Wacker Chemie – ein Kauf für wackere Anleger?

Sorry dieser Kalauer mußte sein. Seit längerer Zeit habe ich die Wacker Chemie Aktie (WKN: WCH888) auf meiner Watchlist. Heute will ich die Aktie und das Unternehmen näher betrachten.

Wacker Chemie – Das Unternehmen

Die Wacker Chemie AG beschäftigt weltweit 17.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten. Die Unternehmensgeschichte geht auf die Gründung durch Alexander Wacker am 13. Oktober 1914 zurück. Der Hauptsitz des Unternehmens ist München. Der Konzern gliedert sich in die fünf Geschäftsbereiche: Wacker Silitronic, Wacker Silicones, Wacker Polymers, Wacker Biosolutions und Wacker Polysilicon.

2006 ging die Wacker Chemie AG an die Börse. 60,39 Prozent der Aktien sind im Besitz der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft. Weitere Anteile halten die Blue Elephant Holding GmbH mit 10,86 Prozent und die BlackRock Inc. mit 2,95 Prozent. Im Streubesitz befinden sich 21,05 Prozent der Aktien. Das Chemieunternehmen ist im MDAX gelistet.

Finanzergebnisse

Für das Jahr 2018 verzeichnet das Unternehmen einen Umsatz von knapp 5 Milliarden Euro. Das EBITDA hat bei 930 Mio. Euro gelegen. Die Marge: 18,7%. Das EBIT habe einen Wert von knapp 390 Mio. Euro erreicht. Der Netto-Cashflow ist mit rund 125 Mio. Euro positiv ausgefallen. Silicones habe in 2018 einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro und eine EBITDA-Marge von knapp 25% erzielt. Polymers habe bei Einnahmen von rund 1,3 Mrd. Euro eine EBITDA-Marge von 11,5% erwirtschaftet. Die kleinste Einheit Biosolutions bringe es auf eine EBITDA-Marge von über 10% und einen Umsatz von 227 Mio. Euro in 2018. Den Grund den Kursrückgang der Aktie Wacker Chemie ist im Bereich Polysilicon finden. Hier sei der Umsatz in 2018 um fast ein Drittel geschrumpft, die Ergebnisse sind mehr oder weniger eingebrochen. Grund dafür sind geringere Verkaufsmengen und geringere Durchschnittspreise für Polysilicium (hochreine, polykristalline Form von Silizium, die von der Solarzellen- und Elektronikindustrie als Rohstoff verwendet wird). Ausschlaggebend für diesen Markttrend ist vor allem Chinas Entscheidung Ende Mai 2018 gewesen, die Einspeisevergütungen zu verringern und den Zubau von Photovoltaikanlagen zu begrenzen.

Der Ausblick für Wacker

Der harte Wettbewerb im Solargeschäft und hohe Energiekosten haben für das Unternehmen zum Jahresstart zu einem deutlichen operativen Gewinnrückgang geführt. Ins 1. Quartal 2019 ist Wacker Chemie mit einem minimalen Umsatzplus gestartet. Aufgrund des schwachen Marktes bei Solarsilicium und der erheblich gestiegenen Energiepreise ist der Gewinn deutlich zurückgegangen. Das EBITDA habe sich im Konzern gegenüber Q1 des Vorjahres um 44% auf nur noch 142 Mio. Euro reduziert. Beim EBIT hat die Firma schon so gut wie nichts mehr verdient. Wacker Polysilicon erzielte in den ersten 3 Monaten des Jahres 2019 einen Verlust 36 Mio. Euro (EBITDA ), weil sich die Durchschnittspreise für Solarsilizium deutlich verringerten.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist im Vergleich zu anderen Chemieunternehmen mit 16 recht hoch. Die Dividendenrendite liegt bei gut drei Prozent. Beides für den Sektor nicht berauschend. Die sonstigen Finanzkennzahlen sind in Ordnung.  Positiv ist zu vermelden: Vier Unternehmensinsider (CEO Rudolf Staudigl sowie die weiteren Vorstandsmitglieder Christian Hartel, Tobias Ohler und Auguste Willems) haben im Mai 2019 Aktien des eigenen Unternehmens im Gesamtwert von ca. 600.000 Euro erworben. Der Kurs lag zu diesem Zeitpunkt bei etwa 70 Euro.

Wacker ist für mich ein solides Unternehmen. Am Ende bleibt die Aktie aber vor allem eine Spekulation auf die Erholung der Polysilizium-Preise. Ziehen diese im Jahresverlauf nachhaltig an, könnten sich Unternehmen und Aktienkurs positiv entwickeln.

 

Mein Fazit: Die Aktie ist kein Selbstgänger. Bei schwachen Kursen möglichst nah an 60 Euro könne ein Einstieg für risikobereite Privatanleger eine interessante langfristige Option sein.

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