Solarbilanz 2020 – Corona hinterläßt Spuren!

Im Beitrag Solarspeicher und autarkes Haus hatte ich meine Investition in Solarstromerzeugung und einen Stromspeicher beschrieben. Nunmehr läuft die Solaranlage drei Kalenderjahre. Zeit für eine erneute Bilanz.

Die Investitionsdaten der Solaranlage

Anbei meine Eingangsdaten.

Leistung Module7,7 kWp
Solarspeicher8,8 kWh
Strombedarf6.300 kWh
Investition netto18.700 €
Einspeisevergütung12,1 Cent
Stromzukauf27 Cent

Jeder Solareinspeiser wird als Kleingewerbetreibender eingestuft. Durch geschicktes Vorbereiten konnten wir 40 % der Investition in 2017 als Ansparrücklage bei der Steuer geltend machen. Der Investitionsbetrag fällt nur netto an, weil man die Umsatzsteuer vom Finanzamt erstattet bekommen. Bei mir liegen zudem prima Voraussetzungen für eine autarke Versorgung vor, da ich mit Wärmepumpe heize und somit nur Strom einkaufe.

Was in Deutschland nervig ist, dass keine Verrechnung von Einspeisung und Stromzukauf erfolgt. Das heißt ich zahle einerseits an den Stromlieferanten eine monatlichen Abschlag. Andererseits bekomme ich vom Netzbetreiber eine monatliche Vorauszahlung der Einspeisevergütung vom Netzbetreiber. Die Einspeisevergütung muss jeder auch noch gewerblich versteuern. D. h., eine monatliche Vorsteueranmeldung und Überweisung ans Finanzamt. Bei mir etwa sieben Euro.

Mittlerweile steigen die Strompreise weiter. Meine angenommen 27 Cent je Kilowattstunde sind da eher kaufmännisch vorsichtig angesetzt.

Die sonnige Jahresbilanz 2020

Bei einer so teuren Anlagen muss man sein Verbrauchsverhalten ein wenig anpassen. Waschmaschine, Geschirrspüler usw. sind nur in den sonnenreichen Mittagsstunden in Betrieb. Die Wärmepumpe ist auch optimiert eingestellt. Dazu muss man die Geräte möglichst sequentiell laufen lassen, da der Solarspeicher maximal 3 kW Leistung abgeben kann. Aber diese persönlichen Einschränkungen sind machbar.

Nach dem letzen Jahr sehen die Daten wie folgt aus:

Erzeugung7.296 kWh
Stromverbrauch 20206.838 kWh
Einspeisevergütung660 €
Stromzukauf3.394 kWh
Kosten Strom960 €
Eigenversorgung49 Prozent
Stromkosten vor Solar1.748 €
Stromkosten Saldo 2020398 €
Steuer105 €
Ersparnis1.245 €

Im Jahr 2018 lag die Ersparnis 1.636 € und in 2019 bei 1.544 €. Die Erzeugung der Solaranlage in 2020 war voll im Plan. Das deutlich schlechtere Gesamtergebnis in 2020 ist eindeutig Corona geschuldet – keine Reisen und jede Menge HomeOffice-Tage führen zu mehr Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms, zu weniger Einspeisung und gegenläufig noch zu einem höheren Stromzukauf. Dafür musste ich kein Geld für teure Urlaube ausgeben 🙁 Die Anlage macht, was sie soll. Das Verbrauchsverhalten war 2020 verändert.

Bilde ich das Mittel aus den drei vergangenen Jahren liegt die Amortisationsdauer der Investition bei 12,5 Jahren . Auf eine steuerliche Würdigung möchte ich nicht im Detail eingehen. Jedoch kann man mit den Steuereffekten aus Ansparzulage und Abschreibung den Amortisationszeitraum auf unter zehn Jahre drücken.

 

Mein Fazit: Die Kombination Photovoltaik und Solarspeicher ist ökologisch sinnvoll und hilft sich der Autarkie zu nähern. Wirtschaftlich ist das Ganze eher Liebhaberei. Die Bilanz der Solaranlage wird sich durch die weiter steigenden Strompreise verbessern. Ich bin zufrieden. Aus meinen Erfahrungen abgeleitet, sollte man jedoch genau überlegen, ob man den teuren Speicher wirklich benötigt. Die Solarmodule sind mittlerweile so günstig, dass man erheblich unter 10 Cent produzieren kann und dann halt nur tagsüber eigenen Strom verbraucht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.