Vermögensaufbau durch Selbstbeherrschung beim Geld ausgeben

Beim Thema Vermögensaufbau liegt der Fokus häufig auf der Einnahmenseite. Wie kann ich mehr Einkommen generieren, wie die Rendite erhöhen und und und. Aber natürlich spielt auch die Ausgabenseite bei der Vermögensbildung eine wesentliche Rolle. Schauen wir uns das Ganze systematisch an.

Lebensphasen

Der klassische Lebenspfad sieht so aus, das die Zeit vom 20. bis 25. Lebensjahr der Ausbildung gewidmet ist, sei es eine Berufsausbildung oder ein Studium. In dieser Zeit kann man kaum große finanziellen Sprünge machen, eher lädt man sich als Bafög-Empfänger Schulden auf.

Zwischen 25 und 30 Jahren gelingt den meisten der Einstieg ins Berufleben. Das Einkommen geht in dieser Phase zumeist für Grundbedürfnisse, wie die erste Wohnung oder Konsumwünsche drauf, zumal zum Berufsstart Löhne und Gehälter eher überschaubar ausfallen.

Etwa ab dem 30. Lebensjahr geht es zumeist mit dem Einkommen aufwärts, erste Karriereschritte werden gemacht. Ab jetzt wird es spannend in Sachen Vermögensaufbau.

Ab diesem Zeitpunkt ist das Geheimnis des finanziellen Erfolges, immer etwas oder auch deutlich unter den Möglichkeiten zum Geld ausgeben bleiben und Vermögen aufbauen. Mir geht es keinesfalls darum krampfhaft jeden Cent zu sparen und sich überhaupt nichts zu gönnen. Es geht darum, nicht an die Limits zu gehen und Selbsbeherrschung bei Entscheidungen walten zu lassen. Muss es der 5er BMW sein oder kommt man auch mit einem 3er über die Runden? Vielleicht sollten das Haus oder die Wohnung ein paar Quadratmeter kleiner sein. Geht auch Urlaub im Drei-Sterne-Hotel? Brauche ich eine Putzfrau?

Konsum und Vermögensaufbau

Wie gesagt, ich empfehle keinesfalls ein asketisches genussloses Leben. Wenn es gelingt, Beherrschung beim Konsumieren zu wahren und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen, bestehen gute Chancen ein deutlich positives Delta zwischen Einnahmen und Ausgaben zu generieren. Hier beginnt der Vermögensaufbau.

Wichtig erscheint mir auch, größere Kaufentscheidungen nie unter Zeitdruck zu treffen, sondern ausreichend nach dem optimalen Preis zu suchen oder Alternativen ins Auge zu fassen. In unserer Überflussgesellschaft gibt es nie nur die eine Chance.

Das hört sich alles sicher recht bieder und schlaumeierisch an. Aber nehmen wir mal an, man schafft es durch Selbstbeherrschung jeden Monat 200 Euro weniger auszugeben und das zwischen dem 30. und 80. Lebensjahr. Dann sind dies 120.000 Euro. Jetzt unterstellen wir noch, dass wir den Durchschnitt dieser Summe, nämlich, 60.000 Euro zu 2 Prozent verzinsen, so bedeutet ein wenig gezügelter Konsum einen Vermögensaufbau von 180.000 Euro.

Wenn man dies mit dem nötigen Gesamtvermögen für die finanzielle Freiheit vergleicht (siehe → Finanzielle Freiheit Wieviel ist notwendig?) dann ist die Selbstbeherrschung beim Geld ausgeben ein ernstzunehmender Hebel.

Mein Fazit: Ein klein wenig Zurückhaltung beim Konsum, ohne gleich zum Geizkragen zu mutieren, kann auf dem Weg zur finanziellen Selbstbestimmung ein wichtiger Baustein sein.

One Reply to “Vermögensaufbau durch Selbstbeherrschung beim Geld ausgeben”

  1. In anderen Blogs ist von der Life-Style-Inflation die Rede, wenn Leute ihre Ausgaben ans steigende Gehalt anpassen. Ich setze deswegen auf Kontinuität im Leben. Durch Sonderzahlungen und Gehaltserhöhungen darf man sich nicht beeinflussen lassen.

    Durch den bescheideneren Konsum (z.B. eine schlichte Wohnungseinrichtung oder ein Auto ohne viel Schnick-Schnack) kann man sich auf Dinge im Leben fokussieren, die einen glücklich im Leben machen. Für manche mag das ein Auto oder ein Haus sein.. Aber wer im Alter auf sein Leben zurückblickt und sich fragt, was im Leben wirklich toll war, nennt vielleicht andere Dinge (/ Menschen / Erlebnisse).

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