Warum ich keine Einzelaktien mehr kaufe?

Wie ich schon das eine oder andere Mal erwähnt habe, nehme ich seit Ende der 90iger Jahre aktiv am Aktienmarkt teil. Angefangen habe ich mit dem Erwerb von Einzelaktien. Dabei gab es schöne Erfolge, z. B. fast 40 Prozent Tagesgewinn mit Siemens-Aktien, aber auch schwere Verluste. Z. B. war ich mal stolzer Aktionär von Pixelnet, die dann in die Insolvenz gingen oder habe meine Puma-Aktien vor dem tollen Aufschwung der Firma verkauft.

Über die Jahre bin ich immer mehr zu der Erkenntnis gelangt, dass Einzelaktien für den Privatanleger nicht das richtige Instrument sind. Warum sehe ich das so?

Finanz-Kennzahlen gibt es nur für die Vergangenheit

Das ist natürlich keine überwältigende Erkenntis. Aber, man kann in den Zahlen von relevanten Unternehmen wühlen, soviel man möchte, man wird nicht die aktuelle Verfassung erkennen. Zudem erfolgt immer Bilanzpolitik in die eine oder andere Richtung, die für den Außenstehenden nicht transparent ist. Nehmen wir an, es gibt einen neuen Vorstandsvorsitzenden, so gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieser im ersten Jahr seiner Amtszeit für schlechte Zahlen sorgen wird, um auf niedriger Basis Erfolg zu generieren. Wie soll der Privatanleger echte Transparenz erreichen?

Manipulation durch Marktteilnehmer

Fast alle Kauf- und Verkaufsempfehlungen werden durch Banken oder andere Finanzunternehmen veröffentlicht. Gleichzeitig halten Banken große Aktienanteile an Unternehmen. Würdest Du als Besitzer eines großen Aktienpakets gleichzeitig negative Nachrichten über dasselbe Unternehmen publizieren? Niemals! Gleiches gilt für alle Aktionäre auch im kleinen. Wenn ich gekauft habe, werde ich immer positiv kommunizieren und den Kauf des Unternehmens propagieren. D.h., keine Information zu Aktien bzw. Unternehmen ist wirklich „objektiv“.

Zu wenig Informationen

Als Laie und mit wenig Zeit bekommt man niemals vollständige Informationen über eine Aktie. Und das betrifft nur Finanzkennzahlen. Zudem halte ich es für vermessen, als Laie die Aussichten von Unternehmen wirklich beurteilen zu können. Viel wichtiger als die reinen Finanzen sind die Märkte und die Produkte für das jeweiligen Unternehmens. Um hier zu einer Meinung zu kommen, müsste man über tiefe Kenntnisse über Branchen und Produkte verfügen. Kannst Du den Markt für Halbleiter, den für Sportschuhe oder den für Silzium einschätzen? Ich nicht.

Streuung bei Einzelaktien nicht gegeben

Mit Direktinvestitionen erhöht man das Risiko mangels ausreichender Streuung. Eine Binsenweisheit – trotzdem wahr. Mit Einzelaktien investierst Du größere Teile Deines Vermögens in einen sehr schmalen Bereich. Bei Erfolg sieht das schick aus. Aber kannst Du auch größere Verluste in einer Einzelaktie – ohne Aussicht auf Erholung – verschmerzen? Was ist, wenn 10.000 Euro verloren sind?

 

Mein Fazit: Als Privatanleger Hände weg von Einzelaktien. Man sollte in breit streuende Fonds, am besten ETF, investieren. Auch hier wird man mal Verluste erleiden, jedoch ist über einen Zeitraum von mehren Jahren eine Erholung und eine gute Rendite sehr wahrscheinlich.

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