Strom ohne Kosten – Sonnen bietet die kostenlose Strom-Flatrate an!

Ein wichtiger Aspekt der finanzielle Freiheit ist es seine Kosten im Griff zu haben. Ein nicht unerheblicher Posten der Monatskosten sind die Wohnnebenkosten. Vor einiger Zeit hatte ich ausführlich den Ansatz des autarken Hauses beleuchtet. Unter diesem Aspekt ist das Angebot der Sonnen GmbH vielleicht ein interessanter Baustein.

Das Modell von sonnen

Die sonnen Gruppe hat vor einigen Monaten ein kostenlose Strom-Flatrate auf den Markt gebracht. Der Ansatz besteht aus folgenden Komponenten: Der Besitz oder die Installation einer Photovoltaik-Anlage, die Mitgliedschaft in der „sonnenCommunity“, ein Stromspeicher (Sonnenbatterie) und eine intelligente Steuerung. Herzstück ist die Steuerung die entscheidet, ob der eigene Sonnenstrom verbraucht oder gespeichert oder als Einspeisung ins Netz gegeben wird. Bis zur gebuchten Strommenge fallen tatsächlich keinerlei Stromkosten an, auch wenn die Eigenerzeugung den Verbrauch nicht abdeckt. Wird die Jahresverbrauchsmenge überschritten, kostet jede weitere Kilowattstunde 23 Cent.

Für die Strom-Flatrate werden tausende sonnenBatterien miteinander vernetzt. So entsteht ein virtueller Speicher, der bei Bedarf kurzfristig Energie aus dem deutschen Stromnetz aufnehmen und sie später wieder abgeben kann. Mit dieser sogenannten Regelenergie können Schwankungen ausgeglichen und das Stromnetz stabilisiert werden. Die Strom-Flat finanziert die sonnen GmbH genau über diesen Weg – durch die Bereitstellung von Regelenergie aus den Batterien. Weil dadurch das Stromnetz stabilisiert wird, erhält das Unternehmen von den Netzbetreibern eine Vergütung. Die fließt direkt wieder in die „sonnenCommunity“, um so die Strom-Flatrate refinanzieren zu können.Von der eigentlichen Bereitstellung der Regelenergie soll der Batteriebesitzer nichts merken. Zunächst will sonnen  2.000 Batterien zu einem großen virtuellen Kraftwerk verbinden. Seit vergangenem Jahr ist der amerikanische Konzern General Eletric an der Sonnen GmbH beteiligt; somit sollten finanzielle Stabilität und Marktzugänge gesichert sein.

Die kleinste der Batterien gibt es ab 3600 Euro, dazu kommen Montagekosten. Produzieren Wind- und Solaranlagen mehr Strom als aktuell benötigt wird, werden die sonnen-Batterien aufgeladen. Fehlt es an Energie, speisen sie Strom ins Netz ein. Bis zu 80 Prozent des benötigten Stroms können die Besitzer einer solchen Anlage laut Marketing mit Solarenergie vom eigenen Dach abdecken. Benötigen sie mehr Strom, kommt die sonnen-Flatrate ins Spiel: Das Unternehmen übernimmt die weiteren Kosten zu 100 Prozent. Auch wenn Du keine Solaranlage besitzt, kannst Du die „sonnenFlat City“ bis zu einem Verbrauch von 2.200 kWh nutzen. Hierbei erwirbst Du nur den Stromspeicher und wirst Teil der Community.

Klingt toll, doch rechnet es sich wirklich?

Der Business Case

Auf der Internetseite von sonnen finde man jede Menge Rechenbeispiele. Diese sind m. E. in zwei Punkten sehr optimistisch: Die Montagekosten werden nicht angegeben und die Stromersparnis ist mit einem hohen Kilowattpreis und einer hohen Preissteigerung für Strom untersetzt. Für meine Hochrechnung nehme ich einmal einen Jahresverbrauch von 4.250 kWh und einmal meinen persönlichen Fall (6.300 kWh incl. Wärmepumpe und Stromkosten von etwa 1.700 € pro Jahr) an. Die Nutzung ist jeweils auf 10 Jahre gerechnet. Die Montage setze ich mit moderaten 600 € an. Eigentlich müsste man noch die entgangenen Zinsen für die Investition aufschlagen, aber ich möchte nicht zu spitzfindig sein.

Kosten- bzw. ErlöspostionModell 4.250 kWhModell 6.750 kWh
Verlust nach 10 Jahren-3.239 €-4.899 €
Anschaffung PV-Anlage4.200 €8.100 €
Anschaffung Batteriespeicher11.300 €16.700 €
Montagekosten einmalig600 €600 €
Beitrag sonnenCommunity 19,99 €2.399 €2.399 €
Stromersparnis 12.15018.000 €
Einspeisevergütung3.110 €4.900 €

Positiver stellt sich das Modell „sonnenFlat City“ dar, sofern man wirklich mit 2.200 kWh pro Jahr auskommt. Bezogen auf meine Annahmen liegt man nach 10 Jahren fast bei einer schwarzen Null.

Mein Fazit: Das Modell der sonnen GmbH bekommt von mir jede Menge Sympathiepunkte. Es ist durchdacht und zukunftsträchtig. Jedoch, wie schon in meinem Beitrag über das autarke Haus festgestellt, sind die Stromspeicher in der Anschaffung einfach noch zu teuer. Nur wenn Du unterstellst, dass der Strompreis stark steigt oder dass die Sonnenbatterie deutlich länger als 10 Jahre durchhält, lohnt sich die Anschaffung der Anlage. Auf jeden Fall werde ich die Entwicklung im Auge behalten.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.