Spezialwissen verfügen oder einen Experten einschalten.
  • Das Anlagegut in Liquidität zu verwandeln, ist tendenziell aufwendig, vermutlich langwierig und das finanzielle Ergebnis unsicher.

 

Mein Fazit: Vom Grund her funktionieren Designermöbel prinzipiell als Geldanlage. Trotzdem ist dieser Ansatz nach meiner persönlichen Einschätzung eher theoretisch und konstruiert. Möbel sollten in erster Linie als Gebrauchsgegenstand genutzt werden. Als Geldanlage eignen sich Aktien, ETF oder vermietete Immobilien von der Grundkonstruktion her deutlich besser. Der wahre Wert eines Designstücks ist für mich die lebenslange freudige Nutzung durch uns oder sogar unsere „Nachfahren“.  P.S. Mein Frau hat sich sehr gefreut und plant keinen Verkauf des Anlageguts 😉

4 Replies to “Sind Designermöbel eine Geldanlage oder Konsum?”

  1. Bei Gebrauchsgegenständen würde ich auch nie mit einem Wiederverkaufswert rechnen. Schon alleine wegen des Transportsproblems verschenken viele Leute ihre Betten und Schwebetürenschränke. Bei Designermöbeln kann ich mir nicht vorstellen, wer für gebrauchte Sachen viel Geld zahlen will. Würde man ein Einzelstück auf ebay für mehr Geld los werden, würde das Möbelhaus das selbst machen.

    Liebe Grüße
    Jenny

  2. Meine Oma hatte im Wohnzimmer Möbel für mehrere 10.000€ Kaufwert stehen. Gekauft hat sie mein Opa, mit dem Gedanken: da hinterlasse ich meinen Kindern etwas von Wert.

    Kein Händler, den wir angefragt haben, wollte die Möbel auch nur abholen. Bei eBay werden die Stücke für ein paar 100€ gehandelt

    Alles was ich aus einem Laden raustrage schreibe ich in meine persönliche Bilanz mit dem Wert 0

  3. Wir kaufen Designermöbel nicht weil wir ein Sammlerstück erwerben wollen, sondern weil wir gerne schön wohnen. Und haben eine moderne Mischung aus Ikea, normalen Markenmöbeln und einigen Designerstücken. Im Normalfall verlässt das Möbelstück den Laden und ist sofort nichts mehr wert. Vor 2 Jahren hatten wir die Gelegenheit gebrauchte USM Haller Möbel zu kaufen. Als wir dann erfuhren, wir müssten für die teils 10 Jahre alten Regale immer noch 70% der Neupreises bezahlen haben wir entscheiden, dass wir warten und uns die gewünschten Regale neu kaufen.
    Allerdings ist es schön zu wissen, dass es Möbel gibt bei denen der Wertverlust nicht unmittelbar beim Kauf 100% ist.
    Komischerweise hatte ich aber den fast gleichen Effekt, als ich vor ein paar Jahren einige Möbel verkauft habe. Überall wo Ikea draufstand habe ich ohne viel Tamtam immer den gewünschten Preis bekommen.

  4. Da kein liquider Markt gegeben und die Nachfrage in Zukunft ungewiss ist würde ich von sowas als Anlageobjekt die Finger lassen.

    Ich beschäftige mich schon seit einigen Jahren mit sog. Sammlerobjekten und kann dir berichten das der Preis für (zumindest) antike Möbel in den letzten 10 Jahren um 90% eingebrochen ist. Es kommen zu viele auf den Markt und die jungen Menschen kaufen sich sowas selten.

    Genau so verhält es sich z.b. mit Märklin Eisenbahnen, Blechspielzeug, Porzellan usw.

    Gegenbeispiel sind aktuell limitierte originalverpackte Legosets die schon nach 1-2 Jahren 20% Preiszuwachs erleben ..

    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis .. und kein Mensch kann voraussagen wie sich das in Zukunft entwickelt. Darum .. wenn du kein Experte werden willst .. sind solche Dinge als reines Investitionsobjekt einfach ein Zock.

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