Wer oder was ist Companisto?

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Companisto ist eine Crowdinvesting-Plattform, die 2012 von den Rechtsanwälten David Rhotert und Tamo Zwinge in Berlin gegründet wurde. Die Plattform feierte gerade den fünften Jahrestag. Aktuell ist Companisto die größte Crowdinvesting-Plattform in Deutschland  mit einem vermittelten Gesamtkapital von 9 Millionen Euro im Jahr 2016 und einem Marktanteil von 56 Prozent.

Die Idee

Auf Companisto können sich Mikroinvestoren an Startups und Wachstumsunternehmen beteiligen. Die Mindestinvestitionssumme liegt aktuell bei 100 Euro.

Die Registrierung ist kostenlos, Companisto erhält eine erfolgsabhängige Gewinnbeteiligung von zehn Prozent, sowie eine Provision von den Startups in Höhe von zehn Prozent der eingesammelten Finanzierungssumme. Den Mikroinvestoren stehen auf Companisto drei Anlageklassen offen: Investitionen in Startups mit Gewinn- und Exit-Beteiligung, festverzinsliche Venture Loans für Wachstumsunternehmen und festverzinsliche Impact Loans für sozial- oder ökologisch-ausgerichtete Unternehmen (Loan engl. für Darlehen).

Startups – ohne eine Beschränkung auf eine bestimmte Branche – aus ganz Europa können sich mit einem Pitchdeck/Executive Summary/OnePager unter  für eine Finanzierungsrunde per Crowdinvesting auf Companisto bewerben. Im ersten Schritt erreichen diese Bewerbungen den sogenannten Investment-Manager, der diese eingehend prüft.  Wenn das Unternehmen zum Prinzip des Crowdinvestings passt, erfolgt eine „Tiefenprüfung“ durch Companisto. Verläuft diese ebenfalls positiv, kann das Startup auf die Plattform.

Die sogenannten Companisten beteiligen sich an den Startups in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens. Dies bedeutet, dass die Companisten den Startups den Investitionsbetrag für die Dauer der Beteiligung als Darlehen überlassen. Im Gegenzug beteiligen die Startups die Companisten an ihren Gewinnen und an einem etwaigen Erlös im Falle des Verkaufs des Startups (Exit genannt). Die Gewinnbeteiligung und die Beteiligung an einem Exiterlös werden in der Form von Zinsen ausgezahlt. Endet die Beteiligung nach Ablauf der Mindestbeteiligung ohne dass ein Unternehmensverkauf erfolgt ist, so erhalten die Companisten ihren Investitionsbetrag zurückgezahlt.

Pflichten entstehen durch die Beteiligung nicht, es besteht insbesondere keine Nachschusspflicht. Natürlich ist das Risiko des Totalverlusts des Darlehensbetrages nicht zu unterschätzen. Die Anleger befinden sich ganz klar im Sektor des Risikokapitals.

Der Erfolg

Aktuell sind etwa 74.000 Investoren auf Companisto registriert. Insgesamt wurden auf der Plattform 91 Finanzierungsrunden durchgeführt. Dabei wurden in Summe 43 Mio. Euro investiert. Companisto hält den Europa-Rekord für das größte Immobilien-Crowdinvesting mit 7,5 Millionen Euro für das Luxus-Ressort Weissenhaus. Das Berliner Startup Panono, das die weltweit erste 360-Grad-Wurfkamera entwickelt hat, belegt mit rund 1,6 Millionen Euro die Spitzenreiter-Position unter den finanzierten Startups (Anmerkung: Panono ist zwischenzeiltich insolvent).

Eine Erfolggeschichte ist Foodist. Das 2012 gegründete Hamburger Startup hat in den vergangenen Jahren auf vielen Wegen Kapital gesucht. Seit der Gründung sammelte Foodist in drei Runden insgesamt 1,5 Millionen Euro von 2.399 Investoren über Companisto ein. Im Jahr 2016 übernahm das Medienhaus Ströer das Startup.

Das erste Unternehmen auf Companisto, in das die Anleger investierten, war Doxter. Doxter, eine Buchungsplattform für Arzt-Termine aus Berlin, wurde anschließend durch den luxemburgischen Mitbewerber Doctena übernommen. 421 Crowdinvesting-Anleger investierten 2012 Wachstumskapital in Höhe von 100.000 € in das Startup. Der Kaufpreis beim Exit lag deutlich darüber.

