Virtuelle Währungen: Bitcoin & Co – die Zukunft oder nicht vertrauenswürdig?

Bitcoin ist die wichtigste unter einigen tausend Kryptowährungen. Die zirkulierenden Einheiten haben einen Gesamtwert von mehreren Milliarden Dollar. Der Wert konkurrierender Kryptowährungen liegt im Millionenbereich. Der Bitcoin ist denn auch eine Art Leitwährung unter den Kryptosystemen. Andere Systeme verwenden oft Teile seines Programmcodes oder bestehende Bitcoin-Adressen für Transaktionen. Trotzdem haben sie andere Eigenschaften. Einige Währungen lassen sich leichter erzeugen – wie der Dogecoin. Oder es können mehr digitale Münzen ausgegeben werden – wie beim Lightcoin.

Der Wert des neuen Geldes ergibt sich dabei aus einer Absprache zwischen Bezahlern und Empfängern. Das heißt, anders als bei echtem Geld hat eine Kryptowährung eigentlich keinen eigenen Wert. Vorteile der neuen Bezahlmethode sollen vor allem sein:

  • Niemand kann die Produktion der jeweiligen digitalen Währung beeinflussen oder missbrauchen
  • Hinter dem Bezahlsystem steckt keine Notenbank oder Behörde
  • Eine Manipulation soll ausgeschlossen sein

Attraktiv erscheint die Technologie für den Finanzsektor vor allem, weil sie das Potenzial zu enormer Effizienzsteigerung bietet: Überweisungen könnten sehr viel schneller, komplexe Transaktionen mit deutlich weniger Verwaltungsaufwand ausgeführt werden. Da die Finanz-Transaktionen in Form von Datenblöcken (sog. Blockchain) dargestellt werden, ist es auch möglich, viele zusätzliche Informationen in solche Datenblöcke zu integrieren, etwa Zahlungsmodalitäten bei einem Kredit oder bestimmte Auszahlungstermine bei Geldanlagen. Anders gesagt: Viele Vertragsklauseln können in der Blockchain direkt mit dem Finanzprodukt oder der einzelnen Zahlung verknüpft werden. Hier steckt das Zukunftspotential.

Statistik: Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Bitcoins (BTC) von Mai 2015 bis Januar 2016 (in Millionen) | StatistaBitcoin

Zur Erzeugung von Bitcoins werden dabei die Daten in einer Art Buchhaltungsprozess gespeichert, neue Währungseinheiten mehr oder minder aufwendig „geschürft“. Diese Innovation kann für die gesamte Finanzwirtschaft zukunftsweisend sein. Transaktionen, getätigt in Bitcoin, werden verbucht, aufgezeichnet – in der sogenannten Block-Chain. Die Buchungsvorgänge sind mathematisch extrem aufwendig. Und diejenigen, die die Rechenleistung dafür zu Verfügung stellen, bekommen deshalb die dabei neu entstehenden Bitcoins. In der Block-Chain lässt sich die Spur jeder virtuellen Münze von der Wallet, dem digitalen Geldbeutel ihres aktuellen Besitzers, zurückverfolgen bis zu dem Tag, an dem sie beim Mining geschürft worden ist. Bitcoin ist ein Zahlungssystem, bei dem die Buchführung im Mittelpunkt steht. Allerdings werden Transaktionen nicht in Konten verbucht, die Personen zuordenbar sind, sondern unter ständig neu entstehenden eigenen Bitcoin-Adressen.

Infografik: Top 10 der Kryptowährungen | StatistaRipple

Nach aktueller Bewertung steht der Ripple hinter dem Bitcoin an zweithöchster Stelle. Die 100 Milliarden im Umlauf befindlichen Ripples haben einen Wert von fast 1,6 Milliarden Dollar. Das ist ziemlich viel für ein Zahlungssystem, das kaum benutzt wird, aber auch ziemlich wenig für ein System, das verspricht, das universelle Protokoll für Geld zu sein. Derzeit sieht es so aus, als stagniere Ripple; die offiziellen Foren sind nicht im Ansatz so lebhaft wie die Bitcoin-Foren, eine Akzeptanz im Online-Handel ist nicht existent, und was RippleLabs, die ein theoretisches Vermögen von gut einer Milliarde Dollar halten, macht, weiß keiner so genau. Vor kurzem ist einer der Gründer, Caleb McJab, aus RippleLabs ausgestiegen, um ein Bitcoin-Projekt zu gründen.Trotz dieser Bedenken beeindruckt das Konzept von Ripple durchaus. Das Potenzial ist, wenn das Netzwerk einmal wirklich genutzt wird, kaum zu überschätzen. Aber dies wird, falls überhaupt, erst in einigen Jahren so weit sein. Bis dahin beruht der Wert des Ripples noch mehr als der des Bitcoins auf Spekulation.

Litecoin

Litecoin ist eine im Oktober 2011 erstmals in Umlauf gebrachte digitale Währung, die auf der Bitcoin-Technologie basiert. Litecoin ist eine im Oktober 2011 erstmals in Umlauf gebrachte digitale Währung, die auf der Bitcoin-Technologie basiert.  Sie unterscheidet sich nur in zwei Details von Bitcoin: Es werden vier mal soviel Blöcke erzeugt und das Mining benutzt einen anderen Algorithmus. Litecoin.net  hat aktuell etwa 6000 Mitglieder. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Litecoin langfristig durchsetzt, ist gering.

Dogecoin

Die Unterschiede zum Bitcoin liegen eher im Detail: Dogecoin setzt zum Beispiel auf Scrypt als Hashing-Algorithmus, die Blöcke im dezentralen Zahlungsverzeichnis werden deutlich schneller generiert, von 100 Milliarden möglichen Dogecoin sind aktuell rund 33 Milliarden erzeugt. Handelbar ist Dogecoin zum Beispiel auf Börsen wie Vircurex oder Cryptsy. Was 2013 als Parodie auf Bitcoin entstand, ist inzwischen eine der bekannteren Alternativen. Das Maskottchen ist der Shiba Inu, eine japanische Hunderasse. Viele Dogecoin-Nutzer spenden mit Hilfe der Kryptowährung für wohltätige Zwecke.

Ausblick

Der Trend zur „Computerwährung“ wird sich durchsetzen. Experten gehen davon aus, dass Verbraucher vor allem mittelbar von der Technologie profitieren werden. Zum Beispiel weil die Hausbank Überweisungen und andere Geldgeschäfte damit schneller und kostengünstiger ausführen kann. Einsparungen sollen die Institute insbesondere bei der IT-Infrastruktur und beim administrativen Aufwand erzielen können. Außer für Banken könnte die Blockchain vor allem für große Online-Handelsunternehmen, Wertpapierhändler und Versicherungen interessant werden. Einige Fachleute gehen davon aus, dass die künftige Nutzung der Blockchain für Geldgeschäfte aus der Verbraucherperspektive eher hinter den Kulissen erfolgen wird. Oder Banken werden einfach überflüssig.

 

Mein Fazit: Eine dieser Kryptowährungen oder eine ähnliche Alternative wird sich durchsetzen. Dies ist nur eine Frage der Zeit. Entweder Sie beweisen Mut und investieren kleinere Beträge (mit Wissen um die Risiken) oder Sie beobachten die Entwicklung und steigen später ein. Im Sinne der Ziele dieser Seite empfehle ich die zweite Alternative.


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