Inflationschutz – In Gold investieren, aber wie?

Nach der Geldschwemme der letzten Jahre war es nur eine Frage der Zeit, dass uns nach der Vermögensinflation (Immobilien, Kunst, Boote, Wertgegenstände) auch die Inflation der Verbraucherpreise erreicht. Im Moment noch politisch klein geredet, zeigen erste Fakten und auch die wirtschaftliche Logik (sehr viel Geld trifft auf begrenztes Angebot), dass wir jetzt „fällig“ sind.

Was also tun, ob sein Depot abzusichern?

Aktien sind m. E. nach Höchstständen in den meisten Indizes ausgereizt, aber immer noch Ziel der globalen Geldschwemme – halten.

Anleihen sind in Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen eine schlechte Wahl  – warten.

Zum Inflationsschutz wird immer wieder Gold empfohlen. Dies sehe ich als Depotbestandteil von um die 15 Prozent genauso. Aber was ist der richtige Weg des Goldinvestments? Hier sagt mein persönlicher Anlagefilter: ETF auf Goldminenaktien und Gold ETC.

Gold wird am Weltmarkt in US-Dollar und in Feinunzen (1 Unze (oz) = 31,103 Gramm) gehandelt. Aktuell kostet 1 Kilogramm etwa 49.000 Euro. Der Preis ist somit auch vom Wechselkurs abhängig.

Goldminenaktien gegen Inflation

Die Minenbetreiber atmen weitgehend mit dem Goldpreis. Im Gegensatz zu physischem Gold, erhältst Du neben der Chance auf Wertsteigerung auch Dividenden.

Ich habe die Aktie des Minenbetreibers Centamin (ISIN: JE00B5TT1872) und den ETF UBS ETF (IE) Solactive Global Pure Gold Miners (ISIN: IE00B7KMNP07) ins Depot gelegt. Centamin lockt mit einer Bruttodividende oberhalb von fünf Prozent. Der UBS-ETF ist vollständig physisch replizierend und schüttet halbjährlich aus.

Golf ETC

ETC ist die Abkürzung für Exchange Traded Commodity, was nichts anderes als börsengehandelter Rohstoff bedeutet. Du partizipierst an der Entwicklung des Goldpreises, ohne Gold direkt erwerben zu müssen. Es handelt sich um eine Schuldverschreibung, die mit physischem Gold besichert ist. Als Anleger kannst Du verlangen, dass der Anbieter das Wertpapier in physisches Edelmetall umwandelt. Der Anbieter verbrieft Dir mit der Schuldverschreibung eine bestimmte Menge des Goldes. Der ETC bildet den Goldpreis 1:1 nach. Durch die Verpflichtung der Einlagerung des Goldes wird das Emittenten-Risiko reduziert. Der Anbieter ist zur Einlagerung des Goldes in einem Tresor verpflichtet. Wird er insolvent, ist Deine Anlage sicher. Du hast im Insolvenzfall des Anbieters Anspruch auf die Lieferung des physischen Goldes.

ETC sind theoretisch etwas unsicher als ETF, die als Sondervermögen extrem gesichert sind, während die ETC der sehr unwahrscheinlichen Gefahr des Untergangs der Goldbestände unterliegen. ETFs, die aus­schließ­lich in physisches Gold in­ve­stie­ren, sind in Deutsch­land nicht zu­ge­lassen. Und bei aus­ländischen Gold-ETFs gibt es im Fall der Fälle Pro­bleme mit der Lie­fe­rung des physi­schen Goldes, mit dem der ETF besichert ist. Der Grund: Der Gold­be­stand darf nur im jeweiligen In­land ausgeliefert werden.

In Deutschland stehen Dir also diese drei ETCs zur Verfügung:

ProduktnameXETRA GoldEUWAX GoldEUWAX Gold II
AnbieterDeutsche Börse Commodities GmbHBoerse Stuttgart Securities GmbHBoerse Stuttgart Securities GmbH
ISINDE000A0S9GB0DE000EWG0LD1DE000EWG2LD7
Abbildungphysischphysischphysisch
laufende Kosten0,3 Prozent zzgl. Mehrwertsteuer p.a.0,000,00
Auflagedatum27.11.200715.08.201209.10.2017
Auslieferbare StückelungGrammgenaue Lieferung möglich*100 Gramm oder ein Vielfaches davon**Grammgenaue Lieferung möglich***
*: Auslieferung nur an Geschäftstelle einer Bank möglich. Die Kosten dafür sind nach Anlagesumme gestaffelt. Bspw.kostet die Lieferung von 1 kg Gold mindestens 315 Euro.
*: Der erste Auslieferungsversuch innerhalb Deutschlands ist kostenfrei. Bei abweichenden Stückelungen fallen Form- und gegebenenfalls Lieferkosten an.
***: teilweise kostenpflichtig

 

Für XETRA Gold sind nach meinen Recherchen aktuell etwa 239 Tonnen und für EUWAX II etwa 15 Tonnen des Edelmetalls in den Tresoren gebunkert.

Eine Besonderheit bei diesen ETC ist die steuerliche Behandlung. Behältst Du Deine Anteile mindestens zwölf Monate lang und verkaufst Du sie dann, musst Du keine Steuern zahlen. Bei einem Verkauf innerhalb von zwölf Monaten zahlst Du Deinen persönlichen Steuersatz auf den Gewinn. Dabei greift nicht die Abgeltungssteuer, sondern die gleiche steuerliche Behandlung wie bei physischen Goldbeständen.

 

Mein Fazit: Ich bin eigentliche kein Goldfan, aufgrund der Reduktion auf eine mögliche Wertsteigerung. Die aktuelle Entwicklung der Märkte und die erwartbare Inflation empfiehlt jedoch die Beimischung im Depot im Bereich von 10 bis 15 Prozent. Nutzen sollte man Tage mit Rücksetzer des Goldpreises um 1.700 Dollar je Feinunze. Nach Studium des ETC-Vergleich ist der Euwax-Gold II mein persönlicher Favorit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.