Trump und meine Geldanlage. Was nun?

Seit drei Wochen ist Donald Trump im Amt und ist nicht nur für die weltweite Stabilität ein Rätsel, sondern auch für meine Geldanlage-Strategie. Ich muss eingestehen, dass ich mit meinen Prognosen zum Entwicklung der Wertpapiermärkte nach dem  Wahlsieg von Trump ziemlich schief lag. Ich hat erwartet, das die amerikanische Notenbank FED noch vor Weihnachten eine erste Zinsanhebung durchführen wird und die weltweiten Finanzmärkte in eine Seitwärtsbewegung laufen und danach eine schleichende Abwärtsbewegung in Nordamerika und in Europa mit Verlusten bis zu 15 Prozent einsetzt.

Stattdessen erreichten Dow Jones und Dax Rekordhöhen. Der Dow knackte sogar die Marke von 20.000 Punkten. Damit habe ich die letzten Prozente der Aufwärtsbewegung verpasst, da ich, wie empfohlen, nahezu alle Aktienbestände verkauft hatte.

Warum erreichen die Aktienmärkte – trotz Trump – Rekorde?

Die Aussicht auf schnelleres Wachstum durch ein von Trump angekündigtes Konjunkturprogramm hat die US-Börsen seit den Wahlen beflügelt. Daneben werden seine Protektionismusbemühungen und sein „America first“ Unternehmen zwingen Arbeitsplätze und Investitionen in den USA zu belassen. Trumps erste Schritte als US-Präsident haben anscheinend vieles bestätigt, was sich Anleger erhofft hatten. So zeige sich Trump extrem unternehmens- und wirtschaftsfreundlich.

Nach dem Kippen des transpazifischen Freihandelsabkommens, der Reaktivierung von umstrittenen Öl-Pipeline-Projekten sowie der Aufforderung an die Autobauer zur Produktion im eigenen Land will Trump nun auch ernst machen mit dem Mauerbau an der US-Grenze zu Mexiko. Für die Umsetzung von Trumps Wahlkampfversprechen werden bis zu 40 Milliarden Dollar an Kosten veranschlagt. Die genauen Details zur Finanzierung der Pläne sind völlig unklar (ich plane gerade meinem Nachbarn den Gartenzaun in Rechnung zu stellen 😉 ). Dennoch: Der Mauerbau wirkt wie eine Konjunkturspritze und ist ein Vorgeschmack auf große Infrastrukturprojekte, die Trump angekündigt hat. Auch die Autoindustrie will der neue Präsident dazu bringen, in den USA wieder mehr Jobs zu schaffen. Allerdings: Trump wird für seine Wirtschaftspläne massiv Schulden machen müssen.

Wie geht es weiter?

Über kurz oder lang wird der Trump-Effekt verpuffen. Ich bleibe weiterhin pessimistisch für das Börsenjahr 2017. Der neue mächtigste Mann der Welt ist in der Lage mit unüberlegten Äußerungen innerhalb von Stunden für massive Unsicherheiten in der internationalen Politik und Wirtschaft zu sorgen. Zudem halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass er nach 2 bis 3 Jahren hinwirft, wenn er vermehrt Gegenwind bekommt und merkt wie mühsam die Tagespolitik ist.

Nach den jüngsten Höchstständen glaube ich, dass den Aktienmärkten die Luft ausgeht und die erwartete allmähliche Abwärtsbewegung einsetzt – spätestens nach den ersten „Trump-Enttäuschungen“.

 

Mein Fazit: Ich werde weiterhin mit angezogener Handbremse agieren und erst wieder in Aktien und ETF investieren, wenn eine ernsthafte Korrektur an den großen Finanzmärkten erfolgt ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.