Was sind eigentlich Dividendenaristokraten?

Der Begriff der Dividendenaristokraten ist nirgendwo ganz scharf definiert. Im Allgemeinen meint der Begriff Aktiengesellschaften die:

  • über einen sehr langen Zeitraum (30 – 40 Jahre) eine Dividende gezahlt haben
  • deren Dividende mindestens stabil, eher noch steigend verlaufen ist

In den USA gilt eine strengere Definition. Um in den S&P 500 Dividend Aristocrats Index aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen seine Dividende seit mindestens 25 Jahren stets erhöht haben. Aktuell sind 81 Unternehmen im Index enthalten. Konzerne wie Coca-Cola und Procter & Gamble schütten sogar seit mehr als 50 Jahren regelmäßig mehr Geld an ihre Aktionäre aus.

Beispiele für amerikanische Dividendenaristokraten:
Name ISIN
COCA-COLA CO. US1912161007
COLGATE PALMOLIV US1941621039
DISNEY (WALT) CO. US2546871060
JOHNSON + JOHNSON US4781601046
KELLOGG CO US4878361082
Procter & Gamble US7427181091

Deutschland

In Deutschland sind solche Aktien-Werte recht selten. Statistik: Entwicklung der Dividendenzahlungen der DAX-Unternehmen in den Jahren von 2003 bis 2016 (in Milliarden Euro)Bei uns steht das Thema der Dividendenzahlung nicht so im Fokus der Vorstände, z. T. auch der Aktionäre. Das liegt wahrscheinlich an einer fehlenden oder anderen Aktienkultur, als diese in den USA ausgeprägt ist.

Je nach Auslegung der Betrachtungsweise ist daher die Zahl der Dividendenaristokraten im Dax fast an einer Hand abzählbar. Fresenius zum Beispiel zählt ebenso dazu wie der Rückversicherer Munich Re. Weiterhin werden der Industriegase-Hersteller Linde, SIEMENS, die Softwarefirma SAP, Bayer, Henkel und Fresenius Medical Care zu dieser Gruppe gezählt.

Als „König“ unter den deutschen Dividendenaristokraten gilt die Rückversicherungsgesellschaft Munich Re. Der Münchner Konzern hat die Ausschüttung seit 1970 nie gesenkt.

Beispiele für deutsche Dividendenaristokraten:
Name ISIN
SIEMENS DE0007236101
Henkel DE0006048432
Fresenius DE0005785604
Munich Re DE0008430026

Chancen und Risiken von Dividendenaristokraten

Ein wesentliches Argument liegt auf der Hand: Hohe und verlässliche Ausschüttungen. Des Weiteren lässt sich beobachten, dass die Wertentwicklung von Aktien mit regelmäßigen Dividendenzahlung zumeist besser verläuft, als die anderer Aktien. Hier haben wir es ein wenig mit einer selbst erfüllenden Prophezeiung zu tun, da viele Anleger sich an Dividendenstrategien orientieren, steigen daraus folgend auch die Kurse der betreffenden Unternehmen. Für die Abbildung einer Dividendenstrategie gibt es zahlreiche ETFs im Angebot.

Ein offenkundiger Nachteil der Ausrichtung auf Dividendenaristokraten ist, dass Wachstumsunternehmen außerhalb der Betrachtung bleiben. Stark wachsende Unternehmen schütten meist keine oder nur eine geringe Dividende aus, da das Kapital für weiteres Wachstum im Unternehmen verbleibt. Somit kann eine vollständige Dividendenorientierung zum Verpassen einer „Kursrakete“ führen.

 

Mein Fazit: Eine Strategie, die sich an Dividendenaristokraten orientiert, generiert ein sicheres passives Einkommen und Vermögenssteigerung. Man sollte jedoch nicht zu 100 Prozent auf diese Strategie setzen, sondern ein wenig Pulver für Wachstumswerte trocken halten.

 

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