Vermögenspreisinflation – der andere Inflationsindikator

Die Inflation beschreibt den Anstieg der Verbraucherpreise in Prozent im Vergleich zum Vorjahr oder Vormonat. Das kennen wir. Im Dezember 2017 lagen die Verbraucherpreise um 1,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Der größte Posten für die Berechnung des maßgeblichen Warenkorbs ist „Wohnen“. Darunter fallen die Kosten für Miete, Strom und Heizung. Diese stiegen im gleichen Zeitraum um 1,4 Prozent. Den Anstieg der Verbraucherpreise haben wir als wesentlichen Parameter im Blick. Aber vielleicht gibt es noch andere wichtige Indikatoren. Kennst Du die Vermögenspreisinflation?

Vermögenspreisinflation

Dabei spiegelt die offizielle Teuerungsrate nur einen Teil der Wirklichkeit. Die Preise für Brot und Fleisch, Autos und Mieten werden in den Preisstatistiken zwar sorgsam erfasst. Die Preissprünge bei Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien fallen allerdings aus dem Blick der Statistiker – sie werden schlicht nicht erfasst. Vermögenspreisinflation bezeichnet daher einen andauernden Preisanstieg bei Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen, Gold und Immobilien.

Wie sehr die Schere zwischen offizieller Inflationsstatistik und Vermögenspreisentwicklung auseinanderklafft, zeigt der Vermögenspreisindex der Kölner Investmentgesellschaft Flossbach von Storch (FvS). Der Index, der die gewichtete Preisentwicklung des Sach- und Finanzvermögens deutscher Haushalte bemisst, erreichte jetzt einen Rekordwert. Während die Verbraucherpreisinflation weiter gedämpft blieb, verteuerten sich Vermögenswerte im Jahresvergleich 2017 um 9,3 Prozent. Die Inflationsrate bei Häusern und Aktien hat sich damit zuletzt noch einmal deutlich beschleunigt. Sachanlagen wie Immobilien oder Grund und Boden legten um 8,2 Prozent zu. Preise für Betriebsvermögen steigen sogar um 24,1%

Das bedeutet: Das Geld, was in die Wirtschaft gepumpt wurde, wandert in Sachwerte.

Die heimliche Inflation spiegelt damit auch die ungleiche Vermögensverteilung. So wohnt gut die Hälfte der Deutschen zur Miete. Statt von den hohen Immobilienpreisen zu profitieren, müssen die Mieter für ihren Wohnraum immer tiefer in die Taschen greifen. Zudem wird es immer schwieriger angesichts der Preisexplosion in vielen Ballungsräumen, vom Mieter zum Eigentümer zu werden. Gewinner sind Eigentümer von Grundstücken und Immobilien. Noch gravierender sind die Unterschiede beim Finanzvermögen. So halten nach Zahlen der Bundesbank nur sieben Prozent der Deutschen Aktien. Von den Wertzuwächsen bei dieser Vermögensklasse haben die in Deutschland gut vertretenen Halter von Tagesgeldkonten und Sparbüchern rein gar nichts.

 

Mein Fazit: Es ist ganz einfach. Die Statistik zeigt es: Einfach das tun, was die meisten Finanzblogs empfehlen. Frühestmöglich Vermögen auf Basis von Immobilien, Aktien und Unternehmensbeteiligungen aufbauen. Wer in jungen Jahren diszipliniert und ggf. mit Einschränkungen auf den Vermögensaufbau hinarbeitet, wird zum Gewinner der Vermögensinflation.

 

One Reply to “Vermögenspreisinflation – der andere Inflationsindikator”

  1. Hallo!

    Sehr wichtiger Aspekt, der nur teilweise berücksichtigt wird.
    Man muss allerdings auch beachten, dass diese Indizes nicht zu 100 % überschneidungsfrei sind.
    Der repräsentative Warenkorb für den Verbraucherpreisindex ist an sich keine schlechte Lösung, um Inflation zu messen – aber natürlich alles andere als perfekt.

    „Vermögenspreisinflation bezeichnet daher einen andauernden Preisanstieg bei Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen, Gold und Immobilien“
    Das Beispiel Aktien zeigt eigentlich deutlich, dass die (Vermögenspreis)Inflation ja nicht lediglich auf Preissteigerung, sondern eben auch auf Wertsteigerung zurückzuführen ist. Und dadurch lässt sich Inflation auch nochmal ganz anders interpretieren..

    Das Fazit zeigt aber sehr anschaulich, auf was es letztendlich wirklich ankommt!
    Und ich selbst gebe mir alle Mühe dabei 😉

    Viele Grüße vom Depotstudent 🙂

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