Natürlich gibt es auch Misserfolge. Das Hamburger Travel-Start-up TripRebel schlitterte Anfang 2017 in die Insolvenz. Via Companisto sammelte das TripRebel-Team im Jahr zuvor 700.000 Euro ein. “Die angestrebte Skalierung des Geschäftsmodells im Endkundenmarkt und die erwartete Wachstumsgeschwindigkeit war nicht gegeben”, teilte Mitgründer Carlos Borges mit. Rund 1,1 Millionen Euro steckten Anleger in Returbo. Die Idee dahinter: Retouren, Fehlproduktionen und B-Ware von Online-Shops weiterverkaufen – die Pleite kam Ende 2016. Im Januar 2017 war der E-Bike-Hersteller Freygeist pleite – besonders noble und leichte Fahrräder wollte das Start Up designen und hatte dafür rund 1,5 Millionen Euro via Companisto erhalten.

Chancen und Risiken liegen also für die Companisten dicht beieinander.

Die Konkurrenz

Deutsche Mikroinvest

Die Deutsche Mikroinvest agiert seit 2012 als Crowdinvesting-Plattform und bietet mehrere unterschiedliche Beteiligungsmodelle und auch die Möglichkeit, über wenige große Investoren zu finanzieren. Mindestanlage sind 250 Euro. Maximum der möglichen Finanzierungssumme ist nach letztem Stand 2,5 Millionen Euro. Interessant sind hier die Premium-Partnerschaften, etwa mit der Commerzbank. Die Deutsche Mikroinvest gehört zu 100% den Betreibern Carsten Bischof und Knut Haake. Über die Plattform wurden mittlerweile  insgesamt über 12.000.000 Euro investiert.

Seedmatch

Seedmatch aus Dresden ist 2011 als erste deutsche Crowdfunding-Plattform für Startups gestartet und gilt damit als Branchen-Pionier. Man kann ab einem Betrag von 250 Euro in junge Unternehmen investieren und sich damit am wirtschaftlichen Erfolg zu beteiligen. Seedmatch hat sich das Ziel gesetzt durch die Förderung von Innovationen wirtschaftliche und gesellschaftliche Impulse zu setzen. Bei Seedmatch wurden u.a. die Startups Bloomy Days (0,1 Mio. Euro), E-Volo (1,2 Mio. Euro), Erdbär Freche Freunde (0,25 Mio.) und Protonet (0,2 Mio. und 3 Mio. Euro) finanziert. Protonet ist inzwischen insolvent. Zum Seedmatch Verbund gehören die Schwester-Plattformen Ecooners und Mezzany. Das Modell von Seedmatch ist Companisto sehr ähnlich.

Exporo

Exporo.de ist eine noch recht junge Crowdinvesting-Plattform für Immobilien. Das Unternehmen wurde im Jahr 2014 gegründet und firmiert in Hamburg. Über das Online-Angebot können Anleger in Immobilienprojekte investieren und das schon ab niedrigen Investitionsbeträgen. Es werden zahlreiche Informationen zum jeweiligen Projekt bereitgestellt. Der investierte Betrag fließt komplett in das ausgewählte Projekt. Für Anleger fallen keine Gebühren an. Die Zinsauszahlung ist abhängig davon, ob es sich um eine Investition in einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie handelt. Dabei werden Zinsen für eine Investition in Neubauten zumeist endfällig ausgezahlt. Bei Investitionen in Bestandsimmobilien erfolgt die Auszahlung jährlich oder quartalsweise. Die Finanzierung erfolgt durch ein Nachrangdarlehen. Dieses Instrument zur Finanzierung wird nachrangig behandelt, in dem Sinne, dass der Darlehensgeber sein Geld im Falle einer Insolvenz erst nach den anderen Gläubigern erhält.

Der BERGFÜRST

Die Plattform BERGFÜRST ist ebenfalls auf Immobilien ausgerichtet. Privatanleger investieren in Einzelimmobilien, die sie auf der Plattform detailliert kennen lernen können. Der Einstieg ist gebührenfrei und ab 10,00 Euro möglich. So können die Anleger in unterschiedliche Immobilien-Projekte investieren und ihr Portfolio diversifizieren. Je nach Objektart werden Zinsen von 3,5 % – 7 % p.a. versprochen. Die Finanzierung erfolgt ebenfalls hauptsächlich in Form eines Nachrangdarlehens. Wer vor Laufzeitende an sein Geld muss, kann seine Beteiligung auf dem Handelsplatz von BERGFÜRST anbieten.

 

Mein Fazit: Das Companisto-Angebot an sich ist für Privatanleger, die ein Risiko nicht scheuen, eine sehr schöne Sache – eine sichere und gut abschätzbare Geldanlage ist es nicht. Stattdessen besteht die Gefahr von Verlusten. Im Fokus steht nicht klassischer Vermögensaufbau, sondern eher die Beteiligung an tollen Ideen mit großem Risiko. Wer sich dessen bewußt ist, bekommt bei Companisto ein prima Angebot. Companisto selbst rät dazu, das Risiko zu streuen und das eigene Kapital auf mehrere Projekte zu verteilen.

Hier gehts zur Webseite:

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