Wechsel der Bank im Praxistest

Nach 28 Jahren habe ich mein Konto bei der Deutschen Bank geschlossen und bin zur DKB gewechselt. Ein Praxisbericht.

Die Motivation

Ich war lange zufriedener Kunde der Deutschen Bank. Letzten Endes wurden die Gesamtkosten immer höher, womit meine Wechselmotivation immer mehr stieg. Ich führte Konto und Depot rein online und belästigte meine Bank maximal ein Mal pro Jahr. Die Quartalsgebühren lagen nach diversen Preiserhöhungen dennoch bei 17,70 Euro. Auslandshebungen in nicht EU-Ländern kosteten 5,99 €. Hauptmotivator waren aber die Depotkosten. Diese lagen zuletzt bei mehr als 150 Euro pro Jahr. Dazu kamen Oderkosten bei Kauf und Verkauf von je einem Prozent der Ordersumme zuzüglich weiterer Spesen. D. h., bei 5 Prozent Kursgewinn habe ich 2 bis 2,5 Prozent an Gebühren abgedrückt.

Der Wechsel

Die Kontoeröffnung lief online in wenigen Minuten. Zur Legitimation musste ich das Haus nicht verlassen. Die persönliche Identifikation lief als Video-Chat per Smartphone-App. Dazu bietet DKB einen Online-Kontowechsel-Service. Dieser liest die Transaktionen auf deinem Alt-Konto aus und gruppiert diese systematisch nach Daueraufträgen, regelmäßigen Einzahlungen und Lastschriften, die man dann nach und nach abarbeiten kann. Für die erteilten Lastschriftmandate werden kostenlose Änderungsschreiben erstellt. Auch das geht komplett online per Unterschrifts-Scan. Ich habe das Ganze vollständig vom Tablet aus Italienurlaub durchgeführt. Nach sechs Wochen hatte ich mein Konto, welches 28 Jahre bestand, komplett überführt. Parallel habe ein neues Depot angelegt. Auch dafür gibt es einen kostenlosen Depotwechselservice.

Praxiserfahrungen und Probleme

Bisher kann ich keine Probleme vermelden. Einziger Hänger war die Online-Eröffnung des neuen Depots in Verbindung mit dem DKB Konto. Da ich das Konto als Oder-Konto mit meiner Frau führe, wurde ein Workflow gestartet, damit sie die Eröffnung des Depots mit ihrer Kennung bestätigen konnte. Dieser Vorgang war etwas hakelig und lief bei ersten Anlauf nicht. Nach zwei eMails mit dem recht flott reagierenden Kundenservice lief der zweite Versuch durch. Im täglichen Umgang kann ich ansonsten keine Schwierigkeiten vermelden. Man muss sich an das leicht andere Online-Handling gewöhnen und hat am Anfang subjektive Zweifel, dass alles klappt. Dafür kann ich jetzt an jedem Automaten weltweit mit meiner Visa Card kostenlos Geld ziehen.

DKB-Cash: KEIN ABER! - Das kostenlose Internet-Konto

Mein Fazit: Ich hatte schon etwas Bammel vor dem Kontowechsel nach so langer Zeit. Jedoch funktioniert das Ganze erstaunlich schnell und reibungslos und ich bin zufrieden, es „gewagt“ zu haben.

3 Replies to “Wechsel der Bank im Praxistest”

  1. Schön das es mit der DKB bei dir so schnell ging 🙂

    Wir haben noch ein Problemchen mit dem Start Passwort, und dass seit fast 2 Monaten…
    Die Supporthotline ist sehr kreativ. Man wird zum Schluss einfach weggedrückt.
    Auf meine Mails hatte die DKB leider auch noch nicht reagiert…

    Ich hoffe mal ich bleibe diesbezüglich ein Einzelfall.

    Gruß,
    Pascal

  2. Ich habe mein Hauptdepot und die Kreditkarte auch bei der DKB. Als ich kürzlich für meinen Irland-Urlaub ein paar Buchungen über die Kreditkarte gemacht habe, und ein Busanbieter Visa 3D Secure machen wollte, das auf dem aktuellen Handy noch nicht aktiviert war, wurde beim Versuch der Aktivierung der Online-Zugang gesperrt. Als Vorsichtsmaßnahme ganz okay, aber: An der Hotline konnte ich in mehreren Versuchen niemanden erreichen, auf das Kontaktformular reagierte in mehreren Stunden auch niemand, letztendlich hat es mittels Nachfrage über Facebook, dann E-Mail, dann Nachfrage nach dem Status über Facebook innerhalb von 4h nach dem ersten Kontaktversuch über Facebook (und 9h nach dem ersten Anruf) geklappt.

    Ich will damit nur sagen: In Ernstfall benötigt man von den Direktbanken immer 2. Da sie meist kostenlos sind, ist das auch nicht so schlimm, und da die DKB mir keine US-REITs verkaufen wollte, habe ich eh noch ein Depot bei der Comdirect. Die Ordergebühren sind da in Summe zwar teurer, dafür gehen eben auch die REITs und im Ernstfall habe ich noch eine zweite Bank, um Geld zu bekommen, bis Probleme mit der ersten geklärt sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.