Wer oder was ist „Wir kaufen dein Auto“?

Kennst Du auch die nervige Werbung „Wir kaufen dein Auto“- „Wir kaufen dein Auto!“ – „Wir kaufen dein Auto!“ – „Wir kaufen dein Auto!“. Dahinter steckt Auto1, ein mittlerweile ziemlich großes Unternehmen. Hier ein paar Hintergründe.

Wie funktioniert`s?

Der Nutzer, der sein Auto verkaufen möchte, erhält auf den Auto1-Websites wie Wirkaufendeinauto.de einen geschätzten Ankaufspreis für seinen Wagen. Danach fährt er zu einem Standort des Startup, wo der Wagen beispielsweise auf Schäden untersucht wird. Die Ergebnisse der Prüfung übermitteln die Mitarbeiter an die Zentrale. Nach kurzer Wartezeit erhält der Kunde das tatsächliche Angebot. Also den Preis, den das Startup tatsächlich bereit ist, für das Auto zu zahlen.

Auto1 verkauft den Gebrauchtwagen nun an andere Autohändler weiter. Europaweit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben mit 25.000 Partner-Händlern vernetzt. Durch ein länderübergreifendes Logistiknetz kann das Unternehmen optimale Passfähigkeit zwischen Verkäufer und Käuferwünschen finden – und dadurch laut Marketing einen höheren Preis erzielen.

Das Unternehmen bringt letztendlich Angebot und Nachfrage zusammen. Durch die Kontrolle des Autos vor Ort kann das Unternehmen gleich feststellen, ob das zu verkaufende Auto auch in Ordnung ist. Der Händler kauft den Gebrauchtwagen dann von Auto1 – und das Startup verdient an der Marge zwischen Ankauf und Verkauf.

Mittlerweile ist Auto1 nach eigenen Angaben in 30 Ländern unterwegs. Ein wichtiger Wachstumsmarkt sollen die USA werden .Der Umsatz des Unternehmens ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Von 16 Millionen Euro in 2013 kommend über 758 Millionen Euro 2015 und deutlich über eine Milliarde Euro im Jahr 2016. Die Mitarbeiterzahl liegt bei über 2.500 an 330 Standorten. Für den Arbeitergeber Auto1 sind die Kritiken eher durchwachsen bis schlecht. Startup-Chaos?

Wer steckt dahinter?

Gegründet wurde Auto1 von Hakan Koç und Christian Bertermann. Im Jahr 2013 lernten sich beide kennen, als sie zufällig im selben Bürogebäude saßen. Koç arbeitete  bei Home24, sein Mitgründer Bertermann bei Groupon. Laut Story hatte Bertermann einige Zeit vorher bei dem Versuch, die Autos seiner Großmutter zu verkaufen, frustrierende Erfahrungen gemacht – die Idee für einen Online-Marktplatz war geboren.

Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft ist Robert Lasek, ein früherer Bank-Manager. Der zweite Geschäftsführer Alexander Grabolle verlies die Firma zum 30. September 2017.

Laut dem Bericht von Bloomberg TV wird die Auto1 Group mittlerweile mit 2,5 Milliarden Euro bewertet. Damit zählt Auto1 zu den am höchsten bewerteten Unternehmen der deutschen Digitalszene. Bei der letzten Finanzierungsrunde soll das Startup 360 Millionen Euro eingesammelt haben. Unter den Investoren befinden sich illustre Namen wie die britische Beteiligungsgruppe Baillie Gifford & Co sowie die Venture Capital Fima Target Global aus Berlin.

Auto1 braucht auch viel Kapital, da durch den zeitlichen Versatz von Ankauf und Verkauf viel Working Capital notwendig ist.

 

Mein Fazit: Das Geschäftsmodell haut mich nicht vom Hocker. Trotzdem ein spannendes Startup, was die hohe Unternehmensbewertung jedoch noch rechtfertigen muss.

